Südnorwegen 2025, Log-Übersicht

Logbuch Etappe 4:
Schärenküste von Westschweden

von Donsö (Göteborg) nach Sandefjord 

2025-05-26 - 2025-05-31, 6 Tageseinträge, 144 sm.

Von Donsö bei Göteborg segelten wir bei guten Verhältnissen entlang der Schären von Westschweden bis nach Norwegen (Sandefjord).



Kurz vor dem Gewitter bei Marstrand sahen die Wolken recht unheimlich aus.

Donsö (Göteborg) - Skärhamn, 31 sm.

Wetter: SSW4-5, im Gewitter W6+, sonst aber meist nur leicht bewölkt.

Das Gewitter verunsichert

Das Ablegen war einfach. Die ersten beiden Meilen mussten wir um die Inseln und Steine motoren, der Wind kam aus der falschen Richtung. Nachher hatten wir aber eine schöne Fahrt mit sehr achterlichem Raumwind nur unter Genua entlang der stark überbauten und bewohnten Inseln der Göteborger Schären.
Wolken zogen auf, wir dachten, das morgige Schlechtwetter sendet seine Vorboten. Aber plötzlich wurde der Wind markant stärker und drehte in die für uns ungünstige Richtung. Und dann hörten wir den Donner. Es begann intensiv zu regnen, und wir steckten mitten in 28kn-Böen. Und all das genau an der engsten Stelle der Route, beidseitig mit Steinen und Felsinseln. Für 100m brauchten wir die Unterstützung des Motors, damit es uns nicht in die Steine trieb, aber dann war es auch schon vorbei. Es regnete wohl noch, und einige Donnergrollen hörten wir noch länger. Aber hinter der Regenwand sahen wir schon wieder den blauen Himmel. Kommt das Gewitter nochmals, sollen wir zum allernächsten Hafen fliehen?
Wir gaben der Sonne und dem blauen Himmel die grösseren Chancen. So fuhren wir weiter zum geplanten Ziel, allerdings unter Motor, denn es hatte kaum mehr Wind und hohe Wellen, die über die offene Küste vom Kattegat hereinrollten.
Der Gästehafen von Skärhamn ist ausgelegt für sehr viele Boote. An vielen Stegen stehen Mooringleinen zur Verfügung. Aber heute waren es nur wenige Boote, wir legten wie auch die anderen Boote längs am Steg an. Die Sonne schien, es wehte nur ein schwacher Wind. Anstatt eines Hafenmeisters gab es an seiner Türe einen QR-Code, um mit der Kreditkarte bezahlen zu können. Wasser gibt es noch nicht, die Saison hat hier noch nicht begonnen.
Ein kleiner Spaziergang führte uns in das Städtchen und um den Hafen herum. Früher waren hier Fischerflotten, heute nur noch Touristen wie wir.


Waffelbacken am Sturmtag in Skärhamn.

Skärhamn - Skärhamn, 0 sm.

Wetter: stürmisch und Regen, am späten Nachmittag Sonne und etwas weniger heftig.

Sturm im Hafen mit frischen Waffeln

Der Sturm wurde schon lange vorausgesagt, deshalb wählten wir diesen gut geschützten Gästehafen. Aber auch hier schaukelte das Boot heftig, nicht wegen den Wellen, sondern wegen den Sturmböen, die von der Seite eintrafen. Ausser dem WC-Besuch blieben wir auf dem Schiff und heizten das Innere auf eine angenehme Temperatur. Es kam kein Gast, es ging kein Gast. Und Elisabeth nutzte den Regentag fürs Backen von Waffeln, so wurde es noch ein bisschen wärmer im Schiff.
Nach dem Regen am Nachmittag machten wir einen Spaziergang zum ICA für Lebensmitteleinkäufe. Wie freuten sich alle, wenn nach den dunklen Wolken die Sonne wieder schien! So wars trotz Wind dank der Sonne auch unter der Kuchenbude warm.


Aussicht vom Söndre Hoge Berg auf Hunnebostrand und den Gästehafen.

Skärhamn - Hunnebostrand, 37 sm.

Wetter: meist sonnig, WSW2-SW3.

Besteigung Söndre Hoge Berg

Am frühen Morgen war es windstill bzw. mit einer sehr leichten Brise aus WSW. Wir fuhren unter Motor etwas weiter hinaus als nötig. Aber auch ausserhalb der Inseln fanden wir nicht mehr Wind. Deshalb fuhren wir auf der Inneren Route nach Norden und staunten über die vielen Ferien-/Sommerhäuschen auf den Inselchen. Bei einer späteren Möglichkeit verliessen wir diese Route und tuckerten wieder aufs offene Meer hinaus, in der Hoffnung auf etwas Wind, und wenn nicht, dann ist es aussen rum wenigstens kürzer zum Motoren. Erst beim Leuchtturm Möseskär kam ein Wind von 5-6 kn auf, wir segelten nun sehr langsam nach Norden, gequält von der Dünung, die genau querab kam. Irgendwann hatten wir dann Wind, um wenigstens 4-5kn schnell zu segeln. Immerhin schien die Sonne und es war nicht mehr gar so kalt.
Trotz allem fanden wir, der Hafen von Smögen wäre zu früh. Wir segelten daran vorbei und erreichten 2 Stunden später Hunnebostrand. Dieses Dorf hat drei Marinas, eine davon ist der Gästehafen, heute aber noch ziemlich leer. Auch kein Hafenmeister, die umliegenden Läden und Restaurants waren ebenfalls «stängt» bis anfangs oder Mitte Juni.
Wir trafen ein Schweizer Paar, das mit seinem selbstgebauten jetzt 40jährigen Segelboot schon um die Welt gesegelt war. Wir spazierten durch das «geschlossene» Dorf und bestiegen den Utsiktsberg «Söndre Hoge Berg», wo wir schön über das Dorf und die drei Häfen schauen konnten. Man sah aber auch weit ins Meer hinaus und die vielen Inseln und kahlen Schären, und in die andere Richtung ins Hinterland mit den vielen dichten Wäldern.


