Südnorwegen 2025, Log-Übersicht

Logbuch Etappe 13:
Auf dem Kattegat durch Dänemark

von Styrsö Sandvik nach Marstal (Ærø) 

2025-08-30 - 2025-09-13, 15 Tageseinträge, 268 sm.

Von Göteborg zur dänischen Insel Læsø und dann südwärts nach Swendborg, immer wieder mit Pausetagen zum Abwettern oder Abwarten auf den besseren Wind. Am Schluss erreichten wir die Dänische Südsee und die Insel Ærø.



Eines der für die Insel Læsø typischen mit Tang bedeckten Häuser.

Styrsö Sandvik - Læsø Østerby, 28 sm.

Wetter: ESE3-4, zuerst Nebel, später bewölkt, am Abend Gewitter.

Von Schweden nach Dänemark

Es hatte sich gelohnt, gestern nur eine kurze Etappe zu fahren: unter besten Segelverhältnissen konnten wir das Kattegat queren, Raumwind bei 4bft, wenig Wellen. Am frühen Morgen lag zwar noch Nebel um die Inseln, der sich aber schnell auflockerte. Das Nebelhorn eines Frachters war schon im Hafen zu hören. Es war sehr dunstig, aber die anderen Schiffe sahen wir früh genug. Bei dieser Passage mussten wir auch die Seefahrtstrasse von der Nordsee in die Ostsee queren, wir konnten den Kurs ohne Probleme halten, es hatte nur wenige Frachter und Tanker.
Der Gästehafen von Østerby wurde offensichtlich umgebaut und modernisiert, bei einem früheren Besuch sah es anders aus. Auch die Umgebung ist moderner, es gibt jetzt auch Plätze für Camper, und auch einen Supermarkt und ein paar Boutiquen und Velovermieter, die Restaurants sind am Wochenende noch offen. Der Hafen war bei weitem nicht voll (die Saison ist vorbei), trotzdem standen vor allem schwedische Boote hier, vielleicht wegen des Weekends, sicher aber für günstigen Alkohol-Einkauf.
Kurz vor dem Gewitterregen machten wir noch eine kleine Velotour, allerdings reichte es nicht bis zum Hauptort Byrum. Immerhin sahen wir dänische Häuser auf der flachen Insel mit Strohdach, eines sogar mit dem für diese Insel typischen Tangdach. Hier ist alles auf Sand gebaut, auch die Kiefern wachsen auf Sandboden. In Schweden waren es Granitfelsen. Fast auf die Sekunde genau kamen wir wieder zurück zum Boot: die Velos versorgen und die Kuchenbude aufstellen, und die ersten Tropfen fielen schon vom Himmel.


Der leere Gästehafen von Vesterø auf Læsø.

Læsø Østerby - Læsø Vesterø, 16 sm.

Wetter: SE 3-5, bedeckt.

Fast Rund Læsø

Die Fahrt von hier gegen Süden wäre sehr anstrengend geworden, deshalb entschieden wir uns, nordseitig um die Insel Læsø zum andern Hafen zu segeln und dort einen Pausetag mit Inselbesichtigung einzulegen, da am Montag noch stärkerer Wind von Süd wehen soll.
Der Hafen leerte sich zunehmend, alle Schweden fuhren wieder nach Hause. Wir hatten zuerst raumen Wind, später Halbwind, und die letzte Stunde, nach der Umfahrung der Untiefe im Norden der Insel, war es harter Am-Wind-Kurs bei 5bft. Das gab uns einen Eindruck, wie die Fahrt weiter nach Süden gewesen wäre. Wir waren froh, dass wir bald in den geschützten Hafen von Vesterø fahren konnten.
Hier waren wir allein, Platz hätte es für über 100 Schiffe. Ein kleiner Spaziergang führte uns in die Siedlung Vesterø hinein, aber alle Läden, alle Restaurants, das «Kurhaus», der Veloverleih waren geschlossen, einzig der Supermarkt hatte offen. Es hatte nur wenige Touristen, die auf die Fähre aufs Festland warteten, und die uns wie fast überall auf unsere Flagge ansprachen, ob wir wirklich von der Schweiz aus gesegelt seien. Am späten Abend kam noch ein Segelboot in den Gästehafen.


