im Blickfeld: Segel-Blog Atlantik/Portugal 2019


Logbuch Etappe 4:
Normandie, Kanalinseln und Nord-Bretagne

von Yarmouth nach Brest 

(03.07.2019 - 16.07.2019), Anzahl Tageseinträge: 14

Von England überquerten wir den Engl. Kanal zur Normandie (Cherbourg) und besuchten die Kanalinseln (Alderney, Sark, Guernsey und Jersey, an der Boje oder unter Anker). Wir fuhren in Frankreich den Fluss hinauf nach Tréguier, segelten entlang der nordbretonischen Küste via Roscoff nach Brest, immer schön auf den Wetter- und Windbericht ausgerichtet.


Die Needles der Insel of Wight im Morgengrauen bei der Vorbeifahrt.

Mittwoch, 03.07.2019 Yarmouth - Cherbourg, 68 sm.
Wetter: schön, NE2-5.

Von den Needles nach Frankreich

Nachts frischte der Wind auf und die Wellen schüttelten Regina und waren in der Bugkabine gut zu hören. So schliefen wir nicht so super, aber schlafen können wir ja wieder im Winter…..
Der Wecker klingelte früh und wir lösten die Bojenleine, als es dämmerte. Morgenessen gabs dann unterwegs. Gleich ausserhalb des Bojenfelds konnten die Segel gesetzt werden. Es ging uns aber zu langsam bei dem schwachen Wind von achtern, bei den Needles mussten wir gar kurz den Motor verwenden. Später musste der Gennaker wieder mal aus der Kiste geholt werden. Von jetzt an fuhren wir immer schneller, der Strom unterstütze uns und der Wind nahm immer mehr zu. Als wir zur Seestrasse kamen, wurde der Gennaker wieder geborgen, denn die Genua brachte uns jetzt auch schnell genug vorwärts. Es waren nicht sehr viele Frachter unterwegs, wir mussten nur einem ausweichen, auch fürs Ausweichen sind wir flexibler ohne Gennaker.
Im Englischen Kanal wurden wir mit dem starken Tidenstrom konfrontiert. Zuerst wurden wir nach Osten abgedrängt, anschliessend spülte es uns nach Westen, am Schluss hatten wir gar einen Stromabdrift von 40 Grad gegenüber dem Kurs durchs Wasser. Trotzdem erreichten wir bereits gegen 16 Uhr unser Ziel, denn dank dem starken Wind waren wir trotz Abdrift (die kann man im Voraus abschätzen) sehr schnell. Leider war der Hafen von Cherbourg schon ziemlich ausgebucht, aber wir fanden noch einen Platz am Kopf des Stegs.
Am Abend, wir waren an der Planung und am Rechnen für den nächsten Tag, kam die Cruising Swiss, fand aber nur noch einen Platz am Steg ohne Landzugang.


Markttag in Cherbourg

Donnerstag, 04.07.2019 Cherbourg - Braye Harbour (Alderney), 25 sm.
Wetter: schön, NE4-5.

Stromsegeln nach Alderney

Der Strom nach West setzte erst nach 13 Uhr ein, vorher hatte es starken Gegenstrom. So nahmen wir uns Zeit für einen Spaziergang durch Cherbourg und zum Einkaufen im grossen Carrefour-Zentrum und auf dem Markt.
Bei starkem auflandigem Wind legten wir ab und konnten mit raumem Wind Richtung West segeln (nur mit Genua). Sobald wir den riesigen Vorhafen von Cherburg verliessen, konnten wir mit dem Strom reisen, teilweise hatten wir fast 5 kn Strom, wir fuhren also doppelt so schnell als wir durchs Wasser segelten (mehr als 10 kn über Grund). Wir mussten aufpassen, dass wir nicht den Strom Richtung Jersey trafen, sondern jenen nach Guernsey und Alderney, entsprechend mussten wir stark vorhalten, unsere Abtrift betrug wieder gegen 30 Grad.
Im «Hafen» von Alderney, Harbour Braye, hatte es keine Stege, sondern Bojen oder Ankergrund. Wir machten an einer der vielen Bojen fest (es hatte etwa 15 Segel- und Motorboote, die schon hier waren). Wir wasserten das Dinghi bzw. mussten es erst einmal aufpumpen. Der Aussenborder lief schnell an (überraschend schnell nach der langen Betriebspause), allerdings lief er nicht zuverlässig und stellte bald wieder ab. Wir beschlossen, heute auf dem Schiff zu bleiben und erst morgen zur Pier zu fahren, wenn es weniger windet und wir im Notfall rudernd zurück zum Schiff könnten.
Gegen den späten Abend stellte der Wind fast vollständig ab, und auch der Schwell war nur mehr sehr schwach spürbar.

