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Portugal 2021, Etappenlog

Logbuch Etappe 5:
Portugal Südküste: Algarve

von Ayamonte nach Sagres 

(07.07.2021 - 14.07.2021), Anzahl Tageseinträge: 8

Von Ayamonte (Spanien) und dem Ankerplatz Culatra nach Portimão und Lagos bis zur SW-Ecke Portugals beim Leuchtturm São Vicente bei Sagres. Beim Ankern bei Culatra und auch in Portimão verbrachten wir mehrere Tage, beides sehr angenehme Liegeplätze ohne grossen Trubel. In Portimão waren wir mit dem Velo und zu Fuss unterwegs. Meist war es aber heiss und schwachwindig.


Sonnenuntergang bei Culatra, an der Südspitze von Portugal.

Ayamonte - Culatra Ankerplatz, 38 sm.

Wetter: schön, zuerst N4-5, später fast schlagartig SW3 bis SW5, beim Ankern wieder N4.

Blinder Passagier

Das mit dem frühen Einschlafen gestern stimmt so nicht: wir haben seit gestern Abend eine Grille oder Zikade an Bord, d.h. sie ist irgendwo auf dem Achterdeck, keine Ahnung wo. Gestern fing sie an zu zirpen, als es dunkel wurde, heute auch. Also ist sie den ganzen Tag mitgesegelt, als blinder, lauter Passagier. Besser gesagt, tagsüber ist sie ja still, dafür am Abend umso lauter.
Wir legten heute gegen Mittag ab, um bei der Flussmündung genügend Wasser unter dem Kiel zu haben. Nach der Bojenstrasse, die wir gegen den Strom fahren mussten, wurden die Segel gesetzt und bis zum Abend immer mehr gerefft. Es wurde dann doch noch eine Aufkreuzerei, gegen den Strom, sodass wir die letzten zwei Stunden den Motor nutzten. Und auch hier gings wieder gegen die Strömung zum Ankerplatz. Na ja, den alten Diesel müssen wir ja auch los werden dieses Jahr!!
Es waren heute mehr Ankerlieger hier. Und nach uns kamen auch noch Boote. Aber es liegt sich hier besser und ruhiger, von der Grille mal abgesehen, als in Punta Umbria im Hafen, und erst noch gratis.


Beim Ankerplatz Culatra entfernten wir dieses riesige Vogelnest aus dem Baum.

Culatra Ankerplatz - Culatra Ankerplatz, 0 sm.

Wetter: moderate s und sw-Winde.

Vogelnest im Baum

Der Wetterbericht sagte für den ganzen Tag N an, tatsächlich hatte es aber den ganzen Tag südwestliche Winde. Der Ankerplatz entvölkerte sich etwas bis zum Mittag, am Nachmittag kamen neue Ankerlieger dazu. Aber es hatte hier genügend Platz für alle. Einzig die schnellen Taxiboote zwischen der Insel Culatra und der Stadt Olhão nervten, diese fuhren meistens sehr schnell und produzierten Wellen, die auch Regina ins Rollen brachte. Und lärmig waren sie auch.
Die Handpumpe des WCs war nicht mehr dicht, mit jedem Pumpstoss trat Wasser am falschen Ort heraus. Aber dieses Problem konnten wir auch selber lösen, hatten wir doch seit der Karibik das entsprechende Ersatzteil mit dabei.
Vor kurzem hatten wir entdeckt, dass ein Vogel am hinteren Ende des Baums ein Nest bauen wollte. Der Vogel kam nicht mit, das Nest blieb leer. Heute wollte Elisabeth das Zeugs ausräumen und reinigen. Aber welche Überraschung: Im Baum hatte es nicht nur ein Nest, sondern eine ganze Nisthöhle, hier mussten während der beiden Winter in Lagos sicher viele Vögel genistet haben, wir zogen einen ganzen Abfallsack von Nistmaterial (auch modernes Material wie Plastikschnüre) heraus. Im nächsten Hafen müssen wir dann den Rest mit Hochdruckwasser rausspülen.
Sonst war es recht angenehm im Schatten unter dem Bimini beim Lesen.


In der Marina von Albufeira wird zuerst mal das Schiff wieder abgespült.

Culatra - Albufeira, 29 sm.

Wetter: schwache S- und W-Winde, Meereskühle und Hafenhitze.

Windmesser defekt?

