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Atlantik 2016/17, Etappenlog

Logbuch Etappe 15:
Atlantik 2016, Kanarische Inseln

von Marina Lanzarote Arrecife nach Marina San Miguel 

(20.10.2016 - 07.11.2016), Anzahl Tageseinträge: 19

Nach einigen Tagen auf Lanzarote segelten wir mit Gast Carlo um die Kanarischen Inseln und entdeckten die Schönheiten der Inseln. Von Lanzarote (wegen dem Wetter mehrere Hafentage) und via Fuerteventura (ohne Besichtigungen) nach Gran Canaria (hier nur geankert und keine Besichtigungen) und weiter nach Tenerife. Die Inseln Lanzarote und Tenerife besichtigten wir mit dem Mietauto ausführlich.


Blick vom Castel San Gabriel (Historisches Museum) zur Stadt Arrecife und weiter in die Landschaft von Lanzarote

Marina Lanzarote Arrecife - Marina Lanzarote Arrecife, 0 sm.

Wetter: schön und warm, in der Nacht und am Morgen starker N, später sanft.

Heute durften die Velos wieder mal aus der Kiste. Wir fuhren auf dem Veloweg der Bucht entlang ins Städtchen. Weil es schon sehr später Vormittag war, heizte auch die Sonne schon so tüchtig ein. Durch die Fussgängerzone schoben wir die Velos und sahen uns die Herbstmode in den Schaufenstern an. Am alten Hafen gings über die Brücke zum alten Fort Castillo de San Gabriel, in dem ein Museum über die Geschichte von Arrecife eingerichtet ist. Das Gemäuer ist noch speziell und das Museum ist schön gemacht (ist allerdings nicht in der Museumsliste von Turismolanzarote enthalten).
Nach einer kleinen Mittagsrast auf einem schattigen Bänkchen gings wieder weiter durch das Städtchen. Die Badebucht ist noch weiter im Westen der Stadt. Sie ist nicht sehr tief und entsprechend war das Wasser sehr warm (geschätzte 25 Grad). Auch das lange Schwimmen brachte keine wirkliche Abkühlung, erfrischte aber trotzdem.
Nach einem kurzen Einkauf von frischen Lebensmitteln fuhren wir zurück zum Hafen. Es war schon wieder fast Abend. Schnell gingen wir noch ins Büro der Autovermietung, um für morgen ein Auto zu reservieren.


Die Vulkane im Schutzgebiet Montañas del Fuego Timanfaya im Süden von Lanzarote

Marina Lanzarote Arrecife - Marina Lanzarote Arrecife, 0 sm.

Wetter: schön, heiss, fast kein Wind.

Besuch der Feuerberge

Heute standen wir relativ früh auf, mit Wecker. Und noch vor 9 Uhr fuhren wir mit dem Mietauto, einem knallgelben Fiat 500, los. Wir verfuhren uns aber zweimal, beide Male in den Kreiseln zu früh abgebogen – aber im nächsten Kreisel konnten wir ja wieder zurückfahren.
Noch vor Türöffnung erreichten wir die Höhle Cueva de los Verdes: Die Höhle ist ein Tunnel in der Lavadecke, die sich beim Ausbruch des Vulkans Monte Corona gebildet hatte, und sie ist so gross, dass in früheren Zeiten gar die ganze Bevölkerung der Insel wegen den afrikanischen Eroberern hier Zuflucht fand. Es werden auch ab und zu Konzerte dargeboten, wegen der guten Akustik sicher sehr schön. Wir waren über eine Stunde im kühlen Dunkel, ein schönes und spezielles Erlebnis.
Gut 10 km weiter, oben am Berg auf über 400 m ü.M., besuchten wir die Aussichtsplattform Mirador del Rio. Es ein herrlicher Aussichtspunkt über das gesamte maritime Naturschutzgebiet des Chinijo-Archipels, in dem sich auch die schon besuchte Insel La Graciosa befindet. Die Anlage wurde vom einheimischen und offenbar berühmten Architekten César Manrique gestaltet, so wie er auch einige weitere touristische Höhepunkte auf der Insel erstellte.
Inzwischen war es schon wieder recht heiss geworden. Im Auto war es noch heisser. Wir fuhren zum Nationalpark Montañas del Fuego Timanfaya (Feuerberge, Vulkane). Schon die Anfahrt ging durch endlose Gesteinswüste (Lavagestein). Zuerst besuchten wir das Informationszentrum, das über die Entstehung der Vulkane und die Ausbrüche auf der Insel informiert. Die Vulkanausbrüche von 1730 und 1824 zerstörte weite Teile der Insel bzw. bedeckte sie mit Lava. Und die Vulkane sind noch aktiv, zumindest im Restaurant beim Parkplatz wird das demonstriert, wie die Hitze aus einem Loch genutzt wird. Beim Parkplatz konnten wir in einen Bus umsteigen, und die Informations- und Sightseeingfahrt ging eine Stunde lang durch die Kratergegend und mit spanischer, englischer und deutscher Erläuterungen gab es noch zusätzliche spannende Informationen. Auf dem sehr schmalen Strässchen ging es sehr steil runter und rauf, zwischendurch bei einer besonders schönen Sicht blieb der Bus stehen. Eine sehr instruktive Fahrt auf einer Achterbahn durch spannende Gebilde, welche aus Magma und Lava und Asche und Steine und sonst nichts besteht.
Die Rückfahrt war heiss, das kühlende Meer konnten wir nur sehen und zurück in Arrecife verfuhren wir uns noch mehrmals, denn es gibt fast nur Einbahnstrassen und einmal falsch gefahren ist es schwierig, wieder zum Ausgangspunkt zu kommen. Müde zurück im Hafengelände gaben wir das ziemlich staubige Auto wieder ab.


