Baltic Sea 2024, Log-Übersicht

Logbuch Etappe 3:
Lübecker Bucht und Mecklenburg

von Fehmarn Burgtiefe nach Gedser 

2024-05-12 - 2024-05-25, 14 Tageseinträge, 151 sm.

Von Fehmarn nach Lübeck und Wismar und Warnemünde (Rostock) und wieder nach Dänemark statt wie geplant nach Stralsund und Rügen. Dabei verbrachten wir viele Tage in Lübeck und später in Wismar, weil wir ständig einen teils sturmstarken Ostwind hatten. Einmal fuhren wir mit Bus und Bahn nach Rostock. Von Kühlungsborn / Warnemünde aus segelten wir nordwärts nach Dänemark statt ostwärts nach Stralsund.



Gerangel im engen Fahrwasser der Ausfahrt von Burgtiefe.

Fehmarn Burgtiefe - Lübeck, 44 sm.

Wetter: ENE-E 3-5, sonnig.

Schönes langes Segeln nach Travemünde

Wir legten früh ab und waren nicht allein. Mehrere Regattaboote waren schon am Ablegen oder unterwegs. Der NE-Wind war schon im Hafen zu spüren und blies den ganzen Tag mehr oder weniger kräftig. Anfangs segelten wir halbwind mit 7 Knoten Speed, später mit einem anderen Kurs kam der Wind mehr achterlich und wir waren nicht mehr so schnell.
Heute am Sonntag waren viele Segler unterwegs, es hat auch viele grosse Marinas entlang der Küste der Lübecker Bucht. Weil die Brücke vor Lübeck nur 4x am Tag öffnet, waren wir so früh gestartet. Und weil wir so schnell segelten, waren wir viel zu früh in Travemünde. So ankerten wir zur Kaffeepause für eine Stunde in einer schönen Seitenarmbucht der Trave, die wir flussaufwärts bis nach Lübeck fuhren. Leider war es keine Sandbucht, so musste der Anker und vor allem die Kette gründlich gespült werden.
Vor der Klappbrücke in Lübeck mussten wir dann nochmals kurz warten, bis sie aufging und wir die letzten Meter bis zur Marina am Rande der Altstadt fahren konnten. Unseren per Internet reservierten Platz gerade neben dem Sanitärgebäude fand der Hafenmeister nicht schön oder geeignet für uns und er wies uns einen anderen, ruhigeren Platz an einem Schwimmsteg zu. Und dann wurde Regina wieder mal gründlich abgespült.
Wir liefen noch kurz Richtung Stadt und gingen dann aber schnell wieder zurück, denn es war Zeit für den Znacht.


Das berühmte Holstentor in Lübeck

Lübeck - Lübeck, 0 sm.

Wetter: schön und warm, SE mit Böen.

Hansestadt Lübeck, Weltkulturerbe

Wir verbrachten den ganzen Tag in der wunderschönen Stadt. Es gibt hier unglaublich viele alte Häuser, die zum Teil aus dem Mittelalter sind. Die meisten sind auch schön renoviert. Wir holten uns im Touristenoffice einen Stadtplan, um den vorgeschlagenen Stadtrundgang zu machen.
Aus www.unesco.de zu Lübeck: «1143 an der norddeutschen Ostseeküste gegründet, war Lübeck von 1230 bis 1535 eine der wichtigsten Städte der Hanse, welche zu dieser Zeit das Handelsmonopol an Ost- und Nordsee hielt. Die historische Struktur der Altstadtinsel mit ihrem klingenförmigen Grundriss aus der Gründerzeit der Stadt ist trotz Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg gut erhalten und bezeugt die Entfaltung Lübecks zum Handelszentrum Nordeuropas.»
Das Holstentor ist ja bekannt, aber auch die vielen Lagerhäuser und Kirchen, die Gebäude des alten Heiligen-Geist-Hospitals, das Rathaus und der Dom sind beeindruckend. Das Aussortieren der Bilder wird sicher nicht einfach sein.
Und die Stadt lebt! Viele Menschen, SchülerInnen und Touristen bewegen sich in der Stadt.
Dazu war es heute ungewohnt warm. Gestern noch mit Thermokleidung auf dem Boot und heute schwitzten wir an der Sonne.
Die Sonne bleibt, und der starke Ostwind auch und so werden wir auch bleiben.


