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Atlantikküste 2022, Log-Übersicht

Logbuch Etappe 10:
Einwintern und Heimreise

von Medemblik nach Zürich 

2022-09-30 - 2022-10-06, 6 Tageseinträge, 1 sm.

In Medemblik gabs noch einige Tage Arbeit am und im Schiff. Regina wurde bereit gemacht für das Auswassern und das Winterlager. Wir waren nicht im Stress und hatten genügend Zeit, es reichte gar mal für eine Velotour nach Andijk. Und am Schluss reisen wir ab nach Hause.



Vorbereitung zum Einwintern in Medemblik: die gewässerten Schoten und Leinen trocknen an der Reling.

Medemblik - Medemblik, 0 sm.

Wetter: Am Morgen schön, später bewölkt, am Abend Starkwind und in der Nacht stürmischer Regen.

Wintervorbereitungen

Im Laufe des Morgens verliessen alle Schiffe den Kai, wir blieben allein und hatten viel Platz und Ruhe um uns. Wir benutzten die Zeit, alles Tauwerk zu entsalzen (mit Frischwasser gut ausspülen) und dann an der Reling zu trocken. Toni begann, die Winschen zu warten, und Elisabeth suchte alle Roststellen und behandelte diese mit Rostentferner.
Die Dreaming Swiss des CCS kam in den Middelhaven, auch dort wurde geputzt und kontrolliert, denn morgen soll Crewwechsel sein. Beim Schiff hinter uns passierte ein Malheur beim Anlegen, ein Crewmitglied fiel ins Wasser. Wir halfen beim Bergen, unsere Badeleiter war die nächste Ausstiegsmöglichkeit. Und am Abend erhielten wir noch einen Aussenlieger. So war der Hafen wieder voll, war ja schliesslich Freitagabend.


Medemblik, das ehemalige Rathaus (Neu-/Nachbau 1940) und der Bahnhof von 1887 (heute nur noch für eine touristische Dampfbahn).

Medemblik - Medemblik, 0 sm.

Wetter: Am Morgen noch stürmisch, viele kurze und heftige Regenschauer, am Nachmittag freundlicher.

Pause

Heute Nacht und am Morgen hatte es böigen Starkwind und es kamen ständig Regengüsse. Wenn der Weg zum Sanitärgebäude trocken geschafft wurde, musste dort dann der nächste Schauer abgewartet werden, um wieder trocken aufs Boot zu kommen.
Die Dreaming Swiss des CCS hatte Crewwechsel, die neue Crew vom Kadertörn (Skipperausbildung) legte am frühen Nachmittag ab. Wir waren schon am Vormittag zu einem Stadt-Einkaufsbummel aufgebrochen, während den Regenschauern war kurzes Unterstehen nötig. Am Nachmittag schien es heller zu werden, doch als wir losgingen, regnete es wieder. Wir liefen zur Werft und als dort sogar noch jemand war, fragten wir nach einem Platz am Montag für Regina. Dann schauten wir bei der «alten» nun geschlossenen und leeren Werft vorbei, wo unser Boot schon mehrmals überwintert hatte.
Abschliessend wanderten wir durch die engen Gassen des alten Medemblik und über den Damm zurück zum Hafen. Der war heute ziemlich leer. Bei Starkwind bleiben die Wochenend-Schönwettersegler anscheinend lieber daheim.


Blick von der Velostrasse auf dem Deich über das Marschgebiet vor dem Ufer des IJsselmeers, hinten der Hafen von Andijk, rechts die Häuser hinter dem Deich.

Medemblik - Medemblik, 0 sm.

Wetter: Ganzer Tag sonnig, aber auch windig.

Velotour nach Andijk

Irgendwann in der Nacht gab es den letzten Regenguss, am Morgen schien die Sonne und erwärmte unser Cockpit unter der Kuchenbude wie im Wintergarten.
Nach dem Mittag transportierten wir unsere Velos wieder einmal an die frische Luft. Wir fuhren auf den wunderschönen niederländischen Velostrassen ins Nachbardorf. Es war ein Vergnügen, sich wieder einmal so zu bewegen. Eigentlich wollten wir nur mal den Hafen besuchen und anschauen, den einzigen vom IJsselmeer, den wir noch nie besucht hatten. Es waren ziemlich viele Velos unterwegs, es ist auch eine schöne Route. Meistens konnten wir auf dem Deich fahren mit Sicht aufs IJsselmeer oder die Naturschutzgebiete zwischen Ufer und Deich. Auf der anderen Seite befanden sich die Felder und Siedlungen. Diese waren aber deutlich tiefer unten als die Wasseroberfläche des IJsselmeers, und mehrfach hatte es auch Pumpstationen, die das Wasser aus den Grachten hinauf ins IJsselmeer pumpen.
In unserem Hafen war nicht so viel los. Im Gegensatz zum Regattahafen unterwegs auf unserer Tour. Es hatte viele Leute, die mit dem Trailer das Boot hierher fuhren und den Sonntag auf dem Wasser verbrachten, sowohl Schlauch- und kleinere Motorboote als auch Segelschiffe und Jollen, hier sahen wir das erste Mal eine Sliprampe.
Als Tagesabschluss wurden die Velos geputzt und gecheckt, die Kette wurde gereinigt und geölt. So sind sie nächsten Frühling wieder bereit für Touren.