Elisabeth auf dem Starndweg zwischen Arrecife und Costa Teguise

Marina Lanzarote Arrecife - Marina Lanzarote Arrecife, 0 sm.

Wetter: schön, warm, später etwas Wolken, leichter Wind aus SW.

Kleine Velotour

Nach dem Frühstück machten wir ein Hafenmanöver: wir legten ab, drehten das Boot und legten mit dem Heck am Steg wieder an. Der Wind sollte laut Wetterprognose drehen und da es auch Regen geben wird, fanden wir es besser, wenn es uns nicht hinten ins Boot regnet, deshalb dieser Aufwand. Am Vormittag waren wir dann auf dem Boot mit verschiedenen Arbeiten beschäftigt: Ölnachfüllen, Wäsche auf- und wieder abhängen u.a.
Kurz vor dem Mittag pressierten wir zum Jachtshop. Toni hatte vorgestern kurz vor Ladenschluss ein Buch «gekauft», aber weil die Kasse schon zu war, noch nicht bezahlt. So geht das hier, bezahlt wird einfach übermorgen.
Wir plauderten noch mit dem Verkäufer. Später plauderten wir mit verschiedenen Stegnachbarn. Wenn wir näher am Durchgangssteg sind, kommen wir schneller mit den anderen Seglern ins Gespräch. Der Skipper vom Segelboot «Sophie» hatte uns schon in der Ankerbucht von La Graciosa gesehen, und jetzt schwärmte er von seiner Weltumsegelung mit dem ARC (hatten wir früher auch geplant), sodass wir schon fast Lust bekommen, auch durch den Panamakanal zu fahren und weiter…
Spät sattelten wir die Klappräder und fuhren noch zum Einkaufen, und dann nochmals los, der Küste entlang nach Norden zum Ferienort Costa Teguise. Dort genehmigten wir uns ein Glacé, um dann gegen den Wind wieder zurückzufahren.
Die Autofahrer sind sehr rücksichtsvoll den Velofahrern gegenüber, vielleicht weil hier nicht so viele Velos unterwegs sind, oder weil es Touristen in Mietautos sind, die Zeit haben? Leider hatten wir die Badesachen nicht dabei, es gab mehrere kleine Sandbuchten an der sonst felsigen Küste. Und überall waren noch Badegäste (sonst hätten wir auch ohne Badehose einen Schwumm machen können). Wir erreichten den Hafen, kurz bevor es dunkel wurde.
Ein französisches Boot war neben uns angekommen mit 3 Kindern an Bord und gegenüber liegt ein Schweizer Katamaran mit einem Baby, das schon gelernt hat auf den Tisch zu krabbeln.


Wolkenvehangende Vulkane hinter Arrecife

Marina Lanzarote Arrecife - Marina Lanzarote Arrecife, 0 sm.

Wetter: am Vormittag sonnig, am Nachmittag bewölkt, am Abend grau.