Auf Einkaufstour in Lübeck: die Vordertasche des Bromptons ist voll geladen und schwer (zu schwer?).

Lübeck - Lübeck, 0 sm.

Wetter: wolkenlos schön und warm, starker E mit heftigen Böen.

Einkaufsvelotouren

Unsere Essensvorräte waren noch nicht wirklich gefüllt, erst den erweiterten Tagesbedarf haben wir jeweils abgedeckt. So fuhren wir heute mit den Velos zweimal zu grösseren Supermärkten und dann schwer beladen wieder zurück zum Schiff. Der Autoverkehr ist hier ziemlich hektisch, aber es hat überall abgetrennte Velowege, und bei den Kreuzungen wartet man halt lange auf grün, aber soweit war es angenehm, mit dem Velo unterwegs zu sein.
Wir waren im Cockpit recht gut geschützt gegen den starken und böigen Ostwind, da neben uns ein grosses Motorboot stand und uns Windschatten gab. Der Wind orgelte aber tüchtig im Rigg und brachte das Schiff zum Schaukeln, auch der Windgenerator lief die ganze Zeit. Aber die Sonne brannte heiss ins Cockpit, wir stellten gar die Kuchenbude wieder auf, allerdings mit weit geöffneten Fenstern, um etwas Schatten zu haben. So gegen 18 Uhr verschwand die Sonne hinter dem Haus und es kühlte ab, mit schönem Blick über das Hafenbecken an die noch sonnenbeschiene Altstadtfront von Lübeck.
Der Starkwind aus Ost dauert noch einige Tage, wir bleiben hier und machen noch Ausflüge.


Rostock beim Universitätsplatz mitten in der Altstadt.

Lübeck - Lübeck, 0 sm.

Wetter: sonnig, warm, starker E.

Ausflug nach Rostock

Wir wollten bequem und ohne umzusteigen nach Rostock fahren und buchten den Flixbus, was wir später sehr bereuten. Er war zwar sehr pünktlich an der Haltestelle in Lübeck, fuhr dann aber mehr als eine halbe Stunde später ab. Und dann blieb er in Wismar lange stehen. Keiner wusste warum. Auf Nachfrage, der Chauffeur konnte weder deutsch noch englisch, übersetzte er am Handy, dass er nicht mehr weiterfahren durfte und auf Ablösung warten musste. Und alle warteten. Schliesslich kam die Ablösung mit einem anderen Flixbus, musste aber auch noch 45 Min. Pause machen. So erreichten wir 2 Stunden später als geplant Rostock.
Die Stadt ist sehr weitläufig, es hat überall sehr viel Platz. Alte (bis 13.Jhdt.) und moderne (21. Jhdt.) Häuser sind gut durchmischt. Wir wanderten die Touristenroute ab und sahen uns die berühmten Gebäude an. Da der Bahnhof ziemlich weit von der Altstadt entfernt war, sahen wir auch etwas von den Aussenquartieren und nicht nur die alte Innenstadt.
Es war warm, aber der frische, starke Ostwind war ungemütlich.
Als wir per Mail informiert wurden, dass der Flixbus für die Rückfahrt auch wieder 2 Stunden verspätet sein würde, stornierten wir die Fahrt und nahmen den Zug der DB (gleiche Dauer, gleicher Preis, 1x umsteigen), der sehr pünktlich verkehrte!
Auch hier sahen wir unterwegs wieder riesige Kornfelder, grosse Waldflächen mit vorwiegend Laubbäumen, Seen und nur wenig Besiedelung. Trotz Umsteigen erreichten wir Lübeck pünktlich nach Fahrplan gegen 21 Uhr.


Das Rathaus der Hansestadt Lübeck - seit fast 800 Jahren werden von hier aus die Geschicke der Stadt gelenkt. Es ist Sitz der Verwaltung und Tagungsort des Senats sowie der Bürgerschaft.

Lübeck - Lübeck, 0 sm.

