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Atlantik 2022, Etappenlog

Logbuch Etappe 4:
Südbretagne

von Île d'Yeu, Anse des Vieilles nach Ste. Evette 

16.07.2022 - 29.07.2022, 14 Tageseinträge, 245 sm.

Von der Insel d'Yeu nördlich von La Rochelle und Les Sable d'Ollone segelten wir alles der südbretonischen Küste entlang nach Brest. Zu Beginn war es heiss, auf dem Meer aber erträglich. Am ersten Tag mussten wir einen Umweg wegen einer Baustelle einer Windfarm machen, die noch nicht in unserer Karte eingetragen war. La-Trinité-sur-Mer und Crouesty waren zwei riesige Marinas, sonst aber lagen wir meist unter Anker oder in kleineren Häfen. Spannend war der 3tägige Aufenthalt auf der Belle-Île, die Flussmarina von Bénodet und Ste. Marine und der Besuch des Fischerhafens La Guilvinec.



Eine neue Windfarm mit modernsten Windgeneratoren entsteht an der Mündung der Loire bei Croisic.

Île d'Yeu, Anse des Vieilles - Rade de Croisic, 55 sm.

Wetter: Sonnig, am Nachmittag dunstig und heiss, meist ENE3-4, aber auch 1 und 5.

In der Süd-Bretagne angekommen

Die Nacht war angenehm. Der Wecker war zwar gestellt, aber noch vor 6 Uhr drehte der Wind, wir standen quer zum Schwell und das Boot fing an zu schaukeln und wir waren wach. Es war angenehm kühl und vor uns fuhren schon einige Segler los.
Es wurde ein schöner Segeltag, wenn auch der Wind Stärke und Richtung wechselte. Bis zum Mittag brauchten wir bei diesem kühlen Wind eine Jacke!! Bei der Loire-Mündung hatte es nur wenige Frachter unterwegs (von und nach Nantes), die meisten waren Ankerlieger, die Querung gab keine Probleme. Aber auf der anderen Seite der riesigen Bucht war eine neue Windfarm am Entstehen, einige Maschinen drehten bereits, bei anderen stand erst der Sockel im Wasser. Diese Windfarm erstreckte sich weit ins offene Meer hinaus. Mit dem Boot darf / kann man nicht quer durchsegeln, so mussten wir einen Umweg machen. Das kostete uns etwas Zeit und Nerven, denn der Gezeitenstrom drückte uns ins Gebiet hinein.
Kaum hatten wir die Ecke des Sperrgebietes erreicht und hätten wieder auf unserem Kurs segeln können, verliess uns der Wind. Für etwa 2 nm brauchten wir den Motor, dann hatten wir aber nochmals wunderbaren und manchmal heftigen Segelwind bis zur Küste.
Als wir uns der Rade de Croisic näherten kam sehr heisser Wind mit 5 bf vom Land. Hier vor dem langen Strand lagen nur wenige Boote vor Anker und in grossem Abstand. Der Anker hielt sofort.
Der Einstieg in den kühlen Atlantik brauchte etwas Überwindung, wurde aber durch anhaltende Erfrischung belohnt.
Ankern ist bei diesen Temperaturen das Beste.


Die Badeorte hier hinter den schutzgebenden Inseln ermöglichen alle erdenklichen Arten von Wassersport. Blick aus dem Cockpit beim Ankern vor St. Gildas de Rhuys.

Rade de Croisic - Anker St. Gildas de Rhuys, 26 sm.

Wetter: Sonnig und heiss, E 4-5.

