Ostküste USA, ICW 2010


Logbuch der Segelreise von
Charleston nach Savannah

(Etappe 5, 13.11.2010 - 17.11.2010)

Von Charleston durch South Carolina auf dem ICW durch die Sümpfe, die vielen Rivers und Inseln nach Savannah (Georgia), dort wieder einen Pausetag.


Samstag, 13.11.2010

Toni bei der Reparatur des Bugstrahlruders.

Charleston - Church Creek, 17.4 sm.

Sonnig, N1-2.

Wir wurden vor dem Wecker wach, weil das Motorboot gegenüber seinen Motor einschaltete und bis es endlich abfuhr einige Zeit verging. Aber es war schon hell und so standen wir auch auf. Nach der Abrechnung im Hafenbüro überprüften wir den Bugstrahler. Bis jetzt hatten wir ihn nie eingeschaltet, weil uns berichtet worden war, dass es nicht funktioniere. Und so war es auch jetzt, es piepste nur, aber es tat sich nichts.
Schnell mussten wir abfahren, weil sich die Brücke über den Wappoo-Creek nur 1x pro Stunde öffnet und in 20 Min. sollte es wieder so weit sein.
Wir mussten noch 5 Minuten im fliessenden Wasser warten, bis wir durch die offene Brücke fahren konnten. Zum Ankerplatz war es nicht mehr weit, bereits am Mittag waren wir da. Nach Mittags- und Kaffeepause verschwand Toni im Segellager, wo auch der Bugstrahler ist und bis Sonnenuntergang war er beschäftigt und danach: oh Wunder !! Der Bugstrahler piepste nicht mehr ununterbrochen, sondern bewegte den Bug so wie es sein muss. Wir sind gespannt aufs nächste Hafenmanöver.
Wunderschöner Sonnenuntergang, wir sind allein im Seitenarm Church Creek des Wadmalaw Rivers, 4 andere Boote liegen weiter vorne, direkt neben dem Waterway.


Sonntag, 14.11.2010

Am Rand des Waterway gibt es immer wieder Vögel zu sehen, häufig auch der fischende Pelikan.

Church Creek - Wimbee Creek Bull River, 32.6 sm.

Warm und wolkenlos, S1-2.

Die Ankerkette war extrem verdreckt vom Schlamm, blockierte sogar die Wintch. Ohne Wind bzw. Strom wird sie auch nicht von selber sauber. Wir mussten mit der Pütz spülen.
Langsam wird das Waterway fahren langweilig, lieber würden wir segeln, wir fahren schliesslich kein Motorboot. Heute gings oft durch unbewohntes Gebiet, Wasservögel waren zu sehen, und vor dem Ankern viele Delphine. Mehrere Motorboote überholten uns, auch ein Segelboot und ein grösseres Ausflugsschiff.
Wir ankerten wieder in einem Seitenarm, unter dem Palmenwald grasten Kühe und der Sonnenuntergang war wieder gigantisch kitschig.


Montag, 15.11.2010

Am Morgen am Ankerplatz, Sonnenaufgang am Wimbee Creek in South Carolina

Wimbee Creek - Beaufort SC, 16.5 sm.

Schön und warm, kein Wind.

Nach der schönen/gemütlichen Ankernacht im Strom (während der Nacht wurden wir zweimal gedreht, bei etwa 1.5kn Strom) fuhren wir wieder im Waterway, es gab einige Kurven, wir mussten aufpassen, dass wir die Kurven richtig nahmen und nicht über den Rand hinausfuhren oder die Kurven (sind für schnellere Motorboote ausgelegt) nicht schnitten, aber inzwischen haben wir ja Übung.
Wir zielten auf die Öffnung der Ladies Island-Brücke bei Beaufort um 11.30 Uhr, für die 11 Uhr Öffnung waren wir zu spät. Also standen wir pünktlich vor der Brücke, drei andere Segelboote waren auch da, zwei warteten unter Anker. Aber die Brücke öffnete sich nicht. Wir liessen uns treiben, der Strom war nun gegen uns und es trieb uns zurück. Ein Kanadier teilte uns dann mit, dass die Brücke erst um 1 Uhr aufgeht. Also warteten wir im Strom und liessen uns treiben. Inzwischen waren noch mehr Boote angekommen, bis die Brücke aufging waren wir 10 Segelboote. Danach kam gleich der Hafen Beaufort, wo wir am Schwimmsteg aussen problemlos festmachen konnten.
Stadtbesichtigung im T-Shirt, ja es wird immer wärmer! Ein kleines nettes Städtchen.