Gast auf Regina

Heute kam am Mittag Carlo, unser Gast, an, der uns die nächsten zwei Wochen begleiten wird. Nach dem Zmittag fuhren wir mit dem Velo zum Strand. Leider war gerade Niedrigwasser und die Bucht war noch flacher als beim letzten Mal. Es war möglich, überall zu stehen, aber wir konnten trotzdem schwimmen. Der Wind blies ziemlich heftig und entsprechend gab es Wellen, die aber auch nur klein waren.
Toni blieb auf dem Boot, wechselte die Kohlefilter unserer Wasserversorgung und wartete den Wassermacher. Hier braucht es morgen noch weitere Bearbeitung, zuerst müssen aber noch die richtigen Schrauben beschafft werden.
Der Tag verging wie im Flug, die von Zürich mitgebrachte Sonntagszeitung war am Abend noch ungelesen.
Abends zogen ziemlich dicke Wolken auf, es tröpfelte sanft, aber der angekündigte Regen blieb aus. Wahrscheinlich würde sich alle Insulaner sehr über Regen freuen, die ganze Insel ist extrem trocken, alles ist braun, bis auf die Palmen, die aber auch teilweise dürre Wedel haben. Nur dort, wo bewässert wird kann etwas wachsen und ist es auch etwas grüner. Allerdings ist der Wetterbericht nicht optimal für Segelferien, wieder einmal produziert ein fehlgeleitetes Tief den falschen Wind und wird in den nächsten Tagen Regen und Starkwind bringen.


Die Skulpturen von Taylor «Four horsemen of the apocalypse» versinken regelmässig im Rhythmus der Gezeiten (Bild von Carlo)

Marina Lanzarote Arrecife - Marina Lanzarote Arrecife, 0 sm.

Wetter: bewölkt und Sonne, südliche Winde, am Morgen und Abend Regen.

Museumstag

Gastbeitrag von Carlo.
Erst einen Tag an Bord der Regina und schon darf ich einen Gastbeitrag gestalten, in der noch langen Reihe von Berichten dieser speziellen Reise.
Dieser Tag mit Wind, immer noch aus der falschen Richtung, mit Regen und Sonnenschein, war gar nicht langweilig, weil Toni den Kohlenfilter fürs Trinkwasser nach einigen Anläufen erfolgreich auswechseln konnte, weil Elisabeth ein wundervolles vegetarisches Nachtessen mit diversen Kräutlein und viel Liebe auf den Tisch an Deck zauberte und weil ich einen Museumstag einschalten konnte.
Im Castillo San Gabriel wird das auf und ab in der Geschichte von Arrecife dargestellt. Im Castillo San José beherbergen die dicken Militärfestungsmauern jetzt eine friedliche Ausstellung von moderner Kunst u.a. auch vom Maler, Bildhauer, Architekt, Stadtplaner und Umweltschützer aus Lanzarote, César Manrique. Der Museumsraum geht über die alten Gemäuer hinaus ins Meer (siehe Bild). Die Skulpturen von Taylor «Four horsemen of the apocalypse» versinken regelmässig im Rhythmus der Gezeiten.


die Skyline von Teguise, der ehemaligen Hauptstadt von Lanzarote.

Marina Lanzarote Arrecife - Marina Lanzarote Arrecife, 0 sm.

Wetter: Am Morgen und Abend Regen, sonst bedeckt und windig.

die ehemalige Hauptstadt Teguise

Heute fuhren wir mit dem Linienbus nach Teguise. Dieses Städtchen ist eine der ältesten Städte auf der Insel. Sie war lange die grösste und reichste Stadt und bis 1852 die Hauptstadt. Wir schauten uns die alten Häuser an und besichtigten die engen Strassen und die grossen Plätze.
Danach machten wir noch einen Halt in Tahiche, um das Wohnhaus von César Manrique anzuschauen, in dem er bis 1988 lebte und arbeite. Es ist im Lavafeld gebaut und 5 vulkanische «Blasen» von etwa fünf Metern Durchmesser sind miteinander durch Tunnel verbunden und wurden als Aussenraum mit Sitzgelegenheiten eingerichtet, die nach oben offen sind. Es gibt auch grosse Fenster, Terrassen und der spezielle Garten sind wichtige Bestandteile der Anlage.
Der Künstler wollte mit der Natur und ihren jeweiligen Besonderheiten in Einklang leben. Das Haus ist jetzt ein Museum. César Manrique ist ein wichtiger Initiator für den relativ sanften Tourismus in Lanzarote und hat einige der Orte erstellt, die wir auch besucht haben.
Am Morgen regnete es noch, tagsüber war es bewölkt und windig. Und morgen bleibt es so, der Wind wird wegen dem Tief "Elisabeth" gar stärker (siehe Bericht von wetteronline.de).