Von Ankerplatz zu Ankerplatz

Die ganze Nacht wehte der Ostwind vom Land her, am Morgen wurde er gar etwas heftiger. Dafür konnten wir dann auch recht schnell segeln, obwohl der Wind genau von achtern kam – nur mit der Genua. In der Gegend der Insel Hoëdic wollten wir ankern, aber für diese Windprognose fanden wir keine gute Bucht. Bei der nächsten Insel Houat sahen wir bereits auf dem AIS, dass alle Möglichkeiten schon «ausgebucht» waren, die Franzosen feiern ihr langes Wochenende. Also halt doch schon in eine Marina.
Zuerst La-Trinité-sur-Mer angepeilt, änderten wir unterwegs den Kurs zur Marina Crouesty, und nochmals etwas später sahen wir eine Möglichkeit fürs Ankern. Der Platz war zwar auf der Karte nicht mit einem Ankerzeichen versehen und in den beiden Hafenführer auch nicht erwähnt, aber gegen den E- und SE-Wind und dessen Wellen wären wir dort gut geschützt. Der Meeresgrund ist auf der Karte nur teilweise eingezeichnet, dort ist zumindest kein S für Sand vorhanden, es hat aber Sandstrände und ist sehr flach, dort können nicht Steine sein.
Der Anker hielt schnell und liess sich gut eingraben. So blieben wir hier.
Das Wasser hatte hier 22°C, ideal zum Schwimmen, Elisabeth genoss es. Mit dem Abend wurde der Wind immer schwächer, zur Schlafenszeit war es windstill, es hatte keinen Schwell. In der Ferne sahen wir ein letztes Feuerwerk, soweit weg, dass wir nichts davon hören (und riechen) konnten.


Einer vielen Ministrände an der Westküste der Insel Houat, hier ankerten wir zur Mittagsrast.

St. Gildas de Rhuys - La-Trinité-sur-Mer, 24 sm.

Wetter: Heiss, E4, später SE1, am Abend windstill.

Heiss

Von drei Ankerliegern waren wir die letzten, die lossegelten. Nur unter Genua ging es zur südlichen Insel Hoëdic. Aber der Wind drehte nicht so wie der Wetterbericht, nämlich nach Süden, so war die nördliche Ankerbucht nicht ideal für unsere Mittagspause. Wir segelten weiter und fanden im westlichen Teil der Insel Houat noch ein freies Ankerplätzchen. Überall, wo nur möglich, ankerten die Segel- und Motorboote (noch 4 Wochen, und dann sind die Sommerferien hier vorbei). Das Meer war wieder kühler hier als in der letzten Bucht, aber kein Problem, um 7x mit den Flossen ums Boot zu schwimmen.
Nach 2 Stunden fuhren wir wieder los und nahmen Kurs auf La-Trinité-sur-Mer. Es war inzwischen richtig heiss geworden, die Erfrischung schnell wieder vorbei.
Der Wind wurde immer schwächer und die letzten Meilen brauchten wir Diesel.
Leider gibt es morgen hier ein Regatta-Fest und wir können nur eine Nacht bleiben, weil alle Plätze ausgebucht sind.
Abends wurde nichts gekocht. Es war einfach zu heiss! Wir assen bei 32 Grad im Salon, im Cockpit hatte es 36 Grad. Und abkühlen wird es diese Nacht nur minim. Aber immerhin, die Hitzeperiode wird nun morgen vorbei sein.


Die Marina von Crouesty war tüchtig überfüllt, an jedem Kopfsteg lagen mehrere Boote im Päckchen.

La-Trinité-sur-Mer - Crouesty, 8 sm.

Wetter: Gewitter, Regen, Sonne und W5.

