Nordsee 2013, Log-Übersicht

Logbuch Etappe 4:
Mandal - Dänemark - Helgoland

von Mandal nach Helgoland 

2013-06-16 - 2013-06-24, 9 Tageseinträge, 0 sm.

Nach einer Ankernacht vor Mandal überqueren wir den Skagerrak nach Thyborön (Dänemark). Anschliessend segeln wir in der Nordsee entlang der dänischen Küste bis Helogland, mit Pausen unterwegs, weil das Wetter zu garstig war.



Gemütlich unter Anker bei Sånum.

Mandal - Ankerbucht Sånum, sm.

Wetter: .

Von der verregneten Marina zur sonnigen Ankerbucht

Am Morgen schliefen wir aus, dann wurde die Heizung eingeschaltet, es war frisch und vor allem feucht, danach liefen wir zur Bibliothek, erstens wegen des Internets, zweitens wegen des schönen WCs.
Zurück auf Regina machten wir uns bereit fürs Ablegen. Die Batterie brauchte Ladung und wir hatten genug von Mandal und dem schönen Holzsteg, der zwar gratis war, dafür ohne Strom und Wasser und mit viel Durchgangsfussgängerverkehr.
Wir fuhren zu einem 16-m-Hügel kurz vor Mandal. Die Wellen waren noch unangenehm hoch, sicher über 1m und es schaukelte fürchterlich. Dazu biss kein Fisch an, ich konnte nicht mal stehen, weil es so schaukelte und im Knien fischen ist auch nicht bequem. So fuhren wir zur Ankerbucht, die wir auch schon kannten. Ein Holländer ankerte dort auch. Nach dem Ankermanöver gab‘s Teigwarensalat und danach einen fast wellenlosen Feriennachmittag mit Lesen, Faulenzen. Wir trockneten unsere Kuchenbude, der Windgenerator lieferte zwischendurch etwas Strom. So lässt es sich aushalten!


Flott unterwegs über den Skagerrak.

Ankerbucht Sånum - Thyborøn, sm.

Wetter: .

Skagerrak-Überquerung

Wir standen schon um 3 (drei!!) Uhr auf und hoben den Anker um 3.45 Uhr, denn wir wollten nach Dänemark. Es war schon hell, die Sonne aber noch nicht aufgegangen. Es war wunderbarer Segelwind, NW, und Regina fuhr schnell. Die Wellen waren allerdings auch bis zu 2m hoch und es schaukelte entsprechend. Nicht dass wir seekrank wurden, aber ein bisschen komisch fühlten wir uns anfangs schon (oder war‘s vom ungewohnten frühen Aufstehen??).
Der Autopilot steuerte meistens, wir konnten abwechselnd nochmals etwas Ausruhen. Es begegneten uns einige grosse Schiffe. Möwen flogen 40 sm vom Land entfernt und mehrere Delphine begleiteten uns eine Zeitlang. Die Luft war aber ziemlich frisch. Zu früh erreichten wir Thyborøn, der Strom kam uns noch entgegen und wir motorten die letzten Meilen gegen den Strom von 2 kn.
Wir wunderten uns über den stinkigen Gestank in dem Hafen! Wir spazierten durch das ausgestorbene Städtchen, die Sonne schien noch, es war zwar wärmer als bei unserem letzten Besuch 2008 mit dem "Seelöwen" im April, wo es stark regnete, aber die Stadt war kaum belebter.
Nach dem Spaghettiznacht und einer Dusche sanken wir in den Schlafsack.


Es gibt etwas Wind für den Gennaker.

Thyborøn - Hvide Sande, sm.

Wetter: .

Spi-Fall in Aktion

Am Morgen stank es noch mehr in unserem Boot, vor allem in der Achterkabine. Wir sahen uns die Batterien an: zwei Zellen kochten und gaben den fauligen Gestank ab!! Jetzt mussten wir Dest-Wasser nachfüllen und abwarten, bis die zwei defekten Teile abgekühlt waren. So warteten wir noch 1 Stunde, lösten dann aber die defekte Batterie vom Netz, und dann konnten wir losfahren.
Anfangs fuhren wir unter Motor, es hatte kaum Wind. Der kam erst gegen 14 Uhr. Wir setzten die Genua, machten alles für den Parasail parat, räumten die Schoten wieder weg, die schwere Segeltasche auch, denn der Wind war nicht genug achterlich. So lüfteten wir den Blister und kamen schon besser vorwärts. Der Wind drehte Richtung Vorwind, also: Blister runter und Parasail rauf. So waren wir beschäftigt!!
Der Parasail war nach dem Fall ins Meer noch am Balkon verwurstelt, also, Parasail runter in die Bugkabine, Balkon geordnet, Parasail wieder hoch. Jetzt stand er schön und wir fuhren damit eine prima Geschwindigkeit, bis zu 6 Knoten, als der Wind noch auffrischte. Vor Hvide Sande strichen wir die Segel und mit Diesel fuhren wir bis zum Hafen und in den Hafen. Der Gästesteg hatte noch einen schönen Platz, ein Holländer half uns beim Festmachen um 20.15 Uhr. Der Steg war vorher von den Möwen belagert gewesen, d.h. ziemlich verschissen!
Wir assen das vorbereitete Risotto, so war der Znacht schnell fertig. Eine Stunde zuvor hatte ich die Zwiebeln und den Reis angebraten, mit kochender Boullion aufgegossen und quellen lassen.
Wir machten noch einen Rundgang durchs Städtchen, schauten Schaufenster an und es wurde ziemlich spät.
Als es fast dunkel war kam noch ein Franzose mit einem alten Holzkahn, der bei uns längs festmachte.


