Südnorwegen 2025, Log-Übersicht

Logbuch Etappe 8:
nordwärts bis Stadlandet

von Onarheim nach Silje 

2025-07-04 - 2025-07-15, 12 Tageseinträge, 205 sm.

Unterwegs von einem Inselarchipel zur nächsten Inselgruppe, mit einigen Bergwanderungen. In Bergen waren wir nur kurz (mit Bergtour), dafür besuchten wir wunderschöne kleine Gästehafen und Ankerbuchten. Selje wurde unser nördlichster Punkt der Reise, weiter nach Alesund wäre eine Motorbootreise gewesen.



Aussicht auf dem Teiglandsnuten (340m) über den Bjørnafjorden und in die Berge im Osten.

Onarheim - Våge, 16 sm.

Wetter: S1-2, zwischendurch S3, stark bewölkt und Regenschauer, am frühen Vormittag und am Abend durchgehend Regen.

Nole auch in Våge

Beim Aufstehen regnete es heftig, der Regenradar zeigte aber ab 10 Uhr eine Regenpause. So machten wir es uns sehr gemütlich, und lösten die Leinen gerade mit den allerletzten Regentropfen. Durch den sehr engen Lukksund fuhren wir nordwärts zum nächsten Fjord, zum Bjørnafjorden. Und für gut eine knappe Stunde konnten wir mit dem Südwind segeln. Auf dem AIS sahen wir wieder Nele, das Boot von Peter und Eva. In Våge trafen wir uns, die beiden Schweizerboote lagen nebeneinander im grossen Gästehafen. Es wurde gerade noch ein zusätzlicher Schwimmsteg montiert, denn am übernächsten Weekend findet hier das Inselfest statt. Aber auch schon heute hatte es erstaunlich viele Gästeboote, trotz des schlechten Wetters über das ganze Wochenende, die meisten waren norwegische Motorboote.
Am Nachmittag bestiegen wir noch den Teiglandsnuten, ein steiler Hügel über dem Dorf und dem Hafen. Die Aussicht war spannend, obwohl der Berg gerade mal 340m hoch ist. Wir sahen schön über die Inseln zur Nordsee und auf die vorgelagerten Inseln und Inselchen der Hauptinsel Tysnes, wo wir uns gerade befinden. Der oberste Teil des Bergwegs war auch wieder sehr alpin, feucht und rutschig.
Es reichte knapp nicht, vor dem Dauerregen vom Abend wieder auf dem Boot zu sein, aber an reifen Heidelbeeren können wir nicht einfach vorbeilaufen.


Für den heutigen Regentag in Våge kein aktuelles Bild, sondern eines von gestern morgen noch in Onarheim. Heute sah es auch so aus.

Våge - Våge, 0 sm.

Wetter: ununterbrochen Regen und schwache südliche Winde.

Regentag im Hafen

Nicht mal für ein Foto hat es heute gereicht, deshalb ein anderes für heute typisches Bild aus dieser Umgebung. Ausser einem Spaziergang zum Coop und aufs WC und mehrere zur Waschmaschine waren wir immer im Boot.


Blick auf den Gästehafen von Våge (aufgenommen vorgestern auf der Wanderung auf den Teiglandsnuten.

Våge - Våge, 0 sm.

Wetter: bis zum Mittag Niesel und Regenschauer, am Abend nur noch stark bewölkt, aber trocken, schwache Winde aus S und später aus N.

Nochmals warten auf Besseres

Die ganze Nacht und den ganzen Morgen regnete es, ideal zum Ausschlafen. Eigentlich wollten wir nach dem Regen noch nach Bergen segeln, aber mit dem vorhandenen Wind wäre das eine reine Motorbootsfahrt geworden, wir verschoben diese Etappe auf morgen und hoffen auf einen Segeltag. Der Wetterbericht ist nun für die nächsten paar Tage nicht schlecht, kein Sturm, keine Regenfronten, etwas Sonne und wärmer.
Am Nachmittag war Peter von der Nele zum Kaffee (mit frischen Waffeln) und wir plauderten über das, was halt so Segler zu erzählen haben. Er hat den Crew-Wechsel gleich hier gemacht und nicht im Stadthafen Bergen.