Wetter: schön und warm, immer noch starker E.

Arbeitstag und Lübeck-Marzipan

Am Morgen wurde der Winterservice am WC nachgeholt, die Dichtungen waren nicht mehr alle dicht. Und die Schrauben für den Cockpit-Tisch konnten festgezogen werden, aber dafür mussten wir den Steuerstand auseinandernehmen. Und den ersten Teil der Steuerseilkontrolle und des Autopiloten, der bei der letzten Fahrt Aussetzer hatte, wurde ohne negatives Ergebnis durchgeführt. Ja, und auch Motor- und Oel- und Kühlwasserkontrolle gehörte dazu. Auch wurden die schon länger gewaschenen Vorhänge wieder montiert.
Als Nachbarin kam ein Schweizerboot, das den Winter über einige Stege weiter weg stand, dabei konnten wir beim Manövern helfen.
Am Nachmittag machten wir nochmals einen kleinen Spaziergang durch Lübeck, teils zum Einkaufen (Tagesbedarf und eine Daten-SIM fürs Internet), und auch für ein Souvenir (Lübecker Marzipan). Hierher werden wir ja wahrscheinlich nie mehr kommen, auch wenn uns die Stadt sehr gefällt.


Ankerplatz im Abendlicht in der Bucht Holzwiek an der Trave.

Lübeck - Anker Trave Bucht Holzwiek, 8 sm.

Wetter: schön, E3-5.

Endlich los

Heute ging es endlich weiter!
Aber wir nahmen es gemütlich und zielten auf die Mittagsbrückenöffnung. Erst wurde noch der Wassertank aufgefüllt und wir halfen dem Holländer mit seinem Flachbodenholzboot beim Platzwechsel. Bei starkem Seitenwind und ohne Bugstrahler war das nicht so einfach. Dann legten wir ab. Der alte grosse Zweimaster «Lisa von Lübeck», eine Nachbildung eines Hanseatischen Handelsschiffs, fuhr hinter uns. Und so ging es auf der Trave flussabwärts bis zur Ankerbucht in der Trave, die wir ja schon von der Hinfahrt kannten.
Der Nachmittag verging mit Lesen und Planen. Es kamen immer mehr Segelboote, die hier auch übernachten wollten. Die Temperatur im Boot war karibikähnlich, nur die Wassertemperatur mit knapp 18 Grad eher nicht (das Schwimmen wurde aufgeschoben). Aber nach Sonnenuntergang wurde es schnell wieder ostseekühl.


Anregendes Segeln kurz nach Travemünde

Anker Trave Bucht Holzwiek - Wismar Westhafen, 34 sm.

Wetter: NE 3-5, schön, am Abend Regentropfen.

Hartes Segeln am Wind mit 4-5bf

Die Ankernacht war äusserst geruhsam, fast kein Wind, keine Wellen, kein Lärm (Ausnahme: Vogelkonzert im Wald am Abend und am Morgen). Der Start am Morgen war etwas kompliziert, denn mit dem Anker hoben wir auch viel Moordreck aufs Schiff. Diesen konnten wir zum Glück mit der Deckwaschpumpe wegspritzen, aber umständlicher als bei Sandgrund ist es allemal.
Zuerst motorten wir gemütlich auf der Trave nach Travemünde an den riesigen Skandinavienfähren vorbei, aber gleich hinter der Mole setzten wir unsere Segel und kreuzten nach Nordost, zu Beginn gemütlich mit 3bft, später ruppiger und gerefft bei 5bft, immerhin bei schönstem Wetter.
Weit im Norden vor Wismar steht ein Grün-Rot-Tonnenpaar, und durch dieses Gate mussten wir fahren. Aber nachher war es supergemütlich, mit raumem oder halbem Wind segelten wir bis zur Hafenmole von Wismar. Nach einigem Suchen fanden wir auch einen «grünen» Gästeplatz.
Ein kleiner Spaziergang führte uns in die Innenstadt von Wismar, und – oh Wunder – das Tourismusoffice war noch offen und wir kriegten einen Stadtplan und eine Route für Sehenswürdigkeiten für die morgige Tour durch die Stadt. Wir sahen auch den Alten Hafen (hier hätte man auch anlegen können) und die Neubauten im Hafenquartier.


