Südnorwegen 2025, Log-Übersicht

Logbuch Etappe 7:
Hardangerfjord

von Leirvik nach Onarheim 

2025-06-19 - 2025-07-03, 15 Tageseinträge, 104 sm.

Von Leirvik segelten wir in den Hardangerfjord hinein (weg vom stürmischenchen Nordmeer), besuchten mehrere Gasthäfen und konnten einige Bergtouren, teils bis zum Gletscher Folgefonna hinauf, unternehmen, einige Regentage ermöglichten uns Erholungspausen.



Wasserfall Hattebergfossen oberhalb von Rosendal.

Leirvik - Rosendal, 22 sm.

Wetter: meist stark bewölkt, unterwegs kein Regen mehr, WNW3-4.

Wasserfall und Schweizer Besuch im Hardangerfjord

Ohne Wecker blieben wir länger als geplant in der Koje. Am Morgen regnete es ja auch noch. Dann wurde es aber ein fast trockener Tag. Wir sahen ein grosses Kreuzfahrtschiff im Hafenbecken von Leirvik, das mit mehreren Beibooten die Passagiere an Land brachte. Wir staunten, dass Leirvik auch schon ein Cruiser-Ziel geworden ist und fragten uns, was denn hier so sehenswert sein könnte.
Die Fahrt in den Hardangerfjord hinein war dank Mitstrom meist recht schnell. Um Mittag kam uns plötzlich ein Motorboot sehr nahe. Bei genauerem Hinschauen sahen wir, dass es die Polizei war, besser gesagt Polizei und Zoll. Sie stiegen während der Fahrt zu uns herüber und wir mussten die Ausweise zeigen. Sie waren sehr höflich und nett, blieben im Cockpit und fragten uns aus. Der Polizist lebte auch schon mal ein halbes Jahr in der Nähe von Zürich und gab uns Tipps für Rosendal.
Rosendal erreichten wir am frühen Nachmittag. Und hier stand schon ein Boot mit Schweizer Flagge!
Wir wanderten durchs Städtchen zum Baroniet von Rosendal, das wir schon von früher kannten. Die Rosen im Garten waren gerade am Aufblühen, die an der Fassade blühten und dufteten schon. 2008 waren wir früher im Jahr hier und da blühte noch nichts. Wir wanderten gleich noch weiter zum Wasserfall Hattebergfossen und kamen erst am Abend wieder zurück. Und dann gab es noch Apero mit Eva und Peter (eben vom anderen Schweizerboot im Hafen), die 2008 mit uns auf der Najad «Seelöwe» gesegelt waren, und es gab viel zu erzählen.
Znacht gab es wieder spät und die Sonne schien noch länger ins Cockpit.


Im Abstieg vom Malmangernuten bei Rosendal Richtung Hattebergtal, Blick auf den Hardangerfjord.

Rosendal - Rosendal, 0 sm.

Wetter: wenig Wind aus S, am Morgen freundlich, am Nachmittag bedeckt.