Bei der Einfahrt in den Hafen Blick auf die UNESCO-Welterbe-Lagerhäuser Bryggen in Bergen.

Våge - Bergen, 36 sm.

Wetter: meist NW2-3, manchmal auch weniger, trocken, manchmal etwas Sonne, am späten Nachmittag Regenschauer.

Sommersegeln nach Bergen

Endlich ein Segeltag mit Sommergefühlen! Es wurde uns sogar in der Segelkleidung zu warm. Trotz des Aufkreuzens, hart am Wind, war es kein harter Segeltag, es hatte keine Wellen. Durch den engen Sund genau gegen den Wind konnten wir aber nicht mehr segeln.
In Bergen einen Platz zu finden war nicht so einfach. Aber das hatten wir schon befürchtet. Wir konnten im Päckchen an einer holländischen Najad festmachen. Der vorherige Päckchenlieger war gerade losgefahren.
Beim Spaziergang durch die Stadt zum Hurtigrutenkai und durch die engen Gassen mit den Holzhäusern gab es nochmals einen kurzen Regenschauer. Auch die berühmten Lagerhäuser Bryggen konnten wir im Regen anschauen. Diese sind schon lange keine Lagerhäuser mehr, sondern Boutiquen, Café/Restaurants und viele Souvenirshops. In den oberen Stockwerken sind Büros, Galerien und Ateliers.
So viele Leute, v.a. Touristen aus aller Welt, haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Im Hochseehafen stand neben dem Hurtigruten-Schiff «Nordkap» eine riesige 12stöckige AIDA.
Am Abend konnten wir noch lange an der Sonne sitzen.


Blick vom Berg Ulriken auf die Stadt Bergen.

Bergen - Bergen, 0 sm.

Wetter: schwache Winde aus NW, meist sonnig oder leicht bewölkt, warm.

Bergtour Ulriken

Die Seilbahn auf den Berg Ulriken interessierte uns nicht so, wir wollten zu Fuss hinauf. Zum Anfang des Wanderweges fuhren wir mit dem Velo und mussten dabei um einen Stausee für die Trinkwasserversorgung Bergens herumfahren. Die Aufstiegsroute über den Nordgrat war in der Karte als Wanderweg eingezeichnet. Allerdings war es ziemlich abenteuerlich: steil mit Kletterpassagen in den Felsen oder rutschig im Wald, Sumpfquerungen, auch exponierte Stellen, aber wenigstens mit bester Aussicht auf Bergen hinunter. Oben bei der Bergstation war die Aussicht noch umfassender, man sah weit zu den Inseln hinaus, die wir gestern umfahren hatten, und über die ganze Halbinsel von Bergen und in alle umliegenden Fjorde hinein, sogar das Gletscherplateau Folgefonna auf der anderen Seite des Hardangerfjords war sichtbar. Und es hatte ein Restaurant, so kamen wir zu unserem Doppelexpresso.
Für den Abstieg zu den Velos wollten wir nicht unbedingt die gleiche Route absteigen, so wählten wir einen Weg, der auf der Karte weniger steil aussah und gemäss der Informationstafel auf dem Gipfel markiert war. Am Anfang wanderten wir auf der Hochebene des Ulriken auf einem recht guten und viel begangenen Weg, der bis zum anderen Aussichtspunkt Bergens, Fløyfjellet, führte. Nach der Abzweigung ging es dann zuerst auf einem schmalen Bergweg, später nur noch Spuren, wieder hinunter. Die «Markierung» waren grosse alte moosbewachsene Steinmannli, die etwa alle 500m auftauchten, weiter unten im Birkenwald aber erst sichtbar waren, wenn man daneben stand. Der Weg war wiederum abenteuerlich, nass und rutschig und teilweise steil, aber immerhin ohne Kletterpassagen. Und im unteren Teil hatte es sogar Heidelbeeren in jeder Menge, Grösse und Reifegrade, da brauchten wir auch etwas Zeit. Am Schluss gings wieder mit dem Velo um den Stausee und über eine Velostrasse ins Zentrum zurück.
Nach dem Duschen genossen wir wieder einmal das Auswärtsessen. Als wir zurückkamen, hatten wir noch einen Aussenlieger, ein Norweger mit einem alten Holzboot. Der war nicht so erfreut, als wir ihm sagten, dass wir morgen um etwa 9 Uhr losfahren möchten.