Tropennacht und Regen

In der Nacht war es immer noch heiss, nur sehr langsam kühlte es ab. Eigentlich wollten wir heute mit den Velos nach Carnac zu den Menhiren, den alten megalithischen Steinen, fahren. Vor vielen Jahren waren wir dort schon. Aber heute hatte es nachts schon etwas geregnet und schwarze Wolken waren im Westen. Wir hatten extra die Erlaubnis im Büro eingeholt, bis 2 Uhr bleiben zu dürfen. Aber das Wetter war nicht geeignet für eine Velotour.
Es regnete auch noch etwas, es donnerte längere Zeit und hörte gegen 9 Uhr auf, dafür war es merklich kühler. Ein kurzer Marktbesuch, das ist hier immer ein Erlebnis, und dann legten wir schon ab. Der Wind draussen war mit 5 bf ziemlich heftig, zwischendurch tröpfelte es, es war grau und trüb. Wir segelten ostwärts nur unter Genua.
Im Hafen von Crouesty trauten wir unseren Augen nicht: alles war voll, an jedem Kopfsteg mehrere Segel- und Motorbooten vertäut. Wir konnten an einem Boot im Päckchen festmachen, das selber schon im Päckchen lag. Der Marineiro kam noch im letzten Moment angerast zum Helfen, aber den brauchten wir gar nicht mehr.
Später wurden wir doch noch an einen Fingerstegplatz gewiesen, der für uns eigentlich zu kurz war. Auch die Gasse zwischen den Booten war sehr eng, Toni fragte sich, wie er morgen hier bei Windstärke 5 wieder rauskommt.
Nach Hafenbüro und Rundgang durch das Marinagelände, mit seinen vielen Läden, Restaurants, Kleiderbutiken, Bretagne-Souvernirs und Bars wurde Regina gründlich vom Salz und Staub befreit.
Heute gab es etwas zu feiern! Unseren 43. Hochzeitstag feierten wir bei einem feinen Essen auswärts.


Dieser Riesentrimaran überholte uns vor der Belle-Île, er fuhr doppelt so schnell wie der Wind wehte.

Crouesty - Belle-Île, Anker Port Andro, 18 sm.

Wetter: Zuerst schön W5, später bedeckt, Nieselregen W3-4, am Abend N1-2.

Woher kommt denn nur der Schwell?

Die Ausfahrt aus der Box war knifflig, wir hatten hinten und vorn nur gerade einen halben Meter, bevor man das Schiff mit dem Bugstrahler drehen konnte. In der Hafenausfahrt waren wir dann ein Boot unter sehr vielen, man musste gut aufpassen, dann alle wollten gerade hier ihre Segel hissen.
Die Fahrt am Wind gegen den W5 mit gerefften Segeln war vergnüglich, wir hatten auf dem Tacho fast immer mehr als 7 kn. Die enge Passage zwischen Festland und der Insel Houat war heute kein Problem, hier kriegten wir einen Knoten zusätzlich wegen des Ebbstroms.
Auf der Passage zur Belle-Île kam ein Riesen-Renntrimaran angerast mit 29 Knoten, also doppelt so schnell wie der vorhandene Wind, der rauschte schneller als jeder Frachter vorbei (gemäss AIS 30 m lang und 20m breit).
Wir waren ausserordentlich schnell und früh bei der Belle-Île angelangt und machten uns einen sehr gemütlichen Nachmittag unter Anker. Zwischendurch machten wir ein zusätzliches Ankermanöver, denn wir waren etwas sehr nahe bei einem Unterwasserstein. Für einen Landgang hatten wir keine Lust.
Gegen den Abend wurde der Wind schwächer und drehte wie angesagt nach Nord. Aber auf einmal kam ein Schwell aus SW in die Bucht, der nicht enden wollte. Einerseits hohe lange Wellen, die störten nicht so, aber vor allem auch kurze und steile Wellen, wie wenn draussen eine Frachter-Seestrasse wäre. Mehrere Segelboote flüchteten noch vor Sonnenuntergang. Unsere schwere Regina nahms nicht so tragisch, und wir kannten noch schlimmeren Schwell vom Atlantik. Aber angenehm war es nicht, eine ruhige Ankerbucht ist was anderes.


In Le Palais auf Belle-Île sind wir an einer Boje und mit Landleine zur Mole festgemacht, d.h. wir müssen für den Landgang das Dinghi auspacken.

Belle-Île, Port Andro - Belle-Île, Le Palais, 7 sm.

Wetter: Zuerst bedeckt, später sehr sonnig, N2.