Bergtour Malmangernuten

Peter und Eva fuhren schon früh weiter, es reichte nicht mehr für einen Kaffee. So wurde es auch für uns nicht zu spät für unsere geplante Wanderung, ein markierter Weg soll auf den Gipfel führen.
Zuerst ging es auf einem zugewachsenen Feldweg zum nächsten Dörfchen Malmanger. Das hohe Gras und die Büsche liessen uns Zecken- und Mückenspray auftragen, so als Vorsichtsmassnahme. Dann führte der Weg steil den Wald hinauf, es war aber eher schon ein Bergweg und kein Wanderweg mehr. Oberhalb des Waldes waren wir dann wirklich in den norwegischen Bergen, grosse Steine, Sümpfe, stachelige Sträucher, und ein Auf-und-ab, immer mit Blick auf den Gipfel. Immerhin, nach gut 2 ¾ Stunden erreichten wir den Gipfel, so hoch wie der Uetliberg (880m), aber eben von Meereshöhe aus. Die Aussicht war wunderbar, man sah in die Schneeberge im Norden und zum Gletscher Folgefonna im Osten und auf den Hardangerfjord hinunter und auch auf Rosendal und unser Schiff im Hafen.
Für den Abstieg wählten wir den Weg nach Osten und dann ins Hattebergtal hinunter, soll auch ein markierter Wanderweg sein. Zuerst war der Weg wiederum «norwegisch», aber spannend und mit Aussicht auf alle Seiten. Bei einem Wegweiser führte dann der Weg hinunter ins Tal. Alle 40m hatte es eine rote «T»-Markierung, aber die Route war offensichtlich: Über rutschige Felsen und Wasserlöcher ging es im steilen Wald hinunter, neben einem Bach mit Wasserfällen. Bei besonders rutschigen Partien oder wo es besonders steil oder exponiert war, hatte es ein Seil. So kletterten wir so gut es ging hinunter. Es war sehr anstrengend und es brauchte volle Konzentration. Eine Wanderung war das nicht mehr, sondern eben eine Bergtour. Unten im Tal wählten wir das Strässchen anstatt des Wanderwegs, um wieder nach Rosendal zu gelangen.
Zum Glück hatte das Wetter gehalten, der Himmel war wohl bedeckt und einige Gipfel in Wolken gehüllt, aber es regnete nicht, regnen wird es wohl in der folgenden Nacht. Heute hatten wir die Dusche verdient, und morgen gibt es wahrscheinlich Muskelkater.


Blick von unserer Tour auf den Øykjafiell (oberhalb Rosendal) über den Hardangerfjord.

Rosendal - Rosendal, 0 sm.

Wetter: fast windstill, sonnig und warm.

Sommertag

Heute war ein traumhafter Sommertag! Leider der einzige für längere Zeit. Aber wir haben ihn genossen. Muskelkater wegen gestern hatten wir nicht, aber etwas müde Beine schon. Deshalb wanderten wir nicht so früh los, wie geplant. Und auch nicht auf den 1400m hohen Melderskin, sondern auf gemütlicheren Wanderwegen via Strandeggi zum Øykjafiellet auf rund 700m.
Wir trafen beim Aussichtspunkt Klåberg oberhalb Rosendal die beiden Frauen mit Hund wieder, die gestern die gleiche Tour wie wir gemacht haben. Heute waren sie mit der Grossfamilie unterwegs. Die Gross- oder Urgrosseltern feierten heute ihren 60. Hochzeitstag.
Wir liefen auf meistens angenehmen Wegen, zwischendurch ging es durch sumpfiges Gelände. Alle Norweger waren in kurzen Hosen unterwegs, wir aber nicht, aus Angst vor Moskitos und Zecken. Aber die waren heute nicht aktiv. Die Alleine-Norweger waren Trailrunner und 10x schneller als wir, die Alleine-Frauen waren wie wir gemütlicher unterwegs. Sogar ein e-Mountainbiker kam uns mal entgegen.
Die Aussicht nach Westen auf den Hardanger-Fjord hinunter und die Schneeberge weiter weg war traumhaft. Auf der östlichen Seite sahen wir den Myrdal-See unter uns und gerade vis-a-vis den Melderskin, den höchsten Berg hier in der Umgebung und quasi der Hausberg von Rosendal. Für einen weiteren Gipfel reichte die Zeit und auch die Energie nicht mehr. Wir mussten ja das lange Myrdal-Tal wieder bis nach Rosendal hinunterlaufen.


Der Rosengarten des Baroniet von Rosendal.

Rosendal - Rosendal, 0 sm.

Wetter: regnerisch ohne Wind, am Mittag stürmisch, am Nachmittag sonnig, am Abend wieder stürmischer Regen.

Abwettern in Rosendal

Die Motorboote fuhren sehr früh los, denn am Morgen war es noch windstill. Wir ruhten heute aus. Es wurden Waffeln gebacken, und Büroarbeiten erledigt. Der starke Wind kam dann am Nachmittag, bis über 35 kn im Hafen. Zwischendurch schien auch die Sonne und am Nachmittag war es trocken. Wir wanderten nochmals die Route um den Wasserfall, diesmal umgekehrt. Und beim Rückweg ging es wieder durch den Rosengarten der Baroniet. Nach zwei warmen Tagen, heute war es auch sehr warm, waren doch schon mehr Knospen und Blüten zu sehen.
Am Abend kamen sehr stürmische Fallböen.