Insel Fedje mit dem Dörfchen rund um den inselinternen Fjord.

Bergen - Fedje, 35 sm.

Wetter: SE2-SW4, bedeckt, teilweise Niesel, am Abend sonnig.

Schwachraumwindsegeln

Das Päckchen vor und hinter uns löste sich schon um 8 Uhr auf, unser Aussenlieger zügelte schon um halbneun direkt an die Pier. Und gleich darauf lösten auch wir die Leinen und tuckerten aus Bergens Gasthafen. Leider mussten wir 2 Stunden unter Motor fahren, der Südwind war zu schwach zum Segeln, dafür konnte Elisabeth an einem Unterwasserhügel wieder einmal versuchen zu fischen, war allerdings erfolglos.
Nach dem Fischen wurde der Wind segelbar, und mit jeder Viertelstunde auch etwas stärker, am Schluss mussten wir sogar reffen und segelten mit Raumwind im fast wellenlosen Sund teils fast 7 kn schnell nach Norden.
Im Hafen der Insel Fedje waren alle Gästeplätze an den Schwimmstegen schon von Norwegern besetzt, so machten wir an der Pier fest und benutzten sehr lange Leinen, um den Tidenhub (aktuell hier gerade ca. 1m) auszugleichen. Die Gästeplätze liegen neben einer ehemaligen Heringkonservenfabrik, die nun ein Hotel ist, allerdings ist alles geschlossen. Wie an anderen Orten auch ist der Gästehafen zugleich der Camperparkplatz. Die Wohnmobile müssen aber mit der Fähre vom Festland übersetzen und nachher wieder zurück. Hier auf der Insel hat es kaum mehr als sechs Kilometer Strasse, von der Fähre bis zum Standplatz sind es ca. 2 km.


Der ehemalige Handelsort Skjerjehamn ist heute eine offenbar sehr bekannte Fischbeiz mit Gästehafen.

Fedje - Skjerjehamn, 15 sm.

Wetter: am Morgen Regen und Nebel mit Niesel, später bedeckt, S 3-4, am Nachmittag und Abend trocken und bewölkt.

Start mit Nebel

Erst nach dem Regen machten wir uns gegen Mittag bereit für die Weiterfahrt, obwohl wir früh aufgestanden waren. Noch im Nebel querten wir den Sund Richtung Festland. Die Schiffe sahen wir wohl auf dem AIS, aber erst in kurzer Distanz tauchten sie aus dem Nebel auf. Auch den Leuchtturm hätten wir wohl verpasst, wenn wir nicht den Seekartenplotter gehabt hätten.
Etwas später im grossen Fjord bei Mongstad lichtete sich der Nebel und wir konnten uns wieder an Land und Inseln orientieren. Im engen Sund, der genau nach Norden führte, rollten wir das Grosssegel ein und fuhren nur mit dem Genua, genau vor dem achterlichen Wind.
An dem ehemaligen Handelsplatz Skjerjehamn waren wir immer vorbeigefahren, diesmal wollten wir auch diesen Gästehafen kennenlernen, obwohl wir heute noch nicht lange unterwegs waren. Dieser Hafen war früher der grösste Hafen der inneren Route zwischen Bergen und Florø und vor allem ein Handelsplatz für Fische. Heute ist das Lagerhaus ein riesiges Fischrestaurant, die Katamaranfähre zwischen Florø und Bergen hält hier (auf Verlangen), es hat ein Denkmal des Königs Olav, eine Ausstellung über Aquakultur (Fischfarmen) und einen grösseren Parkplatz, die meisten Gäste kommen nicht mit dem Boot, sondern mit dem Auto. Am Abend standen 2 Segel- und 5 Motorboote an den Gästestegen.