Blick von Playa de las Coloradas nach Fuerteventura und Isla de los Lobos (Bild: Carlo)

Marina Lanzarote Arrecife - Marina Lanzarote Arrecife, 0 sm.

Wetter: stürmisch und zwischendurch Regenschauer.

Hafentag

Carlo reiste mit dem Bus in den Süden von Lanzarote, blickte zur Insel Fuerteventura hinüber und spürte den starken Wind und die brechenden Wellen an der Strandpromenade, erlebte so aber auch eine andere Sicht auf die Insel Lanzarote. Er besuchte auch den Ort, wo gerade das Unterwasser-Museum Museo Atlántico am Entstehen ist (siehe unten der Link zu einem Tagi-Artikel).
Elisabeth und ich waren wieder einmal mit Einkaufen beschäftigt, vor allem der Vorrat an Orangensaft und Apfelsaft wurde ergänzt. Das ist ganz schön schwer, aber mit dem Velo gerade noch tragbar. Ein anderer Ausflug von mir galt der Druckerei, die das neue Logbuch hergestellt hatte. Und miteinander besuchten wir noch das Castillo de San José, das 1979 von César Manrique zu einem Museum umgewandelt wurde. Dabei sahen wir auch die Figuren von Taylor, die zwei Tage zuvor Carlo schon dokumentiert hatte (siehe den Link am 24.10.2016).
Der stürmische Wind war nicht gerade ideal zum Velofahren, aber meist blieben wir trocken, und einmal waren wir im Laden, als es gerade herunterschüttete.
Natürlich verfolgten wir auch das Wetter bzw. den Verlauf des Sturmtiefs Elisabeth. Wir entschieden uns, morgen mal loszufahren und den Hafen zu wechseln, auch wenn das Wetter noch nicht ideal ist, weit wird es aber nicht sein.


Segeln entlang der Küste von Lanzarote, ein anderes Schiff segelt nordwärts

Marina Lanzarote Arrecife - Puerto Calero, 10 sm.

Wetter: bewölkt, S2-SE3.

Hafenwechsel

Wir hatten Lust auf Tapeten- bzw. Hafenwechsel. Der Wind kam zwar immer noch von Süden, aber wir beschlossen los zu segeln. Im nächsten Hafen auf Lanzarote, im Hafen Calero, hatten wir einen Platz reservieren lassen.
Es wurde fast Mittag, bis wir loskamen. Zuerst mussten wir ins Hafenbüro, um zu bezahlen, dann sagten wir den Bekannten am Steg Adieu und schliesslich lösten wir die Leinen.
Es wurde wider Erwarten ein schöner Segeltag. Wir segelten bei 2-3 bf erst Am-Wind, dann mit Halbwind bis Puerto Calero. Dort wurde uns ein Platz zugewiesen und wir waren schon am Nachmittag wieder fest am Steg.
Carlo und ich suchten einen Badestrand, aber an dieser felsigen Küste ist es eher schwierig: bei der Leiter in Hafennähe war das Wasser nicht sauber und weiter in einer felsigen Bucht waren mir die Wellen zu hoch und zu viele Steine im Weg. Carlo war kurz im Meer, ausserhalb der Brecherwellen konnte er auch schwimmen. Ich erinnerte mich an den portugiesischen Strandmeister und getraute mich nicht wirklich ins Tiefe. Hier war allerdings gar keine Strandüberwachung. Es war ein heisser Nachmittag. Aber später zogen Wolken auf und es wurde früh dunkel.


Die Hafenpromenade von Puerto Calero mit den vielen Restaurants

Puerto Calero - Puerto Calero, 0 sm.

Wetter: windlos, sonnig und heiss.

schon wieder Hafentag mangels Wind

Für heute war Nullwind und Regen angesagt. So beschlossen wir, im Hafen zu bleiben. Das mit dem Nullwind traf dann zu, aber es regnete nur 3 Tröpfchen am späten Nachmittag und sonst war es heiss.
Wir ruhten aus, d.h. unser Gast war so müde, dass er nach dem Zmorge gleich wieder für ein paar Stunden in der Koje verschwand.
Die Sonntagszeitung konnte endlich fertig gelesen werden (zumindest von Elisabeth), die Gummidichtungen der meist geöffneten Fenster wurden geputzt und neu gefettet, die Weiterreise geplant und so wurde es schnell später Nachmittag.
Diesmal liefen wir zur nördlichen Seite der Marina und dort fanden wir eine Stelle, wo wir problemlos ins Meer kamen. Die Brandung war mit dem wenigen Wind auch zahm und Carlo schaute sich die Fische an und ich konnte mit den Flossen schnell über die Wellen und Steine ins Tiefe schwimmen.
Abends gab es noch einen Hafenrundgang mit Bootssightseeing.