Links für weitere Informationen:
Tourist-Info Alderney


Sightseeing in St. Anne, Alderney

Freitag, 05.07.2019 Braye Harbour (Alderney) - Sark (Anker), 24 sm.
Wetter: schön, N3.

Besuch Alderney und Papageientaucher

Nach der angenehmen und ruhigen Nacht an der Boje fuhren wir zur Mole, wo es beim Fährenpier extra einen Dinghischwimmsteg hatte. Wir wanderten in die Hauptstadt der Insel (St. Anne) hinauf und spazierten durch die Einkaufsstrasse Victoria Street. Mit Umwegen durch das Städtchen erreichten wir dann ein Café. Anschliessend ging es wieder auf weiteren Umwegen zurück zur Mole und zum Schiff.
Nach dem Mittag waren die Gezeitenströme so, dass wir sie auch nutzen konnten, wir waren auch froh darum, denn es hatte praktisch keinen Wind und wir mussten den grössten Teil der Strecke motoren. Aber immerhin konnten wir recht nahe an eine Insel mit einer Puffin-Kolonie (Puffin = Papageientaucher) fahren und sahen viele der Vögel in unserer Nähe schwimmen (und abtauchen).
In Sark wollten wir eigentlich an einer Boje liegen, aber alle Bojen waren bereits besetzt. Zum Glück hatte es gleich nebenan einen schönen Ankerplatz. Hier waren wir zwar auch nicht allein, aber es hatte genügend Platz. Bis zum Sonnenuntergang blieben wir im Cockpit, und kurz vor dem Eindunkeln machte Elisabeth noch einen Fischer-Versuch.


Auf Sark, tief unten ist unsere Ankerbucht.

Samstag, 06.07.2019 Sark - St. Peter Port, Havelet Bay Anker, Guernsey, 8 sm.
Wetter: schön, NW1-2, am Abend WNW4.

Insel Hopping: Sark und Guernsey

Segelmässig sollte es heute nicht weit gehen, so hatten wir am Morgen Zeit, mit dem Dinghi nach Sark zu fahren. Wir warteten, bis wir den höchsten Punkt der Flut hatten, so mussten wir das Dingi am Strand nicht mehr weiter hinauftragen (ist wesentlich, hier hat es 9 m Gezeitenunterschied). Und nachher ging es abenteuerlich vom Strand einen steilen Weg mit Treppen und Seilsicherung zum Übergang zwischen Sark und Little Sark hinauf. Hier hatten wir immerhin einen schönen Überblick über die Bucht und die geankerten Schiffe.
Zuerst spazierten wir Richtung Little Sark und schauten auf die Südküste. Hohe Hecken säumten den staubigen Weg, gedacht als Windschutz. Aber heute brauchte es keinen Windschutz und es wurde ziemlich heiss. Wir gingen zurück zur Hauptinsel. Weil heute ein Musikfestival stattfinden wird, kamen uns sehr viele Leute entgegen. In einem Restaurant wollten wir einen Espresso trinken, aber es gab nur Filterkaffee. Und wir mussten unsere letzten englischen Pounds zusammenkratzen (wir wollten kein Retourgeld von Sark, weil es nur auf Guernsey und hier gültig ist) und der Skipper musste auf das Kuchenstück verzichten, denn mit der Kreditkarte konnte hier nicht gezahlt werden.
Zurück auf dem Boot nahmen wir das Dinghi aufs Vordeck und hoben den Anker und fuhren zur Ankerbucht nach St. Peter Port. Denn in den Hafen zu fahren war nicht möglich, zu wenig Wasser über dem Süll. Wir wasserten wieder das Dinghi, fuhren zum Strand und stapften durch die Algen und zogen das Dinghi, die Räder waren montiert, die Rampe hinauf.
Im Städtchen waren die Geschäfte schon geschlossen. Das Städtchen war hübsch, aber nichts Besonderes, und viele schöne Blumen verzierten sowohl die Häuser als auch die Strasse.
Als wir zurückwollten, war die Flut am Zurückkommen, wir hatten das Schlauchboot schnell wieder im Wasser und ruderten zurück, denn den Motor hatten wir diesmal nicht dabei.