Östliche und südliche Winde waren angesagt, so freuten wir uns auf ein Segeln ohne Gegenwellen. Wir lichteten den Anker relativ früh und konnten so die Ausfahrt aus den Sümpfen von Faro, Olhão und Culatra mit leichtem Mitstrom geniessen, allerdings ohne Wind. Beim Ort der Stromschnellen (jetzt war es gerade noch flach und ruhig) warteten sicher 15 kleine Fischerboote auf das Kentern des Stroms.
Auch ausserhalb der Sanddünen hatte es noch keinen Wind. Zwischen dem Sandstrand und einem Fischrefugium stoppten wir die Maschine und Elisabeth machte kurz eine Fischerrunde: keine 5 Minuten später hingen 2 Makrelen an ihrem Angelgerät. Und dann kam auch etwas Wind auf und wir versuchten, segelnd weiter zu kommen. Aber mit 4-5 kn Wind kommen wir mit unserem 11-Tonnenschiff nicht weit. Nach einer Stunde brauchten wir nochmals den Motor für eine kurze Zeit. Aber dann reichte der Wind, mit 6kn Wind können wir etwa 3-4 kn segeln, je nach Wellen und Kurs.
Der Wind drehte immer mehr nach West, wir kamen den Sandstränden immer näher, jetzt mussten wir wenden. Und da glaubt man dem Windanzeiger nicht mehr so richtig, wenn der Wendewinkel 120° beträgt, auf der einen Seite können wir bis 20° an den scheinbaren Wind, auf der anderen Seite gerade mal etwa 60°. Ok, es hat offensichtlich auch noch Strömungen, und wenn man nur etwa 3kn schnell fährt, dann ist ½ kn Strom schon sehr wirksam. Wir werden aber den Windmesser bei besseren Verhältnissen mal genau anschauen.
Albufeiras Marina wurde hinter den Dünen im Sumpfland ausgegraben, ein schmaler Kanal führt vom Meer zum Hafen, in einiger Distanz zur Touristenstadt Albufeira. Und weil er quasi im Land ist, hatte es hier auch keinen Wind und es war recht heiss. Der Hafen ist umgeben von vielen Restaurants, darüber Ferienwohnungen und Hotels. Und bei unserem Steg legen die vielen Exkursionsboote an und ab. Der Hafen war recht gefüllt mit Schiffen, aber es hatte wenige Leute, auch nur wenige Touristen in den Restaurants mit Livemusik. Ab 22:30 Uhr muss Musik abgestellt werden (Coronamassnahmen). Und mit unserer Vogelnestausräumung gestern ist auch die Grille weg und wir haben wieder Ruhe.


Die für die Algarve typischen Felsen und Grotten (neben den ewig langen Stränden), hier beim Leuchtturm Farol de Alfanzina beim Cabo Carvoeiro.

Albufeira - Portimão, 16 sm.

Wetter: heiss, schwache Winde aus E und S.

Hitze und kein Wind

Um 12 Uhr verliessen wir die Marina von Albufeira, die meisten Ausflugsboote waren schon weg.
Zweimal versuchten wir zu segeln, aber bei diesem schwachen Wind und den doch recht hohen Wellen schlugen die Segel nur um sich und nervten uns. Dafür waren wir ziemlich früh im nächsten Hafen. Die berühmte Felsenküste der Algarve mit den vielen Grotten (z.B. Benagil oder beim Leuchtturm Alfanzina) und den versteckten Mini-Sandstränden konnten wir von aussen bei der Vorbeifahrt bewundern. Der Ankerplatz im Fluss hinter der Mole von Portimão war geragelt voll und nicht wirklich attraktiv.
Weil wir schon mal hier in Portimão waren, nahm das Einchecken nur kurze Zeit in Anspruch, und wir erhielten einen Platz in der südlichen Hälfte der Marina. Wir standen hier zwischen grossen Motoryachten und riesigen Segelbooten, unsere Regina kam uns etwas klein vor.
Die heute feuchte Hitze (32°C gemäss Wetterbericht) war auch im Schatten des Biminis schwer auszuhalten, Elisabeth ging dann noch in den erfrischenden Atlantik (19°C) schwimmen.


Der Strand Praia da Rocha bei Portimão. Elisabeth ist auch auf dem Bild.

Portimão - Portimão, sm.

Wetter: meist bedeckt und feucht-heiss (33°C), wenig Wind.

Service auf dem Schiff

In der Nacht konnte es etwas abkühlen, das Mückennetz und die Mückengitter liessen etwas Durchzug zu, ohne dass welche Plaggeister hereinkamen.
Nach dem gemütlichen Aufstehen und Zmorgen durften die Bromptons wieder einmal raus. Wir fuhren auf dem Veloweg in die Stadt und dann über die Brücke auf die andere Flussseite und besuchten dort den grossen Supermarkt und machten wieder einmal einen grösseren Einkauf. Zurück auf dem Schiff verkrochen wir uns wieder in den Schatten.
Am Nachmittag wurde das WC auseinandergenommen, die Pumpe erhielt einen vollständigen Service. Im Service-Kit waren alle die notwendigen Dichtungen enthalten. Das Wechseln der Dichtung im Pumpenschwengel, das wir beim Ankern in Culatra machten, reichte offensichtlich nicht, das Wasser trat einfach an einem anderen Ort heraus. Bis am Abend schien es, dass der Service erfolgreich war.
Bei dieser feuchten Wärme genoss Elisabeth das Schwimmen im kalten Atlantik besonders.