Hardangerfjord Sightseeingfahrt, aber mit Flucht vor den schwarzen Regenwolken.

Rosendal - Jondal, 21 sm.

Wetter: am Morgen Regen, am Nachmittag Wetterfenster ohne Wind, am Abend wieder grau.

Sonnige Sightseeing-Fahrt

Es regnete am Vormittag immer wieder. Es wurde Mittag, bis der letzte Regenguss vorbei war und dann legten wir ab. Unser Motorbootnachbar machte es auch so. Mit dem Regenradar des norwegischen Wetterdienstes www.yr.no konnten wir das mögliche Wetterfenster gut sehen.
Leider war es fast windstill, es wurde eine bequeme Motorfahrt. Die Sonne zeigte sich und warm war es auch. Das Deck wurde wieder ganz trocken. Wir sahen die Landschaft an uns vorbeiziehen und sahen auch mehrere Wasserfälle, wolkenverhangene Schneegipfel: schönste Sightseeing-Bootsfahrt in dem Hardangerfjord.
Die letzten 2 Meilen hätten wir segeln können, allerdings nur ganz langsam mit wenig Wind (6-7kn von achtern). Weil aber die dunklen Wolken hinter uns auch aufzogen, fuhren wir lieber schnell nach Jondal weiter und vermieden so den Regenguss. Das Schönwetterfenster hat so gerade gereicht.
Wir waren die einzigen Gäste im Hafen Jondals. Die Sanitäranlage mussten wir mit mehreren Campern teilen. Wir machten noch einen kleinen Spaziergang ins Dorf und zum Fährenpier, immer mit Blick auf den jetzt wieder grauen Himmel, und dann verzogen wir uns ins Boot.


Es regnet: Blick aus dem Küchenfenster auf den leeren Gästesteg von Jondal.

Jondal - Jondal, 0 sm.

Wetter: regnerisch, kein Wind.

Schon wieder Abwettern

Nun, abwettern ist der falsche Begriff. Es war einfach kein Wetter zum Segeln und auch nicht für eine Bergtour, alles war grau und nass. Aber auf dem Boot kann man einen solchen Tag gut verbringen. Toni bearbeitete Bilder der 2. Etappe, die sind nun im Album ersichtlich, aber noch nicht mit Legende. Und Elisabeth nutzte die Waschmaschine und den Tumbler, der hier im Gästehafen zur Verfügung steht.
In einer Regenpause am späten Nachmittag machte Toni eine Mini-Wanderung auf den 160m hohen Teglhaugen, aber alles war wirklich pflotschnass und die Wege waren Bäche. Aber immerhin: Aussicht über Jondal und die Hafenbucht unter dem grauen Himmel, und erste blaue Heidelbeeren gefunden.
Wir rätselten, was wir morgen machen könnten. Bei den Atlantiktiefs, die schön hintereinander die Küste hochbrausen, wird sich das regnerische Wetter mit kleinen blauen Wolkenlöchern nicht ändern. Und vielleicht ist es besser, im Hardangerfjord zu bleiben.


Kurz vor dem Gipfel des Berges Såta oberhalb Herand am Hardangerfjord.

Jondal - Herand, 8 sm.

Wetter: am Morgen bedeckt, am Mittag bewölkt, am Nachmittag meist sonnig, wenig Wind aus SW.