Aussicht vom Høgefjellet auf Eivindvik und die vielen Arme des Gulafjorden.

Skjerjehamn - Eivindvik, 5 sm.

Wetter: schön und warm, N1-2.

Tour auf den Høgefjellet

Am Morgen war es windstill. Auch als wir nach 10 Uhr losfuhren, hatte es keinen Segelwind. Auf dem kürzesten Weg, mit einem Zwischenhalt für einen Versuch zu fischen, fuhren wir zum Gästehafen von Eivindvik. Dieser sieht heute anders aus als 2014, als wir hier waren, ist saber immer noch sehr einfach. Als erstes mussten wir Einkaufen, der Spar ist gleich neben der Mole, und wieder Trinkwasser nachfüllen.
Erst um 4 Uhr wanderten wir los, um den Høgefjellet (380m) gerade oberhalb des Dorfes zu besteigen. Und wieder einmal mehr wurden wir überrascht, dass der «Wanderweg» eigentlich ein Kletterweg war. An einer Stelle hatte es ein etwa 50m langes Seil, um über die glatten, sehr steilen Felsplatten zu gelangen. Aber die Aussicht auf dem Gipfel war traumhaft. Wir sahen die vielen Inseln und die Wasserwege und Fjorde und weit draussen auch die Norwegische See. Der Abstieg war etwas einfacher auf einer anderen Route, und es gab wieder eine Pause mit Heidelbeeren pflücken. Jetzt ist Heidelbeersaison!
Im Hafen waren wir fast alleine, der Belgier lag neben uns, den wir schon in Fedje gesehen hatten, und zwei Motorboote mit Ein-Person-Crew kamen am späteren Abend noch dazu.


Schwimmen ums geankerte Schiff im Skifjord bei Myklebust.

Eivindvik (Gulen) - Anker Skifjord, Myklebust, 26 sm.

Wetter: zuerst windlos, später N4 und N2, wolkenlos schön und heiss (26°C).

Hitzetag

Wir konnten schon im T-Shirt draussen frühstücken und brauchten Schatten. Unsere belgischen Nachbarn wollten nochmals eine Bergtour machen. Wir wollten weiter.
Beim Aufkreuzen im Sognefjord, es gab unerwartet 4 bf, brauchten wir dann doch einen Fasi, aber keine Windjacke. Im engen Sund war der Wind plötzlich weg, bzw. kam genau von vorne. So war das Segeln für heute vorbei.
Wir fuhren in den schmalen Skifjord und setzten den Anker ganz am Ende. Das Wasser war wie ein Moorsee und auch angenehm warm. Rund um uns herum hatte es zwei Bauernhöfe und ein paar wenige Häuser, 50m oberhalb des Ufers begann der Wald und die steilen und felsigen Hügel.
10x ums Boot schwimmen war kein Problem und ein Genuss, der Skipper stieg sogar auch kurz ins Wasser. Die Sonne brannte und ein Sonnensegel gab uns Schatten. Wir blieben auf dem Boot, ein Landgang lockte uns nicht, auch weil das Dinghi nicht aufgepumpt war. Im Boot hatten wir 28 Grad, so heiss wie noch nie. Abends kühlte es wieder schön ab, ein sanfter Wind aus N liess die Wasseroberfläche kräuseln.


Ein windarmer Tag vor dem Skifjord ist für uns und die Windgeneratoren (sie drehen nicht) ungünstig.

Anker Skifjord, Myklebust - Florø, 33 sm.

Wetter: Winde aus allen Richtungen 0-2, schön und heiss.