Kurze Reise bei der Belle-Île

In der Nacht beruhigte sich der Schwell, und wir konnten gut schlafen. Dafür hatte es am Morgen keinen Wind mehr. Mit 4-6kn Nordwind schlichen wir um die Ostecke der Belle-Île und waren sehr erstaunt, dass wir trotzdem 3-4kn schnell segeln konnten. Wir hatten Zeit, der Hafen war nicht weit.
Für die kleineren Schiffe gab es einen Schwimmsteg, dort lagen sie dann im Päckli. Die grösseren wie unseres wurden an einer Boje und mit einer Landleine an der Mole festgemacht. Die Marineros mit ihren wendigen Schlauchbooten waren sehr hilfsbereit und das Anlegen kein Problem.
Aber für den Landgang brauchten wir das Dinghi, die Mole war 7m entfernt, und die Schwimmstege lagen auf der anderen Seite des Hafens. Nach dem Aufpumpen des Dinghis, der Montage des Motor und dem Einpacken des Notwendigen fuhren wir zum Schwimmsteg hinüber, besuchten die Capitaneria für das Einchecken und die Übernachtungsgebühr und das Touristoffice für eine Karte und machten dann einen Spaziergang durch die Stadt Le Palais und eine kleine Wanderung auf der GR-Route der Küste entlang.
Es ist so wunderhübsch hier, wir zahlten noch eine zusätzliche Nacht und planen für morgen eine kleine Velotour über die Insel.


Beim Menhir Jean auf Belle-Île.

Belle-Île, Le Palais - Belle-Île, Le Palais, 0 sm.

Wetter: Sonnig, angenehm warm, Wind von NW, am Abend heftiger.

Jean und Jeanne, wie im Krimi «Bretonische Idylle» Dupins zehnter Fall

Beladen mit unseren beiden Bromptons tuckerten wir durch den Hafen zum Schwimmsteg. Und dann folgte eine wunderschöne Velotour auf der wunderschönen Insel. Es gibt hier viele Velorouten, meist weg von der grossen Strasse, manchmal aber holprig mit Naturbelag, es liess sich aber mit unseren kleinrädrigen Velos recht gut befahren.
Zuerst fuhren wir auf die andere Seite der Insel nach Bangor, einem kleinen Dörfchen mit einigen Restaurants und vielen Velotouristen. Nachher ging es über das Land, den Leuchtturm der Insel im Blick, entlang abgeernteter brauner Kornfelder und grünen Maisplantagen. So kamen wir zu den beiden Menhiren Jean und Jeanne, die im Krimi des bekannten Bretagne-Kommissars Dupin (Autor: Jean-Luc Bannalec) eine wichtige Rolle spielten. Es waren sehr grosse Menhire, aber einsam mitten in der Landschaft und recht weit voneinander entfernt.
Weiter übers Land kamen wir nach Sauzon, ein kleines Hafenstädtchen mit Bojen für Gäste vor der Mole. Nach unserem Birchermüesli-Zmittag, einem Spaziergang durch den Ort mit den vielen Touristen und einem Kaffee fuhren wir wieder hinauf auf die Hochebene der Insel und Richtung Le Palais, wieder übers einsame Land mit Kornfeldern und Naturstrassen.
Zurück in Le Palais versorgten wir unsere Velos auf dem Dinghi und nahmen dafür die Duschsachen hervor, gerade neben der Capitaneria sind die Duschen und diesmal ohne Warteschlange. Nach vier waren wir wieder auf dem Boot für den Bord-Kaffee. Es war zwar etwas schauklig, da der Wind zugenommen hatte, aber mit der Sonne war es doch gemütlich.


So ganz allein waren wir nicht beim Ankerplatz der Île de Groix.

Belle-Île, Le Palais - Île de Groix, Anker, 21 sm.

Wetter: Schön, kein Wind, erst am späteren Nachmittag SW und W, am Abend NW-drehend.