Hvide Sande, wieder ein riesiger Fischerhafen, wieder ein Pausentag, weil der Wind und das Wetter nicht stimmt.

Hvide Sande - Hvide Sande, sm.

Wetter: .

Pausentag im Fischerhafen

Wir liessen uns am Morgen Zeit, mussten ja noch einkaufen, denn der Kühlschrank war ziemlich leer. Vor dem Frühstück füllte ich die Waschmaschine, danach den Tumbler. Wir kauften ein und plauderten noch mit den Franzosen. Jetzt merkten wir, dass es zum nächsten Hafen Luftlinie 30 sm wären und durchs Wasser aber 60! Und die Windrichtung stimmt auch nicht.
Toni hatte noch die Batteriebank repariert (Anschluss geändert, der Motor lädt nun wieder), es war schon gegen Mittag, zu spät für die lange Strecke. So beschlossen wir heute Pausetag zu machen. Wir spazierten nochmals durchs Städtchen zum Fischerhafen, nutzten das Internet in der Bäckerei, kamen gerade zurück als es zu regnen anfing. Im Boot hing noch die nicht ganz trockene Wäsche, die auch gar nicht so einfach trocken zu kriegen war. Wir machten uns einen gemütlichen Nachmittag und planten für den nächsten Tag.


Esbjerg, spannende besuchenswerte Stadt.

Hvide Sande - Esbjerg, sm.

Wetter: .

Segeltag im Nebel und Dunst

Wir standen früh auf, um 4 Uhr, damit wir früh mit dem Tidenstrom losfahren konnten. Nach der Ausfahrt unter Motor setzten wir am Ende der Bojenstrasse die Segel. Wir konnten den ganzen Tag schön segeln. Anfangs wars noch ziemlich neblig, später kam die Sonne hervor und es wurde richtig warm. Um 17 Uhr erreichten wir den Hafen von Esbjerg. Zwei ältere Herren halfen uns beim Festmachen am Schwimmsteg in der Box mit zwei riesigen Pfosten. Sie gaben uns sogar die Leine vom zweiten Pfosten, weil sie meinten, es wäre Sturm zu erwarten.
Wir tranken unseren Hafentrunk und zogen anschliessend los, das Städtchen anzuschauen. Zuerst ging es durch das Hafengebiet, ziemlich riesig und trostlos alles. Dann kam ein Supermarkt und später das Zentrum. In der Fussgängerzone nahm Toni den Laptop aus dem Rucksack, kaufte Internet-Minuten, um das aktuelle Wetter und die Mails zu sehen.
Wir kauften noch etwas im Laden, um einen 100 Kronenschein zu bekommen für die Hafengebühren. Im Yachtclubgebäude gaben uns die Frauen, die dort auf der Terrasse sassen, den Code für Dusche und WC und fürs Wlan. Eine Dusche hätten wir nötig, aber nach dem Znacht waren wir so müde, dass wir nur noch in den Schlafsack kriechen konnten, vielmehr, es war eigentlich viel zu warm für den Schlafsack!!


In Rømø: wir warten auf das richtige Wetter und lassen die Stürme vorbeibrausen.

Esbjerg - Rømø, sm.

Wetter: .

Segeln vor dem Sturm

Wir standen wieder um 4 Uhr auf, denn für Mittag war Sturm angesagt und wir wollten bis dann auf der Insel Rømø sein.
Der Strom spülte uns vom Hafen weg mit 2 Knoten und wir fuhren über 9 über Grund. Der Wind war auf 3-4 bf aufgefrischt, wir setzten beim Nordquadrant die Segel und segelten mit 6.5 – 8 Knoten nach Süden. So kamen wir gut voran. Als um 8.30 Uhr der Wind abnahm, musste der Motor nachhelfen, denn wir brauchten Speed, um den Hafen zu erreichen.
Es war diesig, die Sicht schlecht, die Bojen zwischen Sylt und Rømø mussten wir mit Radarhilfe und dem Feldstecher suchen.
Der Wind fing schon an zu drehen und zuzunehmen, als die Hafeneinfahrt in Sicht kam. Der Schwimmsteg beim Yachtclub schien uns nicht so günstig und wir fuhren zur Mole, obwohl uns einer gewunken hatte. Es war der Hafenmeister, der dann mit dem Auto uns nachgefahren war, um uns zu sagen, dass wir zum Yachtclub müssten und nicht an die Mole durften, die für grosse Schiffe reserviert war.
So machten wir am Schwimmsteg aussen mit seiner Hilfe fest. Für Regina brauchten wir 1 ½ Längen vom Steg. Nach Apéro und kleinem Zmittag gabs Siesta. Nach dem Kaffee spazierten wir ins Zentrum. Viele deutsche Touristen und Autos waren hier. Im Touristenbüro war Betrieb. Wir fanden ein Internetkaffee. Dort liessen wir uns nieder und den Regen vorbeiziehen. Der Wind hatte ziemlich aufgefrischt.
Zurück im Hafen verbesserten wir die Festmacher. Gerne hätten wir noch die Pufferleine anders platziert, aber bei diesem Starkwind war das gar nicht mehr möglich. Wir waren am Znacht, der Sturm brauste ums Boot, es kam noch ein holländisches Segelboot in den Hafen, das wir bei dem Lärm nicht einmal hörten.
Toni ging noch, um beim Festmachen zu helfen (der Skipper bemühte sich alleine, die Frau war schon unten verschwunden, beide wohl ziemlich fertig).
Es schaukelte ziemlich bei diesem Seitenwind bis 28 Knoten, die Nacht wird wohl nicht gerade ruhig sein.