Gennaker-Manöver, unterwegs an der Küste von Fuerteventura (Bild: Carlo)

Puerto Calero - Gran Tarajal, 57 sm.

Wetter: meist sonnig, zuerst SW2-3, später N5 und NE2-3.

Verschiedene Winde, viele Segelmanöver

Der Wecker weckte uns, als es noch dunkel war und wir legten ab, als es hell wurde. Angesagt war nur sehr wenig Wind, aber wir müssen weiter …
Doch welch angenehme Überraschung: die Windprognose stimmte nicht, es hatte 3 bf, allerdings von Südwest, anstatt ganz wenig Nordost. Schnell die Segel raus und los. Aber der Wind war sehr unbeständig und drehte ständig, es kam WSW, dann NW, N, NE, NNE, und wieder zurück, bis wir am Schluss SW-Wind hatten. So wurden der Motor 5x an- und ausgeschaltet, die Segel ein- und ausgerollt, der Blister gesetzt und wieder geborgen, wir waren bis am Nachmittag nur damit beschäftigt. Immerhin, wir hatten am Schluss mehr Segel- als Motormeilen.
Am späten Nachmittag war eine Gruppe Wale zusehen, doch nur von Ferne und nur mit dem Feldstecher. Im Wind war die Temperatur angenehm, im Schatten der Segel war es nicht heiss.
Die Anmeldung im Hafen war langwierig, bis alle Formulare ausgefüllt waren dauerte es. Dazwischen wurde der Hafenmeister immer wieder unterbrochen und wir durften warten. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, gingen wir ins nahe Städtchen und blieben dort zum Znacht. Wir sassen draussen im T-Shirt und kurzen Hosen und es war angenehm. Das Essen war sehr fein und die flambierte Banane wurde vor unseren Augen zubereitet.
Zurück an Bord hatten wir noch 24 Grad im Boot, draussen waren es noch 22 (um 22.15 Uhr).


Null Wind vor Fuerteventura

Gran Tarajal - Puertito de la Luz, 31 sm.

Wetter: sonnig, N1-2, zwischendurch NW3-4.

In der Flaute zum Ankern

Der Hafenmeister hatte sich gestern gewundert, dass wir nur eine Nacht bleiben wollten. Anscheinend bleiben die anderen länger. So legten wir als einziges Boot am Morgen ab.
Das Wasser war flach und der Wind schlief noch, als wir losfuhren. Aber nach 6 sm kam plötzlich der Wind und gleich mit 3-4 bf und wir konnten segeln. Allerdings dauerte das Vergnügen nur eine Stunde, dann war wieder Flaute. Wir fuhren der Küste entlang mit Blick auf die kahle Berglandschaft. Zwischendurch kamen Feriensiedlungen und riesige Hotelkomplexe. Schon gestern sahen wir zwei Mal plötzlich viel Grün. Bei genauerem Hinsehen sah man einen Golfplatz!! Wahrscheinlich brauchen die eine eigene Entsalzungsanlage, um den Rasen grün zu halten. Wir sahen uns den Hafen Morro Jable an, aber wir beschlossen, noch etwas weiter zu fahren und dann zu ankern.
Nachdem der Anker bei der Landzunge Punta Jandia (vor der kleinen Siedlung Puertito de la Luz) fest im Sand war, schwamm die Crew zur Erfrischung im 24-grädigen Wasser, und um den Anker zu kontrollieren. Er war tief eingegraben und sicher für die Nacht.
Anschliessend machte unser Wassermacher 2 Stunden lang brav Wasser, wie man es von ihm erwartet. Wir erholten uns und genossen die Ruhe, wenn auch der Windgenerator etwas ratterte.


Im Hafengelände von Las Palmas im Ankerfeld, Blick vom Boot aus in die Stadt

Puertito de la Luz - Las Palmas Anker, 58 sm.

Wetter: NE2, manchmal NE3, sonnig.

