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Portugal 2021, Etappenlog

Logbuch Etappe 13:
A Coruña, Regina einwintern, Heimreise

von Marina Coruña nach Zürich 

(23.09.2021 - 30.09.2021), Anzahl Tageseinträge: 8

Einige Tage sehr harte Arbeit brauchte es noch, bis alles bereit war. Zwischendurch leisteten wir uns einen Spaziergang durch A Coruña. Auch am letzten Tag, bereits am Servicesteg der Boatyard (Varadero der Marina Cornuna), mussten wir bis zum Schluss unsere Checkliste abarbeiten. Aber: alles erledigt, wir können heimreisen. Nach einer Hotelübernachtung ganz nahe beim Bahnhof A Coruña reisten wir über Madrid in einem Tag zum Mittelmeer bei Barcelona, und am nächsten Tag ging die Reise weiter in die hinter den Bergen versteckte Schweiz.


Unser Anker und die Kette liegen auf dem Steg der Marina Coruña, sauber gereinigt und gespült.

Marina Coruña - Marina Coruña, 0 sm.

Wetter: teilweise leicht bewölkt, teilweise starker NE.

Kieser Training Ersatz

Wir liessen uns heute vor Sonnenaufgang wecken (die Sonne geht um 8.20 Uhr auf!!). Denn heute hatten wir viel zu tun.
Aber weil das Boot noch klatschnass vom Tau war, mussten wir noch etwas warten, um die Segel abzunehmen.
Nachdem die Genua im Segelsack und es immer noch windstill war, kam auch gleich das Grosssegel dran. Kaum war dieses abmontiert, kam der Wind. Das Zusammenlegen und Einpacken auf dem Ponton waren dann aber kein Problem mehr.
Jetzt kam noch der Anker und die 100m Kette dran. Sie wurden gespült, gebürstet und auf dem Steg zum Trocknen ausgelegt. Schoten und Leinen trockneten an der Reling, und wir hatten genug geschuftet.
Mit einem Spaziergang durch die schöne Stadt, die Siesta war längst vorbei und viele Leute mit vielen Kindern waren am Flanieren, erholten wir uns.
Heute wussten wir, warum wir am Abend so müde waren.


In Coruña in der Marina: Auch der Ankerkasten ist nachher blitzblank.

Marina Coruña - Marina Coruña, 0 sm.

Wetter: abwechselnd Sonne und Regen mit Gewitter.

Nochmals Arbeitstag und Besuch

Wir legten wieder gleich am Morgen los: die letzten drei Winschen inkl. die Ankerwinsch pflegen, den Herd gründlich putzen, Reling entrosten, die Backskisten ausräumen, reinigen, einräumen, etc.
Am Nachmittag kam der angekündigte Regen noch nicht, dafür Besuch: Nol, ein Segler, der mit Toni 2005 schon in Norwegen gesegelt ist, kam vorbei. Er wird nach Süden bis nach Cádiz segeln.
Das Gewitter mit Regen kam dann am Abend.


Die für A Coruña typischen Häuser mit den weissen Erkern findet man auch in den Aussenquartieren.

Marina Coruña - Marina Coruña, 0 sm.

Wetter: entgegen der Wetterprognose kein Regen, aber teilweise stark bewölkt, sehr variable Winde.

Stadt- und Marinarundgang

Heute nahmen wir es etwas leichter mit den Abschlussarbeiten und waren nicht mehr so fleissig. Dafür machten wir eine grössere Stadtwanderung, auch durch Quartiere, die wir noch nicht oder schon lange nicht mehr besucht hatten. Auch hier fanden wir die für A Coruña typischen Häuser mit den weissen Erkern, manchmal in modernen oder farbigen oder spiegelnden Varianten. Zwischendurch landeten wir auch an der urbanen Badebucht Orzán, wo einige Wellensurfer draussen auf dem Wasser auf ihre Welle warteten.
Heute Samstag hatte es deutlich mehr Leute unterwegs, sowohl in den Ladenstrassen, als auch in den Bars und Restaurants. Auf der Promenade zwischen den beiden Marinas fand gerade ein Schwimm-Event statt, wo in schwarzem Neopren gehüllte Männer durch den Hafen crawlten. Die Pokale waren hölzerne Hércules-Türme.
Am späten Nachmittag machten wir noch eine Tour durch die Marina. Seit der letzten Besichtigung sind viele Schiffe weitergefahren, und viele andere sind angekommen. Erstaunlicherweise sind die Boote in unserer Grösse schon sehr in der Minderzahl, sehr viele Boote sind 50 Fuss oder länger. Wir sehen grosse alte Holzboote mit langem Bugspriet, aber auch ein frisch von der Werft abgeholtes 52-Fuss-Expeditionsaluminiumboot von Boréal, und zwei 65-Fuss-Volvo-Ocean-Racer stehen in unserer Nähe. Eine deutsche Seglerfamilie mit Baby und Kleinkind hatten auf der Biskaya einen Motorausfall, der Eigner muss nun die ganze Auspuffanlage ersetzen (und hofft auf eine gute Weiterreise bis ins Mittelmeer).