Blick aufs Watt beim starken Wind.

Rømø - Rømø, sm.

Wetter: .

Sturm, abwettern im Hafen

Die Nacht war wirklich nicht ruhig. Regina krängte nach Backbord und drückte an den Steg, dass wir Angst um das Boot hatten. Alle Fender wurden optimiert gesetzt, aber mit jeder Böe krängte Regina noch etwas mehr und wir mussten die Fender etwas höher montieren. Zum Schlafen wanderte Toni in den Salon aus, bei dieser Schräglage war es nicht möglich, steuerbordseitig zu schlafen. Die Böen waren angesagt (Gale Warning deutsche Bucht).
Irgendwann nahm der Wind ab, es war nicht mehr so laut, und so konnten wir lange schlafen. Am Nachmittag machten wir wieder einen Spaziergang ins Cafe zum Internet, aber es regnete immer wieder, und es war unangenehm windig. Aber immerhin, heute gab es wieder einmal eine warme und lange Dusche und Haarwäsche. Zwischendurch schien kurz die Sonne, so war es unter der Kuchenbude angenehm warm, wenn es auch recht windig war.
Für die nächste Nacht war nochmals Near Gale aus SW und West angesagt, am Montag soll es etwas besser werden. Wir liehen uns beim Nachbarschiff einen nicht benützten Fender aus, um Regina noch etwas besser abzufendern.


Mittsommerfest beim Bootclub von Rømø mit der Verbrennung der Hexe im Hafenbecken.

Rømø - Rømø, sm.

Wetter: .

noch stürmischer

Diese Nacht war es noch schräger in der Regina, und auch lauter. Erst gegen den Morgen hin liess der Wind nach, und so schälten wir uns erst gegen 10 Uhr aus dem Schlafsack, Toni schlief wieder im Salon.
Nach dem Frühstück draussen in der Kuchenbude (die Sonne schien manchmal) bearbeitete Toni die Bilder, um sie dann am Nachmittag im Cafe ins Internet hochzuladen. Mittlerweile war es trocken und etwas wärmer, wenn auch immer noch sehr windig. Wir machten einen Spaziergang um den Golfplatz und die Feriensiedlungen von Rømø und kamen so rechtzeitig zum Fest des lokalen Segelclubs, an dessen Gästesteg wir liegen. Es wurde Bratwürste gebraten (Pölser), auf der Leeseite des Hafens eine Hexe verbrannt, ein Lied gesungen und einem Vortrag des Bürgermeisters gelauscht – Mittsommerfest.


Im Hafen von Helgoland.

Rømø - Helgoland, sm.

Wetter: .

Sehr lange Segelfahrt entlang der nordfriesischen Inseln

Der Wecker war auf 4.30 Uhr gestellt, wir aber schon um 4.00 Uhr wach, weil (wahrscheinlich) ein Stück Holz von der Hexenverbrennung ans Boot klopfte, regelmässig oder fast, mit jeder Welle. So standen wir auf und legten kurz nach 5 Uhr ab. Wegen des Stroms durften wir nicht früher ablegen. Die Sicht war besser als bei der Hinfahrt, aber wir hatten Wind gegen Strom, dazu bis zu 5 bf und es bauten sich fürchterliche Wellen auf. Dazu war‘s gar nicht tief, es war grauenhaft. Das Boot stampfte und blieb in den Wellen stecken, ging Wellental bergauf und bergab. Wie froh waren wir, die letzte Ansteuerungstonne von Rømø nach 1 ½ Stunden erreicht zu haben und die Segel setzen zu können.
Dann ging‘s vorwärts unter Segel. Es begegnete uns kein Schiff, wir waren ganz allein ohne Sicht ans Land, nachdem wir der Westküste von Sylt entlang gesegelt waren und Richtung Helgoland weiterfuhren. Nach einem langen Tag gingen wir erst um 19.15 Uhr ins Päckchen an einem holländischen Boot. Nach dem Spaghettiznacht kam nochmals ein Holländer mit einem riesigen Stahlboot zu uns an die Seite.


 

Das ist der Text in der Fusszeile.