Heute: segeln, velofahren, bergsteigen

Wir liessen uns wieder mal vom Wecker wecken. Wir segelten nach Herand. Es ging zwar eher langsam aber immerhin, wir konnten segeln und waren nach 2 Stunden schon da.
Die Velos kamen wieder mal aus der Kiste und dann ging es 300 Höhenmeter die Passstrasse hinauf. Für die Bromptons etwas grenzwertig, für die Biker auch. Als es dann auf der folgenden Waldstrasse immer steiler wurde, ging es zu Fuss weiter bis zum Parkplatz Vårhaug. Hier begann der schmale Wanderweg.
Die Route war als «trocken» ausgeschrieben, aber dafür hätte es wirklich 3 Wochen lang trocken sein müssen. So ging es oft auf Steinplatten, aber die waren auch mal unter Wasser. Oder es ging über klatschnasses Moos und durch Sümpfe. Die Waldgrenze erreichten wir bei 650 m und unser Ziel, der Berg Såta, war dann etwas über 900 m über dem Meer. Die Aussicht war wunderschön, denn inzwischen war auch die versprochene Sonne da, allerdings sahen wir den Gletscher Folgefonna nicht, vielleicht war er hinter den noch vorhandenen Wolken oder hinter noch höheren Bergen versteckt. Wir trafen unterwegs 3 Wanderer, die uns entgegenkamen, und noch 2 Leute mit 2 Hunden, die aber nicht soweit hinauf stiegen wie wir.
Der Abstieg war problemlos und die Abfahrt mit dem Velo ging superschnell zum Hafen hinunter.


Der Touristenhotspot Steinsdalsfossen bei Norheimsund, den man auch von hinten anschauen kann.

Herand - Norheimsund, 7 sm.

Wetter: am Morgen bedeckt, um den Mittag freundlich mit SE3, später stark bewölkt und am Abend Regen.

Kultursti und Wasserfall

Wir zogen früh los, um noch den Kultursti (Kulturbergweg, 9000jährige Geschichte des Dorfes) laufen zu können, geweckt vom Wecker! Hier sollte man nie ohne Wanderschuhe weggehen, denn gleich nach den Häusern wird es fast alpin. Eine Geissenherde verfolgte uns, kurz danach ein neugieriges Kalb. Aber ausser einem alten Stall sahen wir nicht viel von der alten Kultur. Erst an der Strasse beim Rückweg entdckten wir die Felszeichnungen.
Zurück beim Schiff legten wir gleich ab und den ersten Kaffee gab es dann unterwegs. Bis zur Bucht von Norheimsund auf der anderen Seite des Hardangerfjords reichte der Wind, um zu segeln.
Die Marina hier ist speziell, das Hafengebäude steht auf einem Schwimmfloss vor dem Städtchen, und die hohen und schweren Piers rundum sind ebenfalls schwimmend, ideal beim Gezeitenhub von fast 1.5m. Platz hatte es genügend.
Zum bekannten Wasserfall Steinsdalsfossen fuhren wir mit den Velos. Ein richtiger Touristenhotspot mit Souvenirshops und Café. Speziell ist, dass ein Weg hinter dem Wasserfall hindurchführt. Aber allein waren wir hier nicht. Der grosse Parkplatz war gefüllt mit Campern, Autos und mehreren Reisecars.
Am Abend regnete es wieder ausgiebig.


Beim Krokavatn (Stausee oberhalb Norheimsund), die Vegatation auf dieser Höhe entspricht etwa derjenigen auf 2000m in der Schweiz.

Norheimsund - Norheimsund, 0 sm.

Wetter: am Morgen Regen, am Nachmittag bewölkt, am späten Abend wieder Regen.

Regenpause-Wanderung

Wir nutzten den Regen am Morgen zum langen Ausschlafen. Erst nach dem Mittag hörte der Regen auf und die Wolken verzogen sich langsam.
Wir wanderten am späteren Nachmittag auf einer steilen Traktorstrasse zum Stausee Krokavatn hinauf, durch alle Vegetationsebenen, die es hier so gibt: Landwirtschaft bis etwa 100m, nachher Wald (Fichten) bis etwa 450m, dann Birkenwälder bis etwa 600m, und darüber dann einige Sträucher und viel Sumpf und Moos. Das Gehen auf der Traktorstrasse war angenehm, weil praktisch trocken, und führte bis zur Staumauer des Sees auf 600m hinauf.
Oben hatten wir aber keine Aussicht, die Berge auf der anderen Seite des Hardangerfjords und der Gletscher Folgefonna waren eingenebelt, aber die karge Landschaft war trotzdem faszinierend, einige Schneeberge Richtung Nord konnten wir sehen. Der Abstieg verlief wieder auf der steilen «Strasse». Weil wir erst spät loslaufen konnten, bestiegen wir keinen der Gipfel in der See-Umgebung.