Ein letzter Spaziergang durch die "Alte Stadt" von A Coruiña.

Marina Coruña - Marina Coruña, 0 sm.

Wetter: tagsüber kein Regen, aber stürmische Winde von S und viele Wolken.

Letzter Tag in der Marina

Auf der langen Checkliste gab es nicht mehr viel, was wir noch vor dem Auswassern machen könnten. Erst am letzten Abend und nach dem Auswassern wird es dann nochmals viel Arbeit geben.
Am späteren Nachmittag machten wir den letzten Spaziergang zur Innenstadt. Zur Zeit hat es wieder einmal ein Fest, das Meerfest über mehrere Tage mit vielen Anlässen (gestern die Schwimmer, heute die Taucher). Die Taucher holten Gerümpel und Abfall und alte Pneus aus dem Hafengebiet, an der Promenade wurde alles schön präsentiert. Aber es waren nicht mehr viele Leute unterwegs und die Strassenbeizen ziemlich leer.
Eigentlich war es nicht kalt, aber der satte Wind von Süden mit der feuchten Luft brauste fast den ganzen Tag mit 20kn und mehr durch den Hafen. Da hatten wir nicht wirklich Lust, draussen zu arbeiten. Weil der Wind querab kommt, ist das Boot auch immer etwas schräg, und es ist recht laut, wenn er durch die vielen Masten pfeift.


Wir stehen am Service-Ponton der Werft in A Coruña.

Marina Coruña - Varadero Coruña, 2 sm.

Wetter: windstill und sonnig.

Die allerletzte Etappe

In der Nacht schüttete es so richtig, aber am Morgen wurde es windstill, die Wolken verzogen sich, es wurde schön. Elisabeth ging noch schnell einkaufen, und ich ging die hohe Rechnung bezahlen (fast zwei Wochen in der Marina). Am Mittag lösten wir die Leinen und tuckerten gemütlich zuhinterst in die Ría de Coruña, wo sich die Werft befindet: Unsere allerletzte Etappe dieses Jahr.
Wir machten längs am Servicesteg fest und assen zuerst unseren Lunch. Dann gings los mit den wirklichen Abschlussarbeiten. Um vier Uhr kamen Carlos, der Verantwortliche der Werft, und Raul, der Elektroniker, aufs Schiff und wir besprachen die notwendigen Arbeiten im Winterservice, die (wenigen) Reparaturen und den Einbau der neuen Batterien und des Funkgerätes. Die Aufträge und das Konzept für die Lithium-Umrüstung hatten sie von mir im Voraus in Form einer Checkliste erhalten. Auch Chuny, der Direkor der Werft und Marina, kam schnell vorbei.
Gegen Mitternacht waren wir fertig, fast alles bereit zur Übergabe, sauber und aufgeräumt und gepackt.
Am Abend wurde uns noch mitgeteilt: Auswassern um 8.45 Uhr! Also, aufstehen vor Sonnenaufgang!


Das Unterwasser der Regina wird hochdruckgereinigt, und dann steht sie in der Boatyard in A Coruña auf dem Trockenen.

Varadero Coruña - A Coruña, 0 sm.

Wetter: zuerst Nebel, später Sonne ohne Wind.

Schluss und Abschied

Es war wirklich dunkel, als uns der Wecker weckte. Und dazu hatte es dichten Nebel. Die Reisetaschen mussten noch fertig gepackt und auf den Steg gestellt werden und dann war es schon Zeit zum Kran zu fahren. Rückwärts gings in die Kranbox, die Arbeiter machten Massarbeit, sicherten die Gurte am Boot, damit sie garantiert nicht verrutschen, sehr professionell und Regina kam aus dem Wasser. Die Massarbeit war nötig, denn achtern haben wir den Windgenerator und die Radarbox mit den Antennen, diese dürfen den Querbalken des Krans beim Heben nicht berühren.
Nach dem Hochdruckabspritzen des Unterwassers wurde Regina auf Böcke gestellt, eine Leiter hinzugefügt und das Schiff nochmals uns überlassen.
Damit Raul die Leitungen vom Funkgerät ersetzen kann, braucht er Zugang dazu, und die führen sehr kompliziert durch das Boot, insbesondere durch die Backskiste, beim Fäkalientank vorbei und durch den WC-Kasten. Wir mussten hier alles Material entfernen und konnten es in einem Fach in der Werft verstauen, was nicht sonst auf dem Schiff Platz fand.
Jetzt kam noch der allerletzte Schliff, das Oelzeug im Salon aufhängen, den Kohlefilter entfernen, das Wasser ablassen und die Batterienhauptschalter betätigen. Und jetzt war definitiv Schluss, Carlos kam vorbei, übernahm die Schlüssel, wir verliessen das Boot.
Carlos fuhr uns netterweise zum Hotel beim Bahnhof. Und wir machten dort noch einen letzten Spaziergang durch das Aussenquartier von A Coruña.