Von Insel zu Insel

Kein Wind heisst kein Segeln. Der gestrige Wetterbericht verhiess für heute und auch morgen ziemlich Flaute. Aber unserem Motor tut es gut, wenn er wieder einmal richtig gefahren wird und nur für die Hafenmanöver im Standgas betrieben wird. Auch die Batterien brauchten dringend wieder Strom, und der Boiler war auch kalt. Nun, nach knapp 3 Stunden Geradeausfahrt erreichten wir den Ankerplatz an der Ostecke der Île de Groix. Es hatte bereits einige Schiffe, aber es gab genügend Platz.
Die Luft, die über den Atlantik hierherzog, war recht kühl. Wir brauchten keine Beschäftigung, das Dinghi blieb an Deck, das Badetuch im Kasten, gemütlich sassen wir im Cockpit. Mit der Zeit kamen immer mehr Schiffe, einige wenige (meist die Motorboote) fuhren wieder weg. Aber mit dem Sonnenuntergang hatten hier sicher über 50 Schiffe geankert, und mit Blick zur Nordküste wahrscheinlich nochmals so viele. Aber alle hatten genügend Distanz zueinander, es gab kein Ankerchaos, keinen Lärm, kein Fährenbetrieb, es war eine friedliche Stimmung.


Veloparkplatz in der Innenstadt von Lorient. Auch sonst sehr gute Veloinfrastruktur: Velostrassen (mit Bus), Signalisation, Parkplätze.

Île de Groix, Anker - Lorient, Kernével, 7 sm.

Wetter: Sonnig, S1-2, später SW3.

Kurze Fahrt und Besuch Lorient

Elisabeth startete ihren Tag mit einem Bad im Morgenlicht. Es hatte praktisch keinen Wind, und der vorhandene Hauch kam von S. Zum Segeln reichte er nicht, vor allem nicht, wenn er von achtern kommt. Unter Motor erreichten wir um 11 Uhr die Marina Kernével bei Lorient.
Als Erstes musste Regina wieder einmal entsalzt werden, alles klebte irgendwie, wenn man etwas anfasste. Auch der Fäkalientank brauchte unsere Pflege, irgendwas stimmte nicht mit der Entlüftung. Erst nach dem Lunch und einem Kaffee holten wir unsere Velos hervor und machten eine kleine Velotour in die Stadt.
Zuerst besuchten wir das Segelzentrum La Base und sahen auch die U-Boot-Bunker vom 2. Weltkrieg. Entlang des riesigen Fischerhafens und der Gewerbezone für die Fischer gelangten wir zur Industriezone bzw. dem maritimen Hafen für die Frachter. Und endlich kamen wir ins Zentrum mit der kleineren Marina und der Fussgängerzone. Aber es war Sonntag, die Leute befanden sich auf ihren Booten oder am Strand, die Innenstadt war ausgestorben. Wir fuhren auch bald wieder zurück zu unserer Marina, duschten und surften im Internet.
Ja, das Internet: Gestern hatten wir keines am Ankerplatz, und auf der Belle-Île hatte es auch keines. Aber jedes Mal, wenn die Fähre in den Hafen kam, konnten wir auf das freie Wifi der Fähre zugreifen. So unser Bonmot: Das Internet kommt. Hier in der Marina haben wir ein nicht-mobiles Wifi.


Notre Dame de Larmor, gebaut im 16.Jhdt., die vorherige Kapelle wurde im 6.Jhdt. gegründet.

Lorient, Kernével - Lorient, Kernével, 0 sm.

Wetter: Meist bedeckt, wenig Sonne, W5-6, erst am späten Abend weniger Wind.