Einer der grossen holzbefeuerten "Kochtöpfe" zur Herstellung des Læsø Salzes.

Læsø Vesterø - Læsø Vesterø, 0 sm.

Wetter: starker S, meist stark bewölkt, am Abend Regen.

Velotour zur Salzsiederei

Auf der Velofahrt spürten wir, warum wir nicht gegen diesen Wind aufkreuzen wollten. Um so schneller war dann die Heimfahrt.
Wir besuchten die Schauanlage der ehemaligen Salzsiederei («Saltsyderne»). Hier wurde das Salz nicht in einem Bergwerk und auch nicht im Flachmeerwasser mit Verdunsten gewonnen, sondern das salzige Grundwasser wurde in einem riesigen Ofen mit Holzfeuer aufgeheizt und köchelte vor sich hin. Das wurde im Mittelalter erfunden, kam aber ca. 1700 zum Erliegen, weil die ganze Insel abgeholzt war. Bis ca. 1950 war die Insel eine waldlose Ödnis und wurde dann aufgeforstet. Heute gibt es viele Naturschutzgebiete, einerseits mit Wald, anderseits flache Sümpfe und Salzwiesen, welche offenbar eine interessante Vogelwelt beherbergt (und auch eine andere Art von Touristen anzieht).
Sowohl die Salzsiederei wie auch die Tangdachhäuser sollen ein Unesco-Weltkuturerbe werden.


Hier in Hals (in Jütland, Dänemark) gibt es keine Holzhäuser mehr wie in Schweden oder Norwegen, alle Häuser sind ähnlich wie dieses.

Læsø Vesterø - Hals, 33 sm.

Wetter: zuerst windstill oder wenig Wind, später SE2-4, hohe Wolken und etwas Sonne, am Abend Regen.

Fahrt nach Süden

Die ersten beiden Stunden waren Motorstunden, es hatte keinen oder zu schwacher Wind. Bei 6kn von SE setzten wir die Segel, und es ging langsam Richtung Hals am Eingang zum Limfjord. Mit jeder Viertelstunde nahm der Wind etwas zu, am Schluss hatten wir «genügende» 14kn von ESE und entsprechend über 7kn Fahrt.
In Hals war der Lieblingsplatz bereits besetzt, aber wir fanden noch eine gute Alternative. Erstaunlicherweise trafen bis spät in den Abend noch viele Gastboote ein, schliesslich waren fast alle Gästeplätze besetzt.
Nach einem Spaziergang durch den Ort (hier hat es keine Holzhäuser mehr) und zum Supermarkt eilten wir zum Boot zurück. Nach dem Aufstellen der Kuchenbude regnete es. Hals scheint eine engagierte Segelgruppe zu haben, denn mitten in den Regenböen fuhren einige Boote hinaus zu einer Regatta gerade vor der Hafenmole. Und leider war nach dem Regenguss der Wind weg.


Dieser Unterkiefer eines Blauwals ist das Wahrzeichen von Hals: 1868 hat ein Kapitän von Hals den 30m langen und 90 Tonnen schweren Wal getötet.

Hals - Hals, 0 sm.

Wetter: SE-S 5-6, zuerst mit Sonne, später bedeckt und Regenschauer.

Starkwind Abwettern

Schon beim Aufstehen windete es recht, und tagsüber wurde es immer stärker. Es war laut im Boot und im Hafen, wenn die Windböen durch die Masten brausten. Nun, das war auch in der Wetterprognose ersichtlich. Wir blieben hier, denn bei diesem Wind aufkreuzen ist sinnlos. Zwei oder drei Boote verliessen den Hafen, sie fuhren aber westwärts Richtung Limfjord und Aalborg ins Landesinnere.
Eine Velotour nach Aalborg wäre möglich gewesen, aber bei diesem Wind ebenfalls kein Genuss, und eine Busfahrt dorthin als dritte Variante hat uns auch nicht mehr wirklich gelockt, wir waren ja schon mal in dieser Stadt. So blieben wir auf dem Boot, lasen, machten einige Bootsarbeiten, führten den langwierigen Seekartenupdate durch, verbesserten die Festmacher am Boot, machten es uns gemütlich. Immerhin war es angenehm warm trotz des Starkwindes. Und am Nachmittag machten wir nochmals eine Spazierrunde durch die Ortschaft. Kochen konnten wir heute mit Windenergie.