Typische Backstein-Gotik in Wismar (St. Georgen Kirche)

Wismar Westhafen - Wismar Westhafen, 0 sm.

Wetter: schön, Regenschauer und Gewitter, E-Winde.

Spaziergang durch Wismar

Weil Gewitter für die Mittagszeit angesagt waren, gaben wir uns Mühe, früh loszugehen. Aber die Stadt schlief noch, als wir loszogen. Wir schauten uns die alten, hübschen Häuser und die markant hohen alten Kirchen aus Backstein (bekannt als Backstein-Gotik) an, wir hatten ja gestern einen Plan mit den Highlights von Wismar erhalten. Die Stadt ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und eine Hansestadt, entsprechend gross ist die Anziehung für die Touristen, die am späteren Vormittag dann auch durch die Stadt spazierten. Es sind hier noch nicht alle Häuser renoviert und ganz so herausgeputzt wie Lübeck ist es auch nicht, und der Baustil ist weniger Backstein, dafür mehr hanseatischer Stil.
Gegen Mittag zogen die dunklen Wolken auf und wir kehrten zurück zur Regina. Dann kam der Regen, aber kaum Gewitter, das zog weiter südlich hörbar vorbei. Am Nachmittag schien wieder die Sonne und uns zog es nochmals in die Stadt. Auch die beiden anderen Hafenbecken mit Liegeplätzen besichtigten wir. Wir konnten noch draussen am Platz beim Italiener einen freien Tisch ergattern und essen, denn die dunklen Wolken verdeckten die Sonne noch nicht. Doch kaum waren wir zurück auf dem Schiff, regnete es. Es ist immer schön, wieder zurück in unser Boot zu kommen.


Blick vom St. Marienturm in Wismar auf die Stadt und die Fläche des zerstörten Kirchenschiffs hinunter.

Wismar Westhafen - Wismar Westhafen, 0 sm.

Wetter: schön, dann Regenschauer und heftige Gewitter, Böen.

Besteigung St. Marienturm

Am späten Vormittag gingen wir nochmals in die Stadt. Die geplante Velotour wurde wegen Gewittern und Regen gegen Mittag abgesagt. Kurzentschlossen buchten wir eine Turmbesteigung mit Führung vom St. Marienturm, dem bedeutenden Wahr- und auch Seezeichen von Wismar. Er wurde ab 1280 gebaut. Das Kirchenschiff, das dazugehörte, war im April 1945 durch einen Luftangriff schwer beschädigt worden. 1960 wurde die Ruine gesprengt.
Der 80 Meter Turm darf nicht selbständig bestiegen werden. Aber wir bekamen eine Führung nur für uns und interessante Erklärungen. Die Turmspitze ist gesperrt, weil dort Wanderfalken brüten. Die Herstellung der Backsteine für die Gebäude wurde vor dem Turm am Schauplatz einer mittelalterlichen Kirchenbaustelle präsentiert (ca. 5'000'000 Backsteine wurden für die Kirche benötigt). Die Aussicht aus 63m Höhe war eindrücklich, einerseits auf den jetzigen Vorplatz bzw. das frühere Kirchenschiff, andererseits über die ganze Stadt mit den anderen Kirchtürmen und den Hafen.
Unterwegs nach Hause trafen wir zwei Puppenspieler mit einem riesigen Nosferatu. Der berühmte Stummfilm darüber wurde 1924 hier in Wismar gedreht.
Am späten Nachmittag kam dann erst das angekündigte Gewitter, und dann gerade sehr heftig. Regina bekam eine schöne Dusche.
Wir studierten die weitere Strecke und die Wetterlage: der starke Ostwind mit Gewitter bleibt und wir kommen nicht von hier weg!


Velotour zum Hafen Kirchdorf auf der Insel Poel (bei Wismar).

Wismar Westhafen - Wismar Westhafen, 0 sm.

Wetter: schön, starker NE.