Sightseeing in St. Peter Port auf Guernsey

Sonntag, 07.07.2019 Guernsey - St. Helier, Jersey, 30 sm.
Wetter: schön, teilweise bewölkt und dichter Seenebel, N2-3.

Nachteinfahrt in St. Helier

Die Ankernacht war ruhig. Als wir es uns am Vormittag auf dem Boot gemütlich machen wollten, gegen den Strom zu fahren macht ja keinen Sinn, kam ein Arbeiterboot, um uns wegzuscheuchen, weil ein grosser Kabelleger in die Ankerbucht wollte. Alle anderen Segelboote hoben ihre Anker und flüchteten. Wir wollten nicht in die Marina mit dem hohen Süll, um flexibel zu sein, so fuhren wir zur südlichen Ankerbucht Moulin Huet. Es gab einen halben Ferientag! Zeit zum Lesen und auch Zeit um den Rest des heutigen und den nächsten Tag zu planen. So einfach ist es hier nicht im Tidengebiet.
Erst gegen den Abend hatten wir ungefähr den Strom, den wir für die Fahrt nach Jersey brauchten. Aber der Wind war natürlich schwach und sehr raum, wieder einmal nicht zum Segeln. Plötzlich sahen wir die Schiffe um uns nicht mehr, den Kabelleger sahen wir vorher, kaum eine halbe Meile neben uns. Und so steckten wir auch im dicken Nebel. Mit dem Radar und dem AIS tasteten wir uns durch den Nebel, einen Frachter sahen wir auf dem AIS und hörten sein Nebelhorn, aber sehen konnten wir ihn nicht. Nach etwa einer Stunde war der Spuk vorbei und wir sahen das Segelboot, das wir vorher nur auf dem Radar sehen konnten.
In St. Hellier erwarteten wir eine ziemliche Menge von Booten, der Wartesteg vor dem Süll war teilweise 3fach belegt. Aber wir konnten reinfahren, es hatte bereits genügend Wasser. Und wir fanden sogar einen Platz am Steg, am optimalen Standort ganz zuvorderst. Mittlerweile war es dunkel geworden, gegessen hatten wir unterwegs. Hafenmeisterbesuch und Sightseeing ist für Morgen vorgesehen.


Sightseeing in St. Hellier auf Jersey

Montag, 08.07.2019 St. Helier - Tréguier, 59 sm.
Wetter: sonnig, NNE 2-3, kurz NE5.

Fahrt zurück nach Frankreich

Am Vormittag besuchten wir die Stadt St. Helier. Die Geschäfte machten gerade auf. Erst um 13 Uhr konnten wir die Leinen lösen. Und weil die Insel steuerfrei ist, wollten wir noch unseren Dieseltank füllen. Leider klappte das nicht wie geplant. Bei der ersten Tanksäule tröpfelte der Diesel nur aus dem Schlauch und bei der zweiten kam etwas mehr, aber nach 50 Litern und viel verplemperten Zeit war unsere Geduld zu Ende. Wir fuhren mit 45 Minuten Verspätung los.
Heute war Arbeiten beim Segeln angesagt: erst den Parasailor mit seinen Doppelschoten montiert, dann wieder runter damit, und die Genua raus. Dann Genua wieder rein und den Blister aus der Kiste und schlussendlich Butterfly mit Genua 3. Reff. Dazwischen fuhren wir unter Motor.
Um 21.38 Uhr (englische Zeit) konnte dann der Motor abgestellt werden, nachdem wir den Fluss mit der richtigen Strömung bis zum Hafen Tréguier gefahren waren. Wir sahen noch den Sonnenuntergang, assen das unterwegs gekochte Pilaw und fielen gegen Mitternacht todmüde in die Kojen.


uralte Fachwerkhäuser und bretonische Granithäuser in Tréguier

Dienstag, 09.07.2019 Tréguier - Trébeurden (Anker bei Île Molène), 30 sm.
Wetter: schön, NE2-3, später NE4.