«Norwegisch» Segeln

Wir standen früh auf, frühstückten im Dunkeln im Cockpit und konnten dank unserer neuen Lämpchen auch den Tisch beleuchten.
Nach dem Ankerheben mussten wir erst unter Motor fahren, konnten dann aber bald die Segel setzen. Doch schon vor dem Mittag war der Wind wieder schwächer. So segelten wir mal «norwegisch» (das machen wir sonst nie!!). Das geht so: die Segel bleiben stehen und der vorhandene Wind wird genutzt, und der Motor unterstützt - allerdings flatterten bei uns die Segel nicht. Wenn man eine weite Strecke vor sich hat, kann nicht mit Schwachwind herumgebummelt werden.
Der Himmel war teilweise bedeckt, so war es nicht so extrem heiss. Wir freuten uns, als die Insel Gran Canaria im Dunst auftauchte. Zwei andere Segelboote fuhren die gleich Strecke wie wir. Das Überqueren der grossen Seestrasse zwischen den beiden Inseln war problemlos, es war kein Frachter oder Tanker zu sehen.
Am Nachmittag wurde der Wind stärker (immer noch 2bf Halbwind von N), wir stellten den Motor ab und konnten mit etwas mehr als 5 kn bis zur Hafeneinfahrt von Las Palmas segeln. Dieser Hafen ist ein klassischer Hochseehafen mit vielen Container- und anderen Frachter, und viele dieser grossen Schiffe liegen vor dem Hafen vor Anker.
Nun, in der Marina war es schnell klar: es hat keinen Platz, das ARC-Ralley besetzte alle Plätze. So suchten wir uns auch vor dem Hafen einen Ankerplatz, wenigstens haben wir hier keinen Atlantikschwell, wenn auch vorüberfahrende Schiffe kurz Wellen produzieren.


Segeln entlang der Ostküste von Gran Canaria

Las Palmas Anker - Puerto Anfi del Mar, Anker, 45 sm.

Wetter: schön, wenig Wind aus N.

volle Häfen, aber genug Wind zum Segeln

Wiederum Frühstück im Dunkeln im Cockpit, mit Sicht zur nicht mehr so lauten Stadt und zum Container-Terminal des Hafens, und die dunklen Schemen der anderen Segelboote um uns herum. Bis zur Abfahrt wurde es aber hell. Wir schlängelten uns um die vielen geankerten Frachter und Tanker und suchten uns den Weg nach Süden. Irgendwann wurde der Wind stärker und wir konnten segeln. Diesmal war es etwas anregender, wir segelten der Küste entlang und konnten die verschiedenen (Touristen-)Städte, den Flughafen von Gran Canaria und viele Windanlagen sehen. Bald hatten wir auch den richtigen Wind, um mit dem Gennaker zu segeln, teilweise waren wir so bis mit 7 kn unterwegs.
Im Süden der Insel umrundeten wir Pta de Maspalomas, ein Ferienresort mit einer riesigen Sanddüne dem Meer entlang. Und dann folgten einige weitere Ferienresorts bis zur Bucht zwischen Puerto de Arguineguín und Puerto Anfi del Mar, bebaut mit riesigen Hotels und abgeschlossen fast wie in einem Amphitheater. Hier liegen wir nun vor Anker, badeten im klaren blauen Wasser und überlegen uns und planen die Weiterfahrt für morgen, die lange Passage nach Tenerife.


herrliches und gemütliches Segeln, Elisabeth unterwegs zwischen Gran Canaria und Tenerife (Bild: Carlo)

Puerto Anfi del Mar, Anker - Marina San Miguel, 58 sm.

Wetter: schön, zuerst kein Wind, dann NE4.

Herrliches Segeln mit Speed

Wir hoben im Dunkeln den Anker und fuhren im Dunkeln noch eine Stunde mit dem Motor. Dann kam der Wind mit 4 bf und Regina nahm schnelle Fahrt auf. Der Speed war zwischen 7 und 8 Knoten. So waren wir sehr schnell, und früh war der höchste Berg, der Teide von Teneriffa in Sicht. Wir legten uns abwechselnd nochmals hin und bis der Skipper ausgeschlafen hatte, war es schon fast Mittag und die Insel sehr gut zu sehen. Die letzten Wochen hatten wir meistens Schwachwind, doch heute lief es wirklich gut und es war Segeln vom Feinsten.
Ausser Wellen war nichts zu sehen, weder Delphin, noch Wale, noch Frachter, nur ein Segelboot kam uns entgegen.
Früh, am frühen Nachmittag waren wir im Hafen und konnten am Meldesteg den letzten Platz belegen. Der Hafenmeister war im Stress wegen der vielen Boote. Aber immerhin, wir konnten hier bleiben. Kurz vor dem Eindunkeln konnten wir noch den Platz wechseln und mit Mooringleinen am Quai rückwärts parkieren.