Windarme Segelreise

Die Nacht war sehr ruhig. Nach dem Schwimmen hoben wir den Anker, der fast sauber hochkam und nur noch wenig abgespritzt werden musste.
Die enge Fjordausfahrt ging es sowieso unter Motor und dann waren wir beschäftigt mit Segel aus- und einrollen, Motor starten und abstellen, insgesamt 5x. Denn der Wind war schwächer als angekündigt und zwischen den Inseln natürlich auch sehr wechselnd und manchmal nicht vorhanden. Es war ein ungewohnt heisser Tag!
In Florø suchten wir nach einem Platz und da winkte gleich ein Norweger zu sich längsseits. Die Bugleiter musste ausgepackt werden, denn auf den tiefen Steg zu klettern brauchten wir sie. Das Städtchen hatte sich seit unserem letzten Besuch kaum verändert, immer noch etwas verschlafen. Florø wurde extra wegen des Heringfangs 1860 gegründet, bald aber wurde die Heringfischerei eingestellt. Es gibt hier Industrie und Dienstleistungen aller Art.
Es ist der Hauptort der Gemeinde Kinn, und es ist der zentrale Hafen für die vielen Inselfähren. Auch die Schiffe der Hurtigruten halten hier, ebenso für die Bootsreisenden ist hier ein idealer Zwischenstopp.


Wenn man aus den Frøyasjøen um die Ecke in den Skatestraumen kommt, sieht man plötzlich über sich den Gipfel des Hornelen (889m).

Florø - Måløy, 29 sm.

Wetter: zuerst N1, später W-SW 3, am Schluss W1-2, meist schön und warm, am Abend Wolken und schwül, einige Tropfen.

Fjordsegeln

Erst gegen 11 Uhr verliessen wir Florø, vorher hatte es gar keinen Wind. Aber auch dann reichte es nicht zum Segeln. Kurz vor Kalvåg versuchte Elisabeth nochmals das Fischen, wiederum erfolglos. Aber wenigstens kam nun etwas Wind auf.
So beschlossen wir, nicht nach Kalvåg, sondern gleich weiter nach Måløy zu segeln. Der Wind kam von SW, der Sund Frøyasjøen führte nach NE, ideal für den Gennaker. Obwohl es das erste Mal dieses Jahr war, hatten wir keine Probleme mit dem Handling des grossen Vorsegels, und so konnten wir vor dem Wind viel schneller segeln als mit der killenden Genua. Und ganz speziell war auch die Umgebung, auf beiden Seiten des Fjords hatte es fast 1000m hohe Berge, einige sogar noch mit Schneeflecken auf der Nordseite. Interessanterweise hatten die Windgeneratoren weiter oben auf dem Berg keinen Wind. Mit dem Gezeitenstrom hatten wir Glück, erst das letzte Stück im Skatestraumen, wo es sowieso windstill war, mussten wir gegen etwa 2kn Strom motoren.
Ein kleiner Spaziergang führte uns durch das Städtchen. Es ist nicht spannender als Florø, jedoch wird gerade die Haupteinkaufsstrasse zu einer Fussgängerzone umgebaut. Der Hafen ist nicht sehr voll. Nach uns kam ein riesiger Kat aus Kanada an den Steg, er war vor drei Wochen am Nordkap. Und der etwas ungeschickte junge Hund vom Boot gegenüber fiel ins Wasser!!


Der Badestrand von Selje, nördlich des Breitengrads 62N

Måløy - Silje, 10 sm.

Wetter: N1-2, zuerst bewölkt, später sonnig und sehr warm.

Selje, unser nördlichster Hafen

Nach dem gemütlichen Morgen fuhren wir mit dem Tidenstrom nordwärts. Bei der Insel Silda hatte es gar etwas Wind zum Segeln, wenn es auch nur sehr langsam ging, aber es hatte keine Wellen, und wir hatten beliebig viel Zeit. In Selje hatte es noch viele Gästeplätze zur Auswahl, wir wählten den schweren Betonsteg, wo auch die Fähre zur Insel Selja liegt. Selje ist der letzte Hafen vor der berüchtigten Passage um die Halbinsel Stad, in einem Tag wären wir wohl in Alesund, allerdings nicht segelnd, bei diesem Wind nur