Parasailor-Segeln vom Feinsten in der Nordbretagne

Heute mussten wir wieder nach MEZ aufstehen, d.h. eine Stunde früher als in England. Wir wollten noch das hübsche Städtchen Tréguier besuchen. Die Stadt mit ihren alten Steinhäusern und Riegelbauten, die sehr typisch für die Bretagne sind, ist wirklich sehenswert.
Am Mittag fuhren wir mit dem Ebbstrom wieder den Fluss abwärts. Die erste Stunde gings dann draussen unter Genua, dann waren Wind, Wellen und Wetter günstig für den Parasailor, unseren Spinnaker. Diesmal konnte er 3 Stunden oben bleiben. Anfangs ging es etwas langsam, dann frischte der Wind auf und bei 4 bft segelten wir ein flottes Tempo, auch weil wir noch dazu vom Strom geschoben wurden. Bei 15 Knoten Wind, wir waren sowieso vor einem kritischen Engpass, wurde er wieder geborgen, und bis zur Ankerbucht waren wir jetzt auch unter Genua gut unterwegs. Das Bojenfeld des benachbarten Hafens von Trébeurden fällt hier bei Ebbe fast trocken, ist somit für uns nicht geeignet.
Den Abend verbrachten wir draussen im Cockpit an der Sonne, im Windschatten fast etwas heiss, im Wind dann wieder eher kühl. Die Sonne ging um 22:20 Uhr unter.


Wieder mal ein Segelbild: unter Gennaker bei Schwachwind vor Roscoff

Mittwoch, 10.07.2019 Trébeurden - Roscoff, 15 sm.
Wetter: zuerst schön und warm, später bedeckt, N3, später NE1, am Abend W1.

Kurze Etappe wegen Windmangel

Die Ankernacht war gemütlich. Wir drehten uns zwar wegen des Stroms mehrfach um den Anker, und manchmal schaukelte es, wenn ein Fischerboot etwas zu nahe an uns vorbeifuhr.
Der Sandstrand der Insel Molène war beim späten Aufwachen wieder gross (Niedrigwasser), und bald kamen auch die Motorboote, die die Insel besuchen wollten. Unsere Abfahrt wäre optimalerweise wegen des Stroms um etwa 15 Uhr. Aber als es so schönen Wind gab und der Strom in der Bucht vielleicht nicht so stark sein würde, starteten wir schon nach dem Mittag. Der Wind war optimal für den Gennaker, und ein Weilchen konnten wir auch schön segeln (zwar langsam und gegen den schwachen Strom). Irgendwann bei etwa 3.5 kn Wind fiel der Gennaker in sich zusammen. Er wurde wieder in seine Kiste versorgt, und der Motor brachte uns in den Hafen von Roscoff.
Die Marina liegt ziemlich ausserhalb des Städtchens. Mit einer Wanderung entlang der Küste, zuerst durch den Fährhafen der Schiffe nach Plymouth und Cork, erreichten wir den alten Hafen von Roscoff, der trocken fällt. Jetzt war gerade wieder Niedrigwasser, und die Boote lagen auf dem Hafengrund herum. Es hatte einige Touristen. Wir schlendern entlang den bretonischen Häusern in der Altstadt, besuchten den stillgelegten Bahnhof und wanderten durch die Aussenquartiere zurück zur Marina.
Morgen wird es schwachen Westwind haben. Damit kommen wir kaum segelnd zum nächsten Hafen, und auch die folgende Etappe bis Brest wäre wohl eine Motorbootfahrt. So werden wir die nächsten beiden Tage hier bleiben, am Samstag hat es wieder richtigen Wind (zumindest gemäss den Wetterprognosen).


Sandstrand auf der Insel Île de Batz bei Roscoff

Donnerstag, 11.07.2019 Roscoff - Roscoff, 0 sm.
Wetter: sonnig, westliche Winde.