In der Bar im Hafen San Miguel, Elisabeth und Toni auf dem Internet

Marina San Miguel - Marina San Miguel, 0 sm.

Wetter: bewölkt, Wind von SW.

Segeln im Internet (-Zeitalter)

Gastbeitrag von Carlo
Auf dem Bild surfen Elisabeth und Toni im sicheren Hafen von San Miguel im Kaffee «La Torre» hier auf Teneriffa, im Internet. Endlich haben sie eine Internet-Verbindung gefunden, die funktioniert.
Segeln in der Natur, pur, gibt es heutzutage kaum noch.
Auch an Bord der Regina gibt es viele elektronische Geräte, die mich als Laien zum Staunen bringen.
Der Sextant hat ausgedient und der Kompass wird wohl bald auch nur noch ein interessantes Designerstück sein. Der Kurs des Schiffes ist auf einer übersichtlichen Seekarte mit allen Details auf einem Bildschirm zu sehen. Auch andere Schiffe sind darauf zu erkennen, mit Namensangabe, Grösse, Geschwindigkeit usw. Als weitere Hilfe gibt es auch eine Radaranlage. Aktuelle Meldungen werden laufend vom VHF-Funk übertragen, akustisch nach verschiedener Dringlichkeit gekennzeichnet.
Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Geschwindigkeit des Schiffes (in Knoten) sind laufend auf Anzeigen ersichtlich. Ebenso die Wassertiefe (war hier auch schon gegen 3000 Meter, dann wird es aber nicht mehr angezeigt).
Elektronische Systeme wie GPS, AIS, Seekartenplotter, Navtex, Satellitentelefon oder auch das normale Handy helfen mit für eine sichere Fahrt. Und vor allem auch die Erfahrung und das Wissen von Toni und Elisabeth. Surf sei Dank.


El Teide, der Vulkan und das Naturschutzgebiet (auch UNESCO) auf der Insel Tenerife

Marina San Miguel - Marina San Miguel, 0 sm.

Wetter: meist schön, in der Höhe Nebel, wenig Wind.

Mit dem Mietauto auf die Vulkane

Das Mietauto war sehr pünktlich, aber leider das falsche (das geplante kleine Auto wurde nicht zurückgebracht), wahrscheinlich aber das einzige mögliche, da zur Zeit Hochsaison ist. Unser Ziel war ursprünglich ein Besuch der Anaga-Halbinsel im Norden mit der Panoramastrasse und eine kleine Wanderung dort.
Unterwegs ging es durch Güimar, die Suche nach der besuchenswerten Pyramiden war erfolglos, wir haben sie nicht gefunden. Die Weiterfahrt ging nach La Laguna, die Stadt (UNESCO-Welterbe) hat uns sehr gut gefallen, wir könnten hier einen ganzen Tag verbringen. Aber es ging weiter nach Puerta de la Cruz auf der Panoramastrasse. Das Schwimmen in geschütztem Felsenbecken zur Erfrischung war speziell, anschliessend spazierten wir durch die Touristen-Innenstadt. Weiter fuhren wir durch Orotava (ohne Halt) direkt auf der steilen Strasse zum Nationalpark El Teide mit mehreren Panaroma- und Fotohalts unterwegs mit Blick unter den Wolken hindurch zur Küste hinunter.
Wir besuchten als Erstes das Besucherzentrum. Dort gab es einen spannenden Film über die Entstehung der Insel und den verschiedenen Vulkanen von Tenerife. Anschliessend ging es weiter (immer wieder unterbrochen durch einen Foto-Halt) über die Strasse durch Las Cañadas, die Sand und Lava-Felder auf über 2000m Höhe, und zu den «Los Roques», den eigenartigen Lavaformationen. Den Gipfel selber konnten wir nie sehen, da er immer in Wolken steckte.
Äusserst spannend war der Ausflug in die Berge und auch in die geologische Geschichte und die Natur von Tenerife. Beim höchsten Punkt der Strasse (ca. 2300m) zeigte das Aussenthermometer des Autos nur noch gerade 8° C an und draussen im Wind waren wir froh um Faserpelz und Windjacke. All die Höhenmeter wieder runtergefahren, so sind wir erst bei Dunkelheit im Hafen eingetroffen. Hier hatte es wieder 22 °C um 20 Uhr.