Fauler Tag (oder abwettern)

Heute waren wir faul, fast den ganzen Tag! Es gab am Vormittag noch etwas Haushaltsarbeiten, dann verfolgten wir das Velo-Race von Mathis ans Nordkap. Über 1000 km mit dem Velo in drei Tagen ist schon ziemlich extrem! Und es geht so weiter.
Am Nachmittag gab es noch eine kleine Velotour zum Badestrand von Larmor-Plage, aber heute waren die Leute von Lorient nicht dort. Auch für mich ohne Bad, weil die Luft kühl und der Wind stark waren. Anschliessend machten wir noch Grosseinkauf, denn alle Frischwaren hatten wir aufgegessen.
Im Hafen war gar nichts los, nur ganz wenige Boote legten ab, nur das eine oder andere kam rein.
Abends kam Herbstfeeling auf, weil es kühl, windig und düster war.


Port Manec'h: Rund um unseren Ankerplatz gab es Segelunterricht auch für die ganz Kleinen.

Lorient, Kernével - Port Manec'h, 22 sm.

Wetter: Bewölkt, später leicht bewölkt, W2 bis SW5.

Segeln mit vielen anderen

Wir legten ab, nachdem wir noch frisches Brot für den Zmittag und Croissants zum Znüni gekauft hatten. Anfangs fuhren wir unter Motor aus dem Hafengelände, aber bald konnten die Segel gesetzt werden. Zwar mussten wir heute wieder mal aufkreuzen, denn der Wind war nicht so, wie angesagt, aber wir kamen vorwärts, wenn auch gegen die Strömung und wegen des schwachen Windes sehr langsam.
Draussen waren viele Segler unterwegs und wir mussten gut aufpassen, fast wie auf dem Zürisee, manchmal hat man Vortritt, manchmal eben nicht.
Der Wind wurde auch immer stärker und kurz vor dem Ziel musste noch gerefft werden.
Es gab hier Bojen, aber nur für Boote mit weniger tiefem Kiel. So ankerten wir ausserhalb des Bojenfelds hinter einem anderen Boot. Es kamen immer mehr Segler hierher und es waren viele Segelschulen, Plauschsegler und andere Wasserfahrzeuge unterwegs.
Auch kleine Kinder (vielleicht 1. Klässler) sassen zu zweit oder zu dritt im Optimisten und genossen es, wenn sie auch nicht recht wussten, was sie mit dem Segel machen sollten. Der Betreuer war zwischendurch ziemlich im Stress und seine Stimme war in der ganzen Bucht zu hören. Wir wollten unser Boot hier nicht alleine lassen, so verzichteten wir auf den Landgang.


Auf der Brücke über den Fluss Odet mit Blick auf die Marina Bénodet (links) und Ste. Marine.

Port Manec'h - Bénodet, 19 sm.

Wetter: Am Morgen bedeckt, diesig, später sonnig, aber kein Wind.

Motorboot- und Velofahrt

Bis am Abend hatte es doch noch einige Segelboote zusätzlich gegeben, die hier ankerten. Wir waren aber nicht die Ersten, die den Anker hoben. Allerdings hatte es keinen Wind, die Wasseroberfläche lag ölig flach vor uns. Erst gegen Abend, schon lange im neuen Hafen und nach der Velotour, gab es etwas Wind aus NW.
Obwohl es keinen Wind hatte, waren sehr viele Segelboote unterwegs, die meisten fuhren von Concarneau zu den Îles de Glénan, ein Inselarchipel mit Bojen und einem Restaurant.
Zum Lunch waren wir in Bénodet angelangt, anschliessend machten wir eine Velotour nach Île Tudy. Dieser Ort, bei weitem keine Insel mehr, aber viel von Meer und Sümpfen umgeben, scheint offenbar ein berühmter Touristenort zu sein, früher war es wohl eine Insel mit Fischerdörfchen, heute ein Besuchsort mit einem riesigen Strand und vielen Campingplätzen und Restaurants/Cafés.


La Guilvinec ist ein grosser aktiver Fischerhafen, Blick von der Zuschauerterrasse auf das Hafenbecken.

Bénodet - La Guilvinec, 15 sm.

Wetter: Leicht bewölkt, kein Wind, am Abend schwacher W.