Velotour zur Insel Poel

Wenn wir nicht segeln können, dann machen wir halt eine Velotour, wenigstens ist nur während der Hälfte des Weges Gegenwind. Die 15km nach Kirchdorf auf der Insel Poel waren angenehm. Hier gibt es durchgehend separate Velowege neben den Strassen, und diese werden auch benützt (obwohl: es sind viel mehr Autos unterwegs als Velos), wir hatten Sonne, und einen erfrischenden Gegenwind zur Abkühlung.
Unser Picknick nahmen wir im dortigen kleinen Gästehafen auf dem Kirchenhügel mit Aussicht zu uns. Das Dorf und der Hafen befinden sich in einer geschützten Bucht auf der Südseite der Insel. Nach einem Dessert mit Kaffee fuhren wir noch an die Küste zur Feriensiedlung «Schwarzer Busch» mit dem langen Ostsee-Strand. Hier sahen wir auch, weshalb wir heute nicht segelten: ein satter NE5 wühlte das Meer vor dem Strand auf, und NE wäre unsere Richtung gewesen.
Die Heimfahrt war noch vergnüglicher, denn: Rückenwind auf der ganzen Strecke. Wir fanden sogar noch einen wunderschönen Veloweg entlang der Küste, weitab vom Verkehr und Häusern.
Den Nachmittag verbrachten wir schön gemütlich auf dem Schiff, hier im Westhafen von Wismar zwischen den Häusern spürte man vom starken Wind nicht viel.


Wismar im Westhafen, die Wolken werden schwärzer und bald beginnen die Böen und Blitz und Donner.

Wismar Westhafen - Wismar Westhafen, 0 sm.

Wetter: am Morgen schön und sehr warm, am späten Nachmittag tüchtiges Gewitter, anschliessend starker Regen.

Regina im Dichtigkeitstest

Heute war es richtig heiss. Wir fuhren mit den Velos zum Supermarkt, um nochmals einzukaufen. Eine grössere Velotour war gar nicht so verlockend, weil es so warm war und weil Gewitter angesagt waren. Diese und der heftige Regen kamen dann etwas später. Toni kontrollierte tief im Inneren der Regina die Anschlüsse des Autopiloten, der ja nicht mehr zuverlässig funktioniert.
Wir brachten noch einen zusätzlichen Festmacher an, es waren bis zu 8 bf Wind zu erwarten. Das heftige Gewitter zog dann aber südlicher vorbei, wir hatten keine schlimmen Böen, aber der Regen war intensiv, so einen hatten wir diesen Frühling noch nie.
Morgen gibt es endlich Wind von West und wir können weiter.


Ostseebad Kühlungsborn, es hat schon erstaunlich viele Leute, sogar im Wasser.

Wismar Westhafen - Ostseebad Kühlungsborn, 26 sm.

Wetter: zuerst Regen und grau, W2-3, später sonnig und windstill, kühler.

Beim Ostseebad

Es regnete die ganze Nacht. Und auch am Morgen noch. Als es aufhörte, lösten wir die Leinen und verliessen Wismar. Es war grau und die Sicht schlecht, auch das Land war schlecht zu sehen. Noch in der Bojengasse setzten wir die Segel, es hatte etwas Wind, der zur Abwechslung nicht aus Ost kam. Anfangs kamen wir trotz wenig Wind noch vorwärts, die Ostsee war sehr flach. Leider war mit dem Wind nicht viel los, nach 4 Seemeilen Langsamsegeln liess er uns ganz im Stich und wir brauchten den Motor.
Kaum in Kühlungsborn angekommen, kam die Sonne durch. Hier waren viele Plätze noch frei. Nach dem Besuch im Hafenbüro machten wir eine Velotour durch das Ostseebad, meist entlang des sehr langen Strandes. Erstaunlich viele Feriengäste waren unterwegs, sie spazierten, lagen im Sand und einige wenige waren sogar im Wasser (16 Grad, die Luft war heute auch nicht wärmer). Zu sehen gab es ausser Hotels, Restaurants, Ferienwohnungen, Kinderspielplätzen und Strandläden (und eben vielen Leute) nicht viel.
Es wurde kühl in Kühlungsborn und wir kehrten zurück zum Boot. Unsere tropfnasse Kuchenbude hatten wir aufgestellt und sie war beinahe wieder trocken. Die nassen Festmacherleinen können vielleicht bis morgen trocknen.
Die schöne Dusche hier genossen wir sehr. Sonnenuntergang (die Sonne tauchte wirklich ins Wasser) war um 21.15 Uhr.