Blick auf Garachico an der Westküste hinunter. Dieses Dörfchen wurde beim letzten Lava-Ausbruch (ca. 17. Jdt.) völlig zerstört.

Marina San Miguel - Marina San Miguel, 0 sm.

Wetter: Meist schön, grausamer Regenguss.

Nochmals mit dem Mietauto rund Tenerife

Wir fuhren heute an die Süd-Westküste (ohne Besichtigung der Touristenburgen Playa de Las Americas und Los Christianos) und schauten mit einem Fotohalt die Felsenküste bei Los Gigantes an, fuhren weiter über Santiago de Teide und Foque de Garachico mit der phantastischen Aussicht von der Bergstrasse hinunter zur Küste. Nach der sehr steilen Abfahrt lud der schwarze Lavastrand in Garachico zum Schwimmen ein.
Wir wollten noch die Nordspitze der Insel besichtigen. Dann kam ein heftiges Gewitter. Die Autos auf der Autobahn fuhren nur noch Schritttempo. Der Regen und sogar Hagel prasselten auf die Windschutzscheibe. So beschlossen wir, auf die Fahrt auf der Panoramastrasse der Anaga-Berge zu verzichten und zurück zu fahren. Teilweise kamen Bäche die Felsabhänge herunter und sogar Steine fielen auf die Autobahn. Weiter südlich war der Spuk vorbei und im Hafen hatte es gar nie geregnet.


Blick vom Hafen San Miguel in die Berge, rechts in den Wolken wäre der Teide.

Marina San Miguel - Marina San Miguel, 0 sm.

Wetter: meist schön, einmal ein paar Regentropfen.

Aufräumen und putzen, neue Crew kommt

Wir blieben heute im Hafen, räumten das Boot auf und putzten und wuschen. Am Abend kamen Michael und Christian an. Toni ärgerte sich mit dem Update der Seekarten herum, das Internet war mangelhaft und das herunterladen der Daten war schwierig.
Carlo nahm ein Bad an der Felsbucht und spazierte auf die andere Seite der Bucht. Der Tag verging wie im Flug und es war gar keine Zeit zum Nichtstun.


In Santa Cruz de Tenerife: viele der engen Altstadtgassen sind mit einem dichten Blätterdach überdeckt

Marina San Miguel - Marina San Miguel, 0 sm.

Wetter: meist schön, in den Bergen Wolken und Regen, am Nachmittag und Abend starker NE.

Santa Cruz, Stadtbetrieb

Wir hatten nochmals das Mietauto und fuhren zu fünft nach Santa Cruz in die Hauptstadt von Teneriffa. Das Parkieren im engen Parkhaus war ziemlich speziell (für nicht parkhausgewohnte Autofahrer wie uns). Den Ticketautomat zu finden war auch nicht so einfach.
Wir gingen und fuhren zu allen vorhanden Yachtshops, auch bis zum Fischerhafen hinaus, aber keiner konnte uns die elektronische Karte von Afrika (mit Cabo Verde) verkaufen. So werden wir eben mit der Papierkarte fahren, so wie früher.
Die Innenstadt ist hübsch, mit verschiedenen Parks und schönen Häusern und Fussgängerzonen, aber mit vielen Autos und viel Betrieb und Lärm in der Stadt. Auf verschiedenen Wegen erkundeten wir die Innenstadt und trafen uns am Nachmittag in der Markthalle. Leider blieb für uns gar nicht so viel Zeit für die Besichtigung, bis wir alle Geschäfte abgeklappert hatten. Zum Schluss bei der Heimfahrt kamen wir noch beim Laden vorbei, der auch Fischerausrüstung hatte, und Elisabeth erstand eine Schleppleine.
Das Hotel von Carlo in Los Cristianos zu finden war auch nicht einfach, und schlussendlich steckten wir auf der Autobahn im Stau. Als wir zum Hafen zurückkamen, war es schon wieder dunkel, und wir müde vom Unterwegssein in der Stadt und vom Autofahren.


 


Zu den Etappen der Abschnitte Atlantikküste 2016, Atlantikpassagen 2016, Karibik 2017, Atlantikpassagen 2017, Atlantikküste 2017.

 

Das ist der Text in der Fusszeile.