Trotz Schräglage und Wellengeholper des Kattegats zwischen Hals und Grenå vertieft sich Elisabeth in eine andere Welt.

Hals - Grenå, 47 sm.

Wetter: SSW und S 4-5, am Schluss SSE3, meist sonnig, sonst bewölkt.

Sehr langer Segeltag

Trotz des starken Windes und des etwas exponierten Liegeplatzes war das Schaukeln moderat und wir konnten gut schlafen. Am Morgen starteten wir erst nach 9 Uhr in der Annahme, dass der Wind bereits nach SW drehen und etwas schwächer werden würde.
Der Start war fulminant, Im Fahrwasser vor Hals konnten wir bereits segeln, hatten etwas Mitstrom und rauschten mit über 7kn ins Kattegat hinaus. Für die Querung der Aalborg-Bucht hatten wir unterschiedliche Verhältnisse, zuerst noch starken Wind, später kamen Kreuzwellen dazu, die uns ausbremsten, und die ganze Zeit bis zu einem Knoten Gegenstrom. Wenige Meilen vor Grenå kämpften wir mit starkem Gegenstrom und zugleich mit dem Winddreher nach SSE bei schwachem Wind. Auf der ganzen Strecke waren wir immer so hart am Wind wie möglich, nutzten jeden kleinen Winddreher, trotzdem reichte es nicht bis vor die Hafeneinfahrt. Die letzten beiden Wenden überbrückten wir mit dem Motor. Nach fast 10 Stunden lagen wir fest im Gästehafen von Grenå.
Im Hafen hatte es nur wenige Gastboote, so war unser Lieblingsplatz noch frei. Nach dem Znacht machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Marina und zum Aquarium hinüber, aber mittlerweile wird es auch hier schon früh dunkel.


In Grenå gibt es nicht viele alte Häuser, neben der Kirche sahen wir nur gerade diesen Bauernhof (Gård), heute ist es ein Museum.

Grenå - Grenå, 0 sm.

Wetter: am Morgen Regen, später Regenschauer und schwachwindig aus SW, am Abend etwas Sonne und Mond und windstill.

Pausetag

Wenn der Regen aufs Deck prasselt, kann man sich getrost nochmals in die Decke wickeln. Erst nach dem Mittag hörte der Regen auf. So war es für uns ein Faulenzertag, da das Segeln mangels Windes sowieso nicht möglich war.
Am späteren Nachmittag fuhren wir mit den Bromptons in die Stadt zum Einkaufen und ein kleines Sightseeing. Als wir im Supermarkt waren, regnete es nochmals kurz und heftig.
An Bord wurde am Computer eine erste Liste für das Einwintern erstellt. Und auch die Route für die nächsten paar Tage wurde geklärt und geplant, immer schön flexibel und abhängig von Wind und Wetter.


Im Samsø-Sund, Segeln bei besten Verhältnissen.

Grenå - Ballen (Samsø), 38 sm.

Wetter: W3-4, dann SW1-2, leicht bewölkt.