In der Fartøyvern, eine alte Bootsbauwerft in Norheimsund, im Hardanger Maritime Centre.

Norheimsund - Norheimsund, 0 sm.

Wetter: am Morgen Regen, sonst immer wieder kleine Schauer, am Abend wieder Regen, schwache Winde im Hafen, aber schnell ziehende Wolken von West.

Besuch Hardanger Maritime Centre Norheimsund

Nach dem Einkaufen zwischen zwei Regenschauern gingen wir ins nahe Museum. Eigentlich heisst es «Kulturnausted» (kulturelles Bootshaus), und das war es auch. Es ist ein Teil der Bootswerft «Fartøyvern», wo alte (Holz-)Schiffe restauriert werden. Das Besondere daran ist, dass alle Räume und Werkstätten frei zugänglich sind und man den Fachleuten beim Arbeiten zuschauen kann, zusätzlich gibt es noch einige Ecken, wo man selber Bootsbauer sein darf. Speziell war die Reeperbahn, ein 160m langer Raum, wo Hanfseile gedreht werden. Beim Visitorcenter hatte es eine sehr schöne Ausstellung über die Tätigkeiten in dieser Werft und einen Filmsaal, wo wir einen schönen Film anschauen konnten über die Geschichte der Seefahrt im Hardangerfjord. Eigentlich war früher der Fjord die Verbindung zur Aussenwelt und zu den anderen Bauern und Bewohnern der Gegend, es wurde gerudert und mit Segelbooten Handel betrieben, Warenaustausch wurde in der Stadt Bergen gemacht (drei Tagesreisen von hier). Später kamen Dampfschiffe und die Motorboote, damit auch Touristen und einfacherer Handel. Heute sind die Strasse und das Auto die Verbindung, von hier ist man in weniger als 2 Stunden in Bergen.
Zwischen zwei Regengüssen konnten wir einen Spaziergang durchs Städtchen machen, morgen soll es durchgehend regnen, meint der Wetterbericht.


Der Ausfluss des Movatnet beim Gästehafen von Norheimsund rauscht fast wie ein Wasserfall, wenn es so regnet wie heute.

Norheimsund - Norheimsund, 0 sm.

Wetter: ganzer Tag immer wieder Regen, teils mit Böen, nur kurze regenfreie Zeiten.

Regen bis zum Abwinken

Im Wetterbericht wurde nicht nur der Regen angezeigt, sondern zusätzlich gab es Warnungen für Überschwemmungen und Erdrutsch. Der Auslauf des Sees gerade hinter dem Gästehafen rauschte fast wie ein Wasserfall und strömte den Sund hinaus. Ausser dem WC-Gang ins Servicegebäude machten wir heute ausnahmsweise keinen Ausflug irgendwohin. Aber auch das Weitersegeln heute war keine Alternative, denn draussen im Fjord hatte es bis zu 7bft Wind aus W und SW. Erst gegen den Abend liessen der Regen und die wiederkehrenden Regenschauer etwas nach, und es wurde hier im Hafen praktisch windstill, dafür markant kälter als gestern.


Unser Gästesteg in Sundal im Maurangerfjord (Seitenarm des Hardangerfjords). Hoffentlich gibt es keinen Sturm.

Norheimsund - Sundal, 23 sm.

Wetter: keine Sonne, auch kein Regen, kein Wind.