Teepott und der Leuchtturm hinter der Düne bilden die traditionellen Wahrzeichen von Warnemünde.

Ostseebad Kühlungsborn - Warnemünde, 14 sm.

Wetter: NE3-5, schön.

Wieder mal Ostwind

Eigentlich wollten wir erst gegen Mittag lossegeln, weil der Wind dann kommen sollte. Aber er war schon vorher da und wir legten ab.
Und es wurde ein wunderschöner Segeltag, obwohl wir immer hart am Wind segeln mussten. Der Wind frischte immer mehr auf und wir mussten sogar reffen und es ging mit über 7 Knoten nach Warnemünde. Schon zur Kaffeezeit waren wir da.
Natürlich waren auch hier sehr viele Besucher am Spazieren, vor allem Pensionierte so wie wir und noch ältere. Und für diese Feriengäste hat es viele Souvenirshops, Fischbrötchen-Stände und Restaurants. Am riesigen Strand waren Unmengen von Strandkörben aufgestellt, und die älteren Herren liessen ihre grossen Drachen fliegen. Mitten im Städtchen hat es einen grossen Kurpark, und die Sanddüne zwischen Strand und Hotels schützt etwas vor dem Wind. Eine Beschäftigung hier ist «Eis schlecken». Entsprechend viele Eisstände gibt es. Allerdings war uns die Luft mit dem Nordostwind zu kühl dazu.


Am Rande des Verkehrstrennungsgebietes (Seestrasse nach Helsinki, Russland etc.) kreuzten wir diesen grösseren Cargo.

Warnemünde - Gedser, 25 sm.

Wetter: NE3-4, sonnig, dunstig, grau.

Ausweichen nach Norden

Für Warnemünde waren Gewitter angesagt, schon am Vormittag. Allerdings war es klar und keine Spur von Gewitterwolken, als wir ablegten. Wir hatten am Vorabend lange überlegt, ob wir bleiben oder lossegeln sollten und in welche Richtung.
Bei der Mole konnten wir die Segel ausrollen und es wurde ein schöner Segeltag. Über das Fahrwasser der Grossschiffahrt kamen wir problemlos, dank AIS konnten die Frachter getrackt werden. Die Fähren fahren auch häufig von Gedser nach Rostock, auf der gleichen Route wie wir.
Vor dem Fährenhafen in Gedser passierte es: wir wollten, schon unter Motor, der schnellen Fähre ausweichen, die auch schon hornte und dann steckte Regina plötzlich in einem Sandhügel beim Fahrwasser zum Yachthafen. Das Echolot zeigte zwar noch 2.2m an, aber wir steckten! Das war uns mit der Regina noch nie passiert! Im Rückwärtsgang konnten wir uns mit Vollgas wieder selber befreien. Aber wir waren natürlich ziemlich erschrocken. Tage vorher hatten wir von diesem Problem schon mehrmals im Funk gehört und jetzt passierte es auch uns. Die Ostsee ist einfach sehr untief (bzw. der Steuermann unaufmerksam: falsche Seite der grünen Tonne).
In der Marina (auf Dänisch Lystbådehavn) der südlichsten dänischen Stadt Gedser konnten wir längs an den Steg für die grossen Boote (ja, wir gehören dazu). Nach unserem Spaziergang in die Ortschaft, die ausgestorben und weitläufig war, kamen noch viele Segler in die Marina und das Hafenkino war unterhaltsam. Bei Seitenwind zwischen die Pfosten ist nicht so einfach.
Nachdem es auf der Fahrt diesig war, kam gegen Abend im Hafen die Sonne durch, das Meer war dann blau und nicht mehr grau und in der Kuchenbude wurde es angenehm warm.


 

Das ist der Text in der Fusszeile.