Idealer langer Segeltag

Fast die gesamte Strecke konnten wir bei sonnigem Wetter mit Halbwind und fast ohne Wellen segeln, wunderschön und schnell. Zum Glück legten wir gestern einen Pausetag ein. Erst während der letzten Stunde war das Vergnügen etwas eingeschränkt, der Wind wurde sehr schwach und wechselte minütlich die Richtung, die letzten zwei Seemeilen musste uns der Flautenschieber unterstützen.
Der Hafen war sehr gut belegt, es hatte keinen Längsplatz mehr, und fast alle Gästeboxen für unsere Grösse waren schon besetzt. So machten wir längs an einer X50-Yacht fest und mussten halt darübersteigen, wenn wir ans Land wollten. Im Hafen hatte es fast nur Dänen, 2 deutsche Segelschiffe und noch wir als Ausländer, nur wenige Motorboote. Eigentlich war es zu erwarten, heute ist Samstag und Wochenendausflug der Einheimischen. Und der Hafen Ballen ist bekannt und beliebt, denn es hat hier mehrere Restaurants, nicht nur für die Crews, sondern auch für die vielen Autoausflugsgäste.
Für eine Velotour reichte es heute nicht mehr, die Bromptons über das andere Schiff hinüber zu hieven wäre doch etwas kompliziert gewesen, so blieb es beim Spaziergang im Hafengelände und durch das kleine Dorf mit den vielen Beizen.


Windfarmen hat es in Dänemark viele, diese steht südlich der Insel Samsø.

Ballen (Samsø) - Kerteminde, 37 sm.

Wetter: schön mit SE3 (manchmal 2, manchmal 4).

Wieder ein schöner Segeltag

Am Morgen war das Boot wieder klitschnass vom Tau. Aber bei Wind und Sonne trocknete es schnell. Gleich nach der Ausfahrt konnten die Segel gesetzt und erst kurz vor der Mole von Kerteminde auf der Insel Fünen wieder eingerollt werden. Es war ein schöner Segeltag, auch wenn wir immer hart am Wind segeln mussten. Mehrere andere Segelboote waren unterwegs. Ansonsten war nicht viel Spannendes zu sehen. Auch das flache Land ist nur zu sehen, wenn wir in Landnähe fahren.
In Kerteminde war viel Platz, um längs festzumachen. Wir liefen noch durch die Stadt, allerdings war am Sonntagabend nicht mehr viel los.
Die Mondfinsternis war erst zu sehen, als die totale Finsternis schon vorbei war, vorher war es einfach noch zu hell, oder zu dunstig am Horizont.


Bis zur Brücke über den Grossen Belt kämpften wir mit dem starken Gegenstrom.

Kerteminde - Lohals (Langeland), 34 sm.

Wetter: SE4-5, zwischendurch E3, später ESE4-5, immer sonnig mit einigen Schleierwolken.

Forfait gegen den Strom

Wir wussten, dass wir heute gegen den Wind aufkreuzen mussten, wenigstens hatten wir schönstes Wetter. Aber was wir nicht berücksichtigt hatten, war der nordgehende Strom. Die gesamte Ostsee fliesst durch die Belte und Sunde von Dänemark in den Atlantik, und dieses Fliessen wird durch passende Winde verstärkt oder gebremst. Heute wurde der Strom verstärkt. Nach mehreren Wenden mit Wendewinkel von etwa 140° hörten wir damit auf und machten die Abkürzung direkt gegen den Wind unter Motor. So erreichten wir die Brücke über den Grossen Belt und den Durchgang, der für uns genug Höhe hatte, in einer Stunde statt drei.
Gleich nach der Brücke setzten wir wieder die Segel, der Kurs war etwas südwestlicher und der Wind drehte eher auf ESE. So konnten wir die zweite Hälfte der heutigen Etappe mit Genuss und guter Geschwindigkeit segeln bis kurz vor dem Hafen von Lohals auf der Insel Langeland.
Am Abend standen nur 5 Segelboote an den Gästeplätzen, und ein holländischer kommerzieller Traditionssegler mit einigen Passagieren stand an der Pier, die offensichtlich extra für solche grossen Schiffe erstellt oder bereitgestellt wurde. Der Hafen ist klein und heimelig, die Infrastruktur etwas ältlich und teilweise marode, aber einfach und funktionstüchtig. Für die vorgesehene Velotour hatten wir keine Energie und auch keine Zeit mehr, unsere Ankunft war ja eher spät, so spazierten wir an der warmen Sonne nur durchs Hafengelände.