Besuch im Fischerdorf

Das Ablegemanöver klappte bestens, obwohl wir etwa 2kn Strömung von achtern hatten. Und dann konnten wir noch mit dem Mitstrom aus dem Fluss Odet rausfahren, auch auf dem Meer hatten wir etwas Strom zu unseren Gunsten. Dafür fehlte der Wind, die Wolken spiegelten sich auf der Meeresoberfläche.
Wir fuhren zum Fischerhafen von La Guilvinec und schauten, ob einer der wenigen Visiteur-Plätze frei wäre. Wir wollten schon den Rückwärtsgang einlegen, da fuhr eines der Segelschiffe vom Steg weg und machte uns einen Platz frei. Der Platz war kurz, hatte eine enge Zufahrt und war nicht sonderlich tief, aber es reichte. Das Ablegen machen wir ja erst morgen.
Hier ist der Fischerhafen wirklich noch aktiv, es gibt eine Verarbeitung der Fische und der anderen Meeresfrüchte. Ganz speziell ist aber, dass die Hafeneinfahrt für Segelboote zwischen 16 Uhr und 18 Uhr gesperrt ist, wenn die Fischerboote einfahren. Und das Ausladen an der Pier kann man bestens verfolgen von einer Aussichtsterrasse gerade über der Pier. Diesen täglichen Ereignissen schauen auch viele Touristen zu, auf dem Prospekt über den Ort, den wir im Tourist-Office erhielten, wird auch aktiv dafür geworben.
Nach dem Spaziergang durch den Dorfkern wanderten wir über die Brücke auf die andere Seite des Hafenbeckens zum anderen Visiteur-Steg, wo auch nur für gerade für 3 Boote Platz ist. An mehreren Orten wurden Fotografien ausgestellt (Festival Photo l’’homme et la mer), unter anderem sahen wir auch die Bilder wieder vom Weltumsegler, der mit einem Huhn reiste.


In der Bucht von Audièrne kam uns eine Regatta entgegen. So sah es aus, als ein Regattaboot hinter unserem Genua "versteckt" war.

La Guilvinec - Ste. Evette, 23 sm.

Wetter: Schön, leicht bewölkt, zuerst kein Wind dann W2, später bis WNW5.

Wieder einmal schönes Segeln

Die einheimischen Hobbyfischer waren schon einer nach dem anderen mit ihren Motorbooten losgefahren, als wir ablegten. Sie ruderten vom Steg mit einem Plastikboot zu ihren Booten, die hier an Bojen liegen.
Nachdem wir aus der Hafenausfahrt waren, ging auch unser Speedo wieder. Gestern hatten wir, als es so windstill war, mit einem alten Festmacher um das Vorschiff das Unterwasser «poliert» und anscheinend die Schlingpflanze, die das Rädchen des Speedos blockiert hatte, offenbar entfernen können.
Heute war ein wunderschöner Segeltag und der Wind frischte immer mehr auf und Regina wurde immer schneller. Wir mussten dann sogar noch reffen. Eine Regatta mit sehr vielen Booten, alle unter Blister oder Spi, kam uns entgegen.
Unser Autopilot fing plötzlich an zu spinnen: er zeigte eine falsche Richtung an, nämlich um genau 180 Grad verdreht. Und das Boot wollte wieder zurück . . .
Am Nachmittag waren wir schon in der Anker-/Bojenbucht von Ste. Evette, und der zweite Bojenanlauf glückte.
Weil kein günstiger Dinghisteg vorhanden war, und ohne Velos der Landausflug auch nicht so spannend geworden wäre, verzichteten wir darauf. Toni war sowieso intensiv beschäftigt, das Problem mit dem Autopilot zu lösen und wälzte das User Manual und tippte sich durch die Menüs der Autopilotanzeige. Er denkt, die kritische Einstellung gefunden zu haben. Morgen sehen wir es dann, ob wir wieder geradeaus fahren können.


 

Das ist der Text in der Fusszeile.