Auffallend viele Norweger kommen uns vor Strömstad entgegen und segeln südwärts.

Hunnebostrand - Strömstad, 37 sm.

Wetter: sonnig, W-SW 3-4, am Abend bedeckt.

Wir segeln nordwärts, die Norweger südwärts

Wir brauchten wieder mal den Wecker. Das Schweizerboot war aber schon weg, als wir an der Sonne in der Kuchenbude frühstückten.
Es wurde ein schöner Segeltag. Anfangs mussten wir aufkreuzen, was zwischen den vielen Inseln und Steinen im Schärengebiet Konzentration erforderte.
Weil der Wind nicht ganz passte, um den inneren Weg durch die Schären zu nehmen, fuhren wir dann aufs offene Meer. Und bei diesem starken Wind ging es schnell vorwärts. Aber kalt ist es draussen immer noch. Mittags brauchten wir eine heisse Suppe. Auffallend waren die vielen Segler aus Norwegen, die nach Süden fuhren.
In Strömstad suchten wir nach einem freien Platz. Der Innere Hafen war voll mit Norwegern. Und der Schweizer hatte von einem Hafen mit viel Platz erzählt! Das lange Wochenende wird natürlich von allen genutzt.
Wir fuhren wieder zurück zu den äusseren Stegen, als gerade ein Motorboot ablegte. So ein Glück! Schnell konnten wir dort festmachen. Später kamen noch mehr Boote aus Norwegen, die offenbar irgendwo noch einen Platz fanden.


Im überfüllten Gästehafen von Strömstad, teilweise gab es auch 3er-Päckli.

Strömstad - Strömstad, 0 sm.

Wetter: Regen in der Nacht, tagsüber stürmisch von W mit Sonne, am Abend wolkenlos und schwacher Wind.

Gemütlicher Pausetag

Immer wieder schauten wir uns die Wetterberichte an und versuchten herauszufinden, ob wir in den nächsten Tagen etwas unternehmen oder weitersegeln sollen. Für das Wochenende ist es offensichtlich, wegen der vielen Norweger keinen anderen Hafen anzusteuern. Es hat nicht viel Wechsel im Hafen gegeben, jene die einen Platz haben, wollen bleiben. Morgen gibt es laue Winde, am Sonntag wieder stürmische mit Regen. Die Tiefs über dem Nordatlantik ziehen sehr schnell nach NE und machen uns das unstete und manchmal heftige Wetter hier im Skagerak.
Am Nachmittag spazierten wir zu einem grossen ICA etwas ausserhalb der Stadt. Aber auch hier standen sehr viele norwegische Autos für Einkäufe im «günstigeren» Schweden. Nach der Dusche genossen wir wieder einmal das Auswärtsessen, d.h. ohne Kochen und ohne Abwasch.


Wir haben die Felsen von Norwegen bei Sandefjord erreicht.

Strömstad - Sandefjord, 39 sm.

Wetter: sonnig, WNW-SSW-S 2-4.

Passage nach Norwegen

Eigentlich war für heute eine Velotour geplant und am Montag ein Ausflug auf die Inseln Koster. Aber nach dem genauen Studium der Wetterlage entschlossen wir uns, schon heute nach Norwegen zu segeln. Es wurde ein schöner, gemütlicher Segeltag ohne grössere Wellen.
Durch die schwedischen Schären und gegen den Wind konnten wir noch nicht segeln. Dann konnten wir aufkreuzen. Vor dem angekündigten Windrichtungswechsel erreichten wir das Flautenloch und kamen nur mit Diesel vorwärts, anschliessend segelten wir bis kurz vor den Hafen Sandefjord. Die Fähre, die zwischen Sandefjord und Stömstad fährt, kam uns dann im engen Fjord noch entgegen.
Wir hatten den Hafenplatz schon vorgebucht, weil wir wussten, dass wir erst am Abend ankommen würden. Und am Wochenende sind ja meistens viele Boote unterwegs und die Häfen voll. Aber als wir ankamen, war unser Platz schon besetzt!! Ein Norweger kam auch mit uns an, und dessen Platz war auch belegt. So machten wir einfach an einem anderen Platz fest und hoffen, dass keiner auf diesen Platz kommen will.
In der Stadt waren unzählige Schulkinder und Jugendliche unterwegs, wahrscheinlich war heute ein Sportanlass.
Abends wechselte Toni noch den grossen Gummipuffer von der Ankersicherung zum langen Festmacher und den kleineren zur Ankersicherung.
Weil es hier so spät dunkel wird, um 22.30 Uhr ist es noch taghell, kommen wir selten vor Mitternacht in die Koje.


 

Das ist der Text in der Fusszeile.