Im Sund nach Svendborg konnten wir zwar nur langsam segeln, aber so sah man wenigstens etwas von der Küste.

Lohals (Langeland) - Svendborg, 16 sm.

Wetter: E-ESE 2, manchmal fast 3, meist stark bewölkt.

Lange kurze Segeletappe

Heute übten wir wieder einmal das Langsam-Segeln. Da es praktisch keine Wellen hatte und auch keinen nennenswerten Strom, konnten wir auch mit 5-6kn Wind Regina vorwärts segeln lassen, wenn auch sehr langsam. Aber wir konnten praktisch von der Mole in Lohals bis in Sichtweite der Marina von Svendborg segeln, sogar den gewundenen Sund, der nach Svendborg führte, war möglich zu segeln. Es gab zwar einige Halsen, auch das Schmetterlingssegeln war im Programm, aber wir schafften die 16 Meilen in weniger als 5 Stunden.
Von der Landschaft sah man nicht viel, es war stark dunstig, und die Sonne versteckte sich über der tiefen Wolkenschicht. Die Küste war sowieso nicht sehr ausgeprägt, Dänemark ist flach. Erst im Sund vor Svendborg war das Land nahe. Im Gästehafen hatte es genügend Plätze zur Auswahl, sogar der Lieblingsplatz (längs anlegen auf der ablandigen Seite am Schwimmsteg, Bug gegen den Wind und gegen den Strom, problemloses Ablegen möglich) war noch frei.
Am Nachmittag spazierten wir durch die Innenstadt. Die Stadt gefiel uns, es hat viele ältere Riegelhäuser und auch sonst schöne und gepflegte Häuser, und die Fussgängerzone mit vielen hübschen Läden und vielen Restaurants war recht weiträumig und sehr belebt.
Am Abend nutzte Elisabeth wieder einmal die Waschmaschine im Gästehafen, morgen ist es dazu nicht ideal, weil es eher regnerisch sein wird.


Spaziergang durch das hübsche Städtchen Svendborg mit den vielen Riegelhäusern und den heimeligen Gassen mit kleinen Läden.

Svendborg - Svendborg, 0 sm.

Wetter: schwacher Wind, am Morgen wenig Regen, sonst stark bewölkt.

Pause- und Arbeitstag

Heute waren Gewitter und Regen zu erwarten, deshalb blieben wir hier. Doch es kam kein Gewitter und es regnete auch nicht mehr. So hätten wir eine kleine Velotour machen können. Die Wolken zogen aber bedrohlich dunkel vorbei und es regnete wahrscheinlich nicht weit von hier.
Wir gingen nur einkaufen (was es nur immer zum Einkaufen gibt!!) und blieben tagsüber auf dem Boot. Büroarbeiten wurden erledigt und die Bilge gründlich geputzt.
Znacht gab es im Städtchen.
Svendborg ist das Zentrum des UNESCO-Geoparks «Das Südfünische Inselmeer», auch bekannt als Dänische Südsee. Dazu gibt es an mehreren Orten in der Stadt Orientierungstafeln (und den untenstehenden Link).


Velofahren auf der Insel Ærø auf der "vierspurigen" Strasse ist ein Genuss.

Svendborg - Marstal (Ærø), 19 sm.

Wetter: S-SE3-4, zuerst sonnig, später bewölkt.

Mit dem Velo auf Ærø

Wir verliessen Svendborg schon um 8 Uhr, als erste, und es war noch fast windstill. Aber je länger wir den Sund hinaus motorten, desto mehr kam der Wind auf, und bei den Inseln in der Dänischen Südsee war er schon recht stark, aber eben, genau gegenan, und in den engen Fahrwassern war es nicht möglich zu segeln oder aufzukreuzen. Wir erreichten den grossen Gästehafen von Marstal schon recht früh, es waren noch nicht alle Segler weg, aber wir fanden einen schönen Längsplatz etwas weg vom Hauptgästesteg.
Zweimal zog eine Regenwolkenfront über uns hinweg, aber es blieb trocken. Wir nutzten den sehr windigen Nachmittag für eine kleine Velotour an die Südküste der Insel Ærø bei St. Albert (Ruinen eines Wikingerforts und einer Mittelalter-Kirche), fuhren dann aber unter schwarzen Wolken schnell (mit Rückenwind) wieder zurück zum Schiff, es blieb aber zum Glück trocken.