Abendstimmung beim Bahnhof Barcelona Sants.

A Coruña - Barcelona, 0 sm.

Wetter: am Morgen etwas Regen, sonst meist schön.

Reise ans Mittelmeer

Heute wurden wir noch früher geweckt. Zmorge gabs in dem einfachen Hotel eh nicht, so gingen wir gleich zum Bahnhof. Dort war das Café schon um 6 Uhr offen. Ein kleiner Orangensaft, Kaffee und ein Käsebrötchen mussten reichen.
Denn schon mussten wir einchecken: Gepäckkontrolle wie am Flughafen und danach durften wir einsteigen. Es war noch dunkel und es blieb noch eine Weile dunkel. Der Zug, auch die erste Klasse, ja wir fuhren bequem, war sehr gut gefüllt. Von Galizien sahen wir nichts, es war noch zu dunkel, aber die einsame Hügellandschaft zwischen Galizien, Portugal und Rest-Spanien mit den vielen Wäldern war noch spannend.
Am Mittag erreichten wir Madrid, wo wir den Bahnhof wechseln mussten. Wir hatten fast 1 ½ Stunden Zeit dafür, die wir auch brauchten. Wir assen ein Sandwich in der Bahnhofshalle. Auffallend viele Bettler belästigten die Reisenden. Rechtzeitig mussten wir wieder anstehen fürs Einchecken, wieder Gepäckkontrolle und dann reisten wir bei schönstem Wetter durch faszinierende Landschaften, oft sehr einsame Gegenden, mit 300km/h nach Barcelona.
Das Hotel Barcelo, diesmal 4*, war gleich im Bahnhof, ideal zum Umsteigen für uns. Ein riesiges Gebäude mit klimatisierten Zimmern, aber trotzdem 31 Grad in unserem Raum! Wir stellten die Klimaanlage ein und machten einen kleinen Spaziergang in die Stadt und gingen zum Essen.
Als wir dann nachts zurückkamen, war es noch immer so heiss, die Klimaanlage funktionierte nicht. Die Hoteldame konnte sie zwar aktivieren, aber so schnell liess sich das Zimmer nicht abkühlen. So gab es eine Tropennacht! (wir hätten noch umziehen können, aber dazu hatten wir keine Lust mehr, im Nachhinein wäre das besser gewesen).


Wieder in der Schweiz, Blick von den Rebbergen am Genfersee in die verschneiten Walliser Berge.

Barcelona - Zürich, 0 sm.

Wetter: schön.

Unterwegs nach Hause

Wieder frühes Aufstehen, wenn auch nicht ganz so früh. Wir assen wieder ein Schnellfrühstück im Bahnhof (freuen uns auf normalen Zmorge daheim) und dann gings wieder ans Schlangestehen vor dem Einchecken.
Der Wagen verdiente seinen Namen 1.Klasse und war nicht mehr so stark besetzt. Der Vormittag verging mit Zeitunglesen (digital) schnell. An der Grenze zu Frankreich sahen wir, wie junge Männer in Handschellen aus dem Zug geführt wurden. Waren das illegale Einwanderer?
Mittagspause war in Lyon. Kurz konnten wir an der warmen Sonne sitzen. Auch hier wird gebettelt.
Von Lyon nach Genf fuhren wir durch eine grüne Landschaft, mit vielen Hügeln und auch Berge, die Gipfel des Juras über uns waren doch über 1600m hoch, und entlang der Rhone durch die Schlucht l´Ecluse. Von Lyon, so schien es uns, sind wir hinauf in die Berge zur Schweiz gefahren.
In Genf standen zwar mindestens 8 Grenzwächter beim Durchgang und musterten die Reisenden, aber wir konnten ohne Kontrolle durch. Auch die Registrierung, das Zertifikat, nichts wollten sie sehen, was auch gut für uns war, denn wir hatten nur 7 Minuten zum Umsteigen, was so kein Problem war, nach 30 Minuten wäre der nächste Zug gefahren! Mit der Abendsonne genossen wir den Anblick des Genfersees und der Schneeberge aus den Rebbergen oberhalb von Lausanne, ein schöner Eindruck von der Schweiz.
So reisten wir wohl lang, aber bequem und gut zurück nach Zürich.


 

Das ist der Text in der Fusszeile.