In der Schleuse in Medemblik Westerhaven zu den Grachten. Wir werden nachher 2m tiefer unten sein als das IJsselmeer.

Medemblik, Middelhaven - Medemblik MYS, 1 sm.

Wetter: Teils sonnig, teils bewölkt.

Arbeitstag, Transfer zur Werft

Heute wurde wieder gearbeitet: gespült, gereinigt, geputzt . . .
Nach dem Mittag fuhren wir los, zuerst musste die Brücke für uns hochgeklappt werden. Ein anderes Segelboot fuhr nach uns gleich mit. Anschliessend konnten wir, auf der anderen Seite des Westerhaven, gleich in die Schleuse fahren.
Nachdem das Wasserniveau etwa 2m tiefer war als bei der Einfahrt, ging das Tor auf der anderen Seite wieder auf. Zur Werft war es nicht mehr weit.
Wir machten an einem freien Platz fest und meldeten uns im Büro an. Allerdings kam keiner zu uns ans Boot und wir sind mal gespannt, wann morgen jemand kommt. Wir fanden noch etwas zu tun an Bord (Winschenpflege, Schränke reinigen usw.), entsorgten den Abfall und brachten die Altbatterien zur Sammelstelle. Und wir stellten fest, dass in allen Ländern, die wir dieses Jahr besucht hatten, die Trennung der Abfälle besser organisiert war als hier in den Niederlanden.


Winterbild in Medemblik: Unser Salon kann zur Zeit nicht genutzt werden, dafür hat der Techniker Zugang zu den Leitungen in der Backskiste.

Medemblik MYS - Medemblik MYS, 0 sm.

Wetter: Meist bewölkt, wenig Wind, am Abend ein paar Tropfen.

Arbeiten bis zum Abschluss

Heute war nix mit Ausschlafen, es gab viel zu tun, um das Schiff wintertauglich der Werft übergeben zu können, immerhin wird Regina nun 6 Monate nicht segeln können (und wir auch nicht). Am Morgen kam auch Jan von der Werft MYS vorbei und nahm alle To-Do’s unserer Checkliste auf.
Wir benötigen ein neues Funkgerät. Die Kabel führen aber kreuz und quer durchs Schiff, insbesondere durch die Backskiste. So mussten wir diese vollständig ausräumen und all die Dinge, die eben tief in einer Backskiste versorgt waren, irgendwo anders verstauen, ohne dass die Zugänge für die Werftarbeiter behindert werden.
Der Tag wurde abgeschlossen mit einer Dusche in der Sanitäranlage der Werft und einem externen Znacht.


Wir verlassen Regina und Medemblik noch in der Dunkelheit. Regina ist bereit fürs Auswassern und das Winterlager.

Medemblik MYS - Zürich, 0 sm.

Wetter: Wärmer und sonniger.

Heimreise

Es war noch stockdunkel, als wir Regina verliessen, alles aufgeräumt und sauber, bereit zum Auswassern und für das Winterlager in der Halle. Trotz der Frühe war der Bus nach Hoorn gut besetzt und der anschliessende Intercity nach Amsterdam voll. In Amsterdam reichte es gerade mal für einen Kaffee, dann gings weiter mit dem ICE der Deutschen Bahn.
Die Reise war angenehm und ohne Stress, einzig die DB hatte ihre bekannten Mühen. Bis Mannheim hatte der Zug schon eine halbe Stunde Verspätung, der Anschlusszug zum Glück ebenfalls. Anstatt mit dem ICE bis Zürich zu fahren mussten wir in Basel in einen TGV umsteigen, der fahrplanmässig unterwegs war.
Zuhause ist es etwas gewöhnungsbedürftig, soviel Platz hatten wir in den letzten 4 Monaten nicht, dafür hatten wir den Himmel von Horizont zu Horizont für uns. Jetzt werden wir den Herbst in der Schweiz geniessen, im Winter viele Skitouren machen und im Frühling wieder ans IJsselmeer reisen. Es gibt noch keine Planung, erst einige Ideen für die nächstjährige Segelreise.


 

Das ist der Text in der Fusszeile.