Ærøskøbing, die alten Häuser

Marstal (Ærø) - Marstal (Ærø), 0 sm.

Wetter: starke sw-Winde, häufig stark bewölkt, Regenschauer und Gewitter.

Veloausflug nach Ærøskøbing

Das Wetterfenster für die Velofahrt nach Ærøskøbing war nicht sehr gross. Und wir rechneten auch mit dem starken Gegenwind für die Heimfahrt. Trotzdem war die Fahrt sehr schön. Zuerst fuhren wir durch die Ortschaft Marstal, dann durch Aussenquartiere mit etwas nobleren Einfamilienhäusern, weiter dann übers Land mit Landwirtschaft mit Kühen und abgeernteten oder schon umgepflügten Feldern, abschliessend dem Meeresufer entlang bis zu den Häusern von Ærøskøbing.
Die kleine Stadt Ærøskøbing ist sehr bekannt für die vielen gut erhaltenen Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert und die mittelalterliche Grundstruktur, und die Strassenfronten waren wirklich sehr fotogen. Man könnte hier problemlos einen Film aufnehmen, der sich vor 200 Jahren abspielte, man müsste nur die parkierten Autos entfernen. Das Velofahren in den Strassen war allerdings unangenehm, denn es hatte überall Pflastersteine (grobe Bsetzistei-Strasse), aber das Velo schieben war hier eine gute Alternative. Wir schauten auch am alten Hafen vorbei (ist heute der Gästehafen), wo nur wenige Gästeboote lagen. Nach einem Kaffee und nochmals einem Spaziergang durch die Strassen gings auf der gleichen Route wieder zurück nach Marstal.
Keine 5 Minuten nach Ankunft beim Boot gab es einen tüchtigen Regenschauer.


Eine Replika des Schoners und Segelbootes Bonavista im Bau, wie es hier vor hundert Jahren kontruiert wurde, in Marstal vor dem Seefahrtsmuseum.

Marstal (Ærø) - Marstal (Ærø), 0 sm.

Wetter: am Morgen schön, am Nachmittag Regen, starker Wind aus S.

Warten in Marstal

Für die nächste Etappe wäre der Wind ungünstig gewesen, morgen sollte es besser sein. So blieben wir nochmals einen Tag hier. Wir spazierten durch das Städtchen, schauten uns die noch vorhandenen Bootswerften und das Motorenmuseum von aussen an, kamen beim Fährhafen vorbei und landeten dann mitten in der Stadt beim grossen Supermarkt. Durch die Gassen mit den einfachen Häusern und die Fussgängerzone mit ein paar Läden und (teils geschlossenen) Boutiquen und recht vielen Restaurants und Cafés kamen wir wieder zurück zum Gästehafen und aufs Boot. Am Nachmittag regnete es, zusätzlich zum starken Wind, wir sassen unter der Kuchenbude und sahen, dass recht viele Boote ankamen und in den Hafen fuhren. Am Wochenende sind offenbar einige Schiffe zusätzlich unterwegs.
Marstal ist grösser als der Hauptort Ærøskøbing, hat auch eine andere Geschichte. Hier hatte es viele Bootsbauer, die Segelboote aller Art herstellten, aber mit dem Aufkommen der Motorboote um ca. 1920 war diese Industrie praktisch zu Ende, heute lebt das Städtchen wie die anderen auch vom Tourismus und hat ein Seefahrtsmuseum mit Aussenzone. Der Gästehafen sei einer der meistbesuchten in Dänemark, kein Wunder, von Deutschland aus ist es ein «Katzensprung» und erste Anlaufstelle für das Cruising in der Dänischen Südsee.


 

Das ist der Text in der Fusszeile.