Bei den senkrechten Klippen von Ponta do Altar (beim Leuchtturm von Portimão) hat es zwei sehr tiefe Dolinen und auch sonstige Naturschönheiten wie dieser Bogen am Klippenrand.

Portimão - Portimão, 0 sm.

Wetter: sonnig, zuerst S, am Nachmittag starker N.

Velotour zu den Algars von Ponta do Altar

Am Morgen war es mit nur 19 Grad ungewohnt frisch im Schiff, der nächtliche Durchzug liess alles gut abkühlen.
Wir wollten heute eine kleine Velotour machen und die Bromptons wurden vorher noch aufgepumpt. Wir fuhren auf die andere Seite der Bucht soweit es ging und dann wanderten wir zum Leuchtturm und zu den Algars (engl. sinkhole, dt. Doline). Zwischen den Höhlen und Felsklippen befanden sich kleine, gut besuchte Badestrände.
Als wir zurückkamen, war der Pneu von Elisabeths Velo platt. (das Pumpen tut den alten Schläuchen anscheinend nicht gut). An einem Schattenplatz wurde das Loch im Schlauch gesucht, es war aber keines zu finden. Beim Ventil war der Gummi durchlässig geworden. So musste ein neuer Schlauch eingesetzt werden, der vorsorglich in der Flickzeugbox dabei war. Weiter gings zur Ost-Mole, um die Segelboote anzuschauen, die davor ankerten, gerade gegenüber der Marina. Es war inzwischen heiss und windig geworden.
Wir kamen erst am Nachmittag wieder zurück zum Boot. Mit dem starken Nordwind war es dann angenehm kühl.
Es gab dann noch ein aufregendes Hafenkino: ein alter weisshaariger Steuermann versuchte bei starkem Seitenwind seine grosse, schwere Jacht rückwärts an den Steg zu bringen. Anfangs sah es so aus, als hätte er das Manöver gut im Griff. Dann aber wurde er abgetrieben, verpasste seinen Fingersteg und manöverte sein Schiff hörbar in die Boote am Steg gegenüber. Die Marineros mussten mit dem Schlauchboot mithelfen, damit das Schiff schliesslich zu seinem Platz kam, nicht rück- sondern halt vorwärts


In der Marina von Lagos: Wäschetrocknen bei 6bft.

Portimão - Lagos, 9 sm.

Wetter: sonnig, eher kühl, zuerst SW1-2, später NW5, im Hafen bis N6.

Wäschetrocknen bei 6bft

Wie üblich in den letzten paar Tagen wechselt der nächtliche N am Morgen zu einem schwachen SW. Gegen Mittag dreht der Wind wieder nach N und wird markant stärker.
Die Abfahrt und die ersten Meilen mussten wir motoren, dann konnten wir wenige Meilen Langsam-Segeln, bis der Wind einschlief. Dann wieder unter Motor kam der Wind kurz vor Lagos, und dann gerade tüchtig. Beim Hafenmanöver hatten wir dann unseren N6.
Hier benutzten wir noch die Gelegenheit, einen Grosseinkauf zu tätigen und ein letztes Mal im guten Yachtshop das verbrauchte Ersatzmaterial aufzufüllen. Und eine Maschine voll Wäsche musste auf dem Schiff getrocknet werden; das ging allerdings schnell, bei diesem Wind trocknet kein Tumbler besser.
Im Wetterbericht sieht es so aus, dass wir morgen an der SW-Ecke von Portugal bei Sagres ankern können und dann übermorgen die erste der langen Etappen nach Norden entlang der Atlantikküste fahren bzw. segeln, wenn es genügend Wind hat.


Wir segelten ganz langsam um das Kap Ponta da Piedade bei Lagos mit den bekannten Felstürmen im Wasser und den vielen Touristen.

Lagos - Sagres, sm.

Wetter: sonnig, S2, später variabel 1.

Gemütliches Ankern

Heute war Schwachwind angesagt, allenfalls am Nachmittag etwas aufbrisend. So machten wir einen gemütlichen Morgen und lösten unsere Leinen erst nach 11 Uhr. Etwas ausserhalb der Bucht hatte es ein wenig Wind, wir segelten ganz langsam um das Kap Ponta da Piedade mit den bekannten Felstürmen im Wasser und den vielen Touristen. Aber bald war Schluss mit Wind, und wir motorten in der Flaute Richtung Sagres.
In der riesigen Bucht waren 4 andere Boote, es hatte genügend Platz auch für uns. Wir genossen die Ruhe hier. Erst am späten Abend kam dann noch ein anderes Segelschiff, das ankerte allerdings weiter aussen und nicht so nahe am Strand. Weit oben auf dem Felsen Ponta da Atalaia nebenan gab es einen eingezäunten Weg zum Aussichtspunkt von Sagres, und es hatte auch Touristen dort, die auf uns runterschauten. Am Badestrand waren nicht viele Sonnenbadende, und im Dörfchen hinter dem Strand hatte es auch nicht sehr viele Leute.


 

Das ist der Text in der Fusszeile.