Hafenwechsel und Wanderung

Bis wir aufstanden, hatte es fertig geregnet. Erst kurz vor Mittag fuhren wir los, in der Hoffnung, dass sich der Wetterbericht irrt und es doch ein bisschen Wind gibt. Aber wir fuhren die ganze Strecke unter Motor, immerhin nicht die ursprünglich geplante Reise, sondern markant kürzer auf die andere Seite des Hardangerfjords, aber doch wieder etwas weiter aussen.
Bei unserer Ankunft waren wir die einzigen Bootsgäste, aber es standen schon einige Camper neben den Molen. Der Gästehafen gehört zum Campingplatz. Die Liegeplätze sahen wir etwas misstrauisch an, einerseits die Wassertiefe so nahe an Land, andererseits die sehr alte und teils improvisierte Ausrüstung an den Stegen und Piers, es sieht fast wie etwas Selbstgebasteltes aus. Aber die Hafenanlage steht offensichtlich immer noch, vor fast 20 Jahren hatte es ähnlich ausgesehen.
Trotz des grauen Himmels machten wir eine Wanderung zum Bondhusvatnet. Allerdings waren wir gar nicht die einzigen, auf dem Parkplatz standen viele Autos und Campers, und alle machten diese Wanderung zu diesem See, auf einem breiten Weg, der auch velogängig wäre. Dieser See war mal der Gletschersee des Bondhus-Gletschers (Ausläufer des Folgefonna-Gletscherplateaus), und das Strässchen wurde für den Eistransport verwendet. Heute liegt die Zunge des Bondhusgletschers weit oben zwischen zwei Berggipfeln, gerade noch sichtbar, aber nicht mehr geeignet für einen Besuch.


Furebergsfossen, ein gigantischer Wasserfall am Eingang zum Maurangerfjord, anlässlich einer kleinen Velotour von Sundal aus.

Sundal - Sundal, 0 sm.

Wetter: am Morgen Regen, sonst immer bedeckt, ohne Sonne, ohne Wind.

Ausschlafen und Veloausflug

Wie angekündigt regnete es den ganzen Morgen, ideal zum Ausschlafen und gemütliches Buch- und Tagi-Lesen und Bilder aussortieren (gerade aktuell die Etappe von Kopenhagen nach Göteborg). Am späteren Nachmittag wurde es trocken, und so machten wir einen 7-km-Veloausflug zum Furebergsfossen. Den Wasserfall sahen und fotografierten wir schon gestern beim Reinfahren in den Maurangerfjord. Aber heute konnten wir ihn von der Brücke aus sehen, die gerade vor dem Wasserfall durchführt, näher kommt man nicht heran. Und mit dem vielen Regen ist er besonders gross, die Strasse war klitschnass.
Am Nachmittag genossen wir die Ruhe auf dem Boot, es war windstill, keine Welle störte die glatte Oberfläche des Fjords, allerdings fehlte die Sonne, die Berge um uns herum waren in Wolken verpackt.
Morgen soll es sonnig werden und windstill bleiben, so kommen wir endlich wieder zu einer Bergtour.


Oberhalb der Breidablikk-Hütte, Blick zum Gletscherplateau des Folgefonna und den Gletschersee des Breidablikkbrea.

Sundal - Sundal, 0 sm.

Wetter: am Morgen feucht und dicker Nebel, später aufgelockert, ab und zu sonnig, fast kein Wind.