Besuch Île de Batz

Heute besuchten wir die Insel Île de Batz, die Roscoff vorgelagert ist, mit der Fähre. Die Anlegestelle der Fähre befindet sich im Zentrum beim alten Hafen. So mussten wir wieder ins Städtchen laufen.
Die kleine Insel Batz ist hübsch, mit vielen bretonischen Steinhäusern und noch mehr Besuchern, an einem so schönen Tag wie heute. Wir wollten eigentlich die 12 km um die ganze Insel laufen, aber es war an der Sonne heiss. So begnügten wir uns mit dem halben Inselrundgang. Das Meer mit den weissen Sandstränden hatte Farben wie in der Karibik. Nur die Temperatur ist etwas tiefer. An den Stränden waren die Leute am Baden. Wir hatten nicht an die Badehosen gedacht. Unser Rundgang endete bei Glacè und Kaffee. Die nächste Fähre brachte uns wieder zurück nach Roscoff.
Toni fand das kleine Loch im Dinghi und flickte es (hoffentlich mit Erfolg!). Für einen Dinghiausflug reichte die Luft immer (zur Sicherheit hatten wir die Pumpe dabei), aber nach einem Tag auf dem Vordeck musste immer vor jedem Ausflug wieder nachgepumpt werden.
Der Tag war wie immer schnell vorbei.


Der alte trockenfallende Hafen von Roscoff (kein Bild von heute, aber eines von vorgestern)

Freitag, 12.07.2019 Roscoff - Roscoff, 0 sm.
Wetter: schön, nw Winde.

In Roscoff

Elisabeth und Kathrin gingen am Morgen Einkaufen, Toni arbeitete am Computer mit den Bildern. Der Rest des Tages arbeiteten wir am Boot und genossen die Sonne. Ein kalter Nordwind bliess.
Zum Nachtessen gingen wir wieder einmal auswärts, denn heute war Kathrins letzter Tag. Sie fährt morgen mit dem Zug retour nach Zürich, und wir fahren mit dem Ebbstrom nach Westen weiter, der Wetterbericht stimmt. Das einzige unangenehme daran ist: wir müssen um halb fünf aufstehen.


Regina in der Hafenausfahrt Roscoff zu unchristlicher Frühzeit (Bild: Kathrin)

Samstag, 13.07.2019 Roscoff - Aber Wrac'h, 36 sm.
Wetter: schön, NNE3-4.

Frühstart und Atlantikdünung

Das so frühe Aufstehen war wirklich hart. Wir schafften es doch irgendwie, und kurz nach halbsechs starteten wir den Motor und tuckerten langsam aus dem noch dunklen Hafen. Vorher verabschiedeten wir uns noch von Kathrin, sie half uns noch beim Ablegemanöver, sie musste dann aber noch auf den Bus warten, denn so früh fährt dieser nicht.
Vor der Insel Batz kamen wir das erste Mal richtig in die Wellen, eine starke Atlantikdünung stand gegen den Wind und gegen den Gezeitenstrom und brach sich zusätzlich im unregelmässigen felsigen Untergrund der Küste. Das Segeln war sehr mühsam, nicht nur wegen den Wellen, sondern auch wegen des Windes, der sehr achterlich war, d.h. die Segel waren weit offen, es hatte keinen Druck drin, und sie schlugen bei jeder Welle herum. Nach fünf Stunden «Segeln» waren wir froh, dass der Wind so schwach wurde, dass wir den Motor einschalten mussten/durften.
Den Fluss hinauf zu unserem Zielhafen konnten wir dann wieder ohne Dünung segeln. Eine Delphinschule besuchte uns kurz, mit vielen kleinen Delphinchen, die neugierig zum Boot kamen, aber schnell wieder wegschwommen, weil Regina ihnen zu langsam war. Kurz nach dem Mittag hatten wir uns an einer Visitor-Boje festgebunden und genossen am Nachmittag die Ruhe und Sonne.


Am Ende des Chenal de Four beim Leuchtturm St-Mathieu

Sonntag, 14.07.2019 Aber Wrac'h - Brest, 44 sm.
Wetter: schön, N3 und NE4.