Dienstag, 16.11.2010

der springende Delphin vor dem Container-Frachter

Beaufort SC - Savannah, 45.0 sm.

Schauer, bedeckt, S5-6, Böen 8.

Wir fuhren den Beaufort River hinunter, der Wind nahm zu, aber genau auf die Nase. Also blieben die Segel geborgen. An einer Tankstelle bei Hilton Island stand eine deutsche HR, wir winkten natürlich, weil wir ja jedem Boot winken, und sie machten Zeichen, ob die Brücke nicht zu tief wäre für uns. Danach funkte er noch und sagte, dass sie sich noch nicht auf den Waterway getraut hätten und immer nur aussen segelten und uns beglückwünschten, dass wir uns getrauten, fragte noch nach Masthöhe und Tiefgang usw.
Eigentlich würden wir ja gerne wieder mal richtig segeln. Wegen der Ströme und den starken Winden und auch den bekannt versandeten folgenden Strecken beschlossen wir, dann doch noch aussen ein Stück über den Atlantik zu fahren, aber eben mit 6bf Gegenwind, und aufkreuzen mit der Ovni !!!! Dazu etwas in Zeitdruck, dunkel wird’s früh, und für 3 sm die Segel setzen lohnt sich der Aufwand nicht: wir motorten also weiter.
Im Savannah River überholte uns ein riesiges Containerschiff, es fuhr mit 11kn, und in der Bugwelle sprangen 2 Delphine, später nahe an der Stadt sahen wir sie wieder zum Meer zurück schwimmen.
Wir machten am Steg vor dem Hotel Hyatt fest, ein Steg mit unverschämtem Preis!! Spazierten noch kurz durch die Stadt und es war warm. Abends blieb die Luke das erste Mal offen, damit es im Boot etwas abkühlen konnte.


Mittwoch, 17.11.2010

Einer der vielen grünen Pärke der Stadt: Forsyth Fountain.

Savannah - Savannah, 0 sm.

schön, windig, etwas kühl.

Wir spazieren durch die älteste Stadt Georgias mit ihren traumhaften Eichenalleen, schönen Stadtpalästen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Schon bald brauchen wir einen Expresso im Starbucks. Danach geht’s weiter durch die Strassen, die überall grüne Plätze (21 Squares sind es genau) und Parkanlagen kreuzen. Einen Laden mit Lebensmitteln finden wir nicht einfach so, wir mussten uns den Weg beschreiben lassen. Schwer beladen kamen wir zurück zum Boot. Nach den Sandwich-Lunch machten wir eine Flussfahrt (mit der Gratisfähre auf die andere Seite und zurück und schauten uns dann die Gegend der Waterfront (das ehemalige Baumwoll-Handelszentrum) an.
Toni reinigte noch die Ankerwinsch und fettete sie, und schon wurde es wieder dunkel.
Ein feines Essen im Restaurant war der Abschluss vom Tag und die Feier der Halbzeit des Törns.
Nun wird es zwei Ankernächte geben irgendwo hinter den Inseln von Georgia, am dritten Tag werden wir in Brunswick sein. Es wird also ein Weilchen keine Updates geben.

Links für weitere Informationen:
www.visitsavannah.com