Bergtour Breidablikk

Um 6 Uhr hatte es Nebel und vom Rigg tropfte es aufs Deck, es tönte wie Regen. Wir schauten nochmals den aktuellen Wetterbericht an: Sonne ab 6 Uhr! Wir schlüpften nochmals unter die Decke. Aber gut 1 Std. später standen wir dann definitiv auf und machten uns bereit für die Wanderung zum Gletscherplateau des Folgefonna.
Erst bei den Alphütten Gardshammar auf 750m bei unserer ersten Rast zeigte sich ein Fleck blauer Himmel und der Nebel lichtete sich. Vorher ging es einen bequemen Alpweg den steilen und dunklen und sehr feuchten Wald hinauf. Nach einer weiteren halben Stunde sahen wir sogar mal einige Berge und das Tal des Sees Botnavatnet. Ein See auf 1200m hatte noch einige Eisschollen auf seiner Oberfläche und Schneefelder reichten bis ins Wasser. Das letzte Stück zur Breidablikk-Hütte (1322m) war steil, beim schmalen und teils exponierten Bergweg musste man auch mal die Hände gebrauchen.
Die Hütte ist sehr klein, unbewartet und hat genau 4 Schlafplätze, einen Tisch und einen Holzofenherd, ein noch kleineres Hüttchen nebenan dient als Holzlager.
Wir überlegten, noch eine weitere Stunde zur (ebenfalls unbewarteten, aber grösseren) Hütte Fonnabu aufzusteigen. Von dort macht man die Querung des Gletschers zur Hütte auf der anderen Seite und dann den Abstieg nach Odda am Sørfjorden. Aber die Wolken hatten sich nicht richtig verzogen, immer wieder kam dichter Nebel auf. Und der Weg war nicht einfach zu finden, die norwegischen Markierungen sind gewöhnungsbedürftig. So begnügten wir uns mit dem Blick auf den Gletscher von der Breidablikk-Hütte aus, als sich der Nebel kurz auflöste.
Der Abstieg führte über den gleichen Weg wieder bis nach Sundal zum Hafen hinunter. Der Weg ist eigentlich eine historische Route zwischen Sundal und Odda, und wurde früher auch mit Pferden begangen (und über den Gletscher mit Pferdeschlitten). So war der Weg eigentlich sehr bequem zu gehen und nicht zu steil, abgesehen vom letzten Teil mit der Kraxelei. Der historische Weg führte wahrscheinlich über eine andere Route zur Hütte hinauf.
Je tiefer wir kamen, desto sonniger wurde es. Wir sahen auch mal den nördlichen Folgefonna (mit dem Sommerskigebiet von Jondal), und später auch zum Hardangerfjord und auch Sundal und zum vorgestrigen Wanderweg zum Bondhus-See hinunter. Auf dem Boot schien noch lange die Sonne und wir genossen die Wärme.


Der ehemalige Handelsplatz Årbakka mit der Gästepier.

Sundal - Onarheim, 23 sm.

Wetter: Sonne und Regen, meist aber stark bewölkt, SE, SW, N, S, meist zu wenig fürs Segeln.

Der alte Handelsplatz Årbakka

Wir liessen uns wieder vom Wecker wecken. Den Maurangerfjord hinaus konnten wir noch nicht segeln. Doch sobald die Windrichtung stimmte kamen die Segel raus, wenn auch manchmal nur für 30 Min., denn der Wind drehte und auch die Stärke nahm zu und ab. Fjordsegeln eben!
In Onarheim hat es eine neue Hafenanlage mit breiten und massiven Betonstegen, kein Vergleich mit dem alten Wackelgebastelsteg vom letzten Hafen, und es hatte sehr viel Platz. Allerdings, die Hafenanlage und die umliegenden hohen Häuser waren noch im Bau, Sanitäranlagen suchten wir vergebens, auch das Hafenmeisterbüro fanden wir nicht.
Mit den Velos fuhren wir die Küstenstrasse entlang bis zum alten Handelsplatz Årbakka. Leider war das Museum geschlossen. Nur am Wochenende lohnt sich wohl das Öffnen. Der Handelsplatz war im 19. Und 20. Jahrhundert bis ca. 1960 aktiv und ist typisch für viele andere historische Handelsplätze an der norwegischen Küste. Die Mole sieht romantisch aus, allerdings hat nur gerade ein Boot Platz. Sogar Strom, Dusche, WC, Waschmaschine und Wifi gibt es, scheint aber nicht so häufig benutzt zu werden. Gerade hinter dem Handelsplatz stehen Menhire auf dem Feld und alte Steinkreise und Gräber aus der Eisenzeit.
Eigentlich wollten wir auf den Berg Havlandsnuten mit der Aussicht über die ganze Insel und die umliegenden Fjprde steigen, aber es war schon zu spät und unsere Beinmuskeln waren doch noch etwas müde von der gestrigen langen Tour (Velofahren war kein Problem). Die Rückfahrt war gefühlsmässig kürzer und es ging nicht so lange bergauf. Abends verkrochen wir uns ins Boot, die Sonne verschwand schon sehr früh hinter dem Berg.


 

Das ist der Text in der Fusszeile.