Nochmals Frühstart und segelnde Einfahrt in Brest

Heute starteten wir noch früher als gestern. Die Fahrt den dunklen Fluss hinunter war anspruchsvoll, denn nicht alle der Seezeichen waren beleuchtet, da waren wir wieder einmal sehr froh um unseren Seekartenplotter.
Kaum ausserhalb der Mündung gerieten wir wieder in die Atlantikdünung, die Wellen waren aber etwas weniger hoch und hatten einen grösseren Abstand. Aber mit dem vorhandenen Wind (genau achterlich) konnten wir nicht segeln, bei diesen Wellen ist es auch mit dem Gennaker oder dem Parasailor nicht möglich, auch den schlägt es beim Rollen des Schiffes nur um den Vorstag. Zudem mussten wir den Zeitplan einhalten, denn der Gezeitenstrom wird pünktlich um 10 Uhr kentern, und dann sollten wir nicht mehr im berüchtigten Chenal de Four stecken, wo der Strom gegen 4 kn beträgt. Am Schluss hatten wir noch eine Viertelstunde Reserve, so konnten wir bereits bei Le Conquet die Segel setzen und kamen prima um die Ecke beim Leuchtfeuer St-Mathieu und so in die grosse Bucht der Iroise. Bei bestem Wind - wir mussten zwar aufkreuzen und am Anfang hatten wir noch etwas Gegenstrom - genossen wir das Segeln im fast wellenlosen Meer. Auch den Goulet de Brest, der Engpass vor der Rade de Brest, konnten wir mit sehr guter Geschwindigkeit und Mitstrom segeln. Erst kurz vor dem Hafen rollten wir die Segel ein.
Im Hafen wurden wir von einer Hafenmeisterhelferin im Schlauchboot begrüsst und zu einer Box mit Schwimmsteg geführt, die erst am Mittwoch wieder vom Eigner gebraucht wird. So mussten wir uns nicht einen Platz bei den Passanten suchen.
Auch heute waren wir schon früh im Hafen und hatten so am Nachmittag Zeit für einen Rundgang durch Brest.


In der Marina du Château, hinten die alte Burg, die das Marinemuseum enthält und aber sonst immer noch vom Militär verwendet wird.

Montag, 15.07.2019 Brest - Brest, 0 sm.
Wetter: schön und sehr warm, schwache Winde.

In Brest, Ausschlafen und Einkaufen

Das lange Ausschlafen ohne Wecker war schön. Nur war fast der halbe Tag vorbei.
Elisabeth machte grosse Wäsche, und Toni fuhr mit dem Velo zur anderen Marina mit dem Wassersportzentrum und den Yachtläden.
Am späteren Nachmittag machten wir noch einen Grosseinkauf mit den Velos. Wahrscheinlich sind wir an die Lastgrenze der Bromptons gestossen, dafür war es easy für den Transport, vom Laden ging es nur bergab, und zum Zu-Fuss-Tragen wäre es wirklich weit gewesen.
Am Abend schaute Toni ein bisschen in die Zukunft, aber das windlose Wetter scheint noch ein Weilchen zu dauern. Wir haben das Gefühl, dass fast niemand von den Passanten weggefahren ist, die warten vielleicht auch auf bessere Zeiten (und Winde).

Links für weitere Informationen:
Brest Tourismus Brest Wiki


Der Tanguy-Turm in Brest/Recouvrance, eines der Ueberbleibsel von früher. Sonst musste Brest nach dem WW2 komplet neu gebaut werden.

Dienstag, 16.07.2019 Brest - Brest, 0 sm.
Wetter: schön und warm, kein Wind.

neuer Gast an Bord

Heute waren wir früher dran zum Einkaufen, wir konnten wieder die Vorteile des Velos nutzten. Aber trotzdem wurde es schnell Mittag. Wir machten noch weitere Bootsarbeiten, füllten den Benzinkanister für den Aussenborder, reinigten den Speedometer, und einiges mehr.
Am späteren Nachmittag kam Barbara mit dem TGV an. Mit einem kleinen Sightseeing-Spaziergang erreichten wir das Schiff mit Umwegen. Und nach der Einführung ins Schiff und der Sicherheitsinstruktionen war es bald Abend.
Heute sahen wir eine partielle Mondfinsternis, hier war es zwar noch nicht ganz dunkel, aber eindrücklich ist der sichtbare Schatten der Erde doch.

 

Das ist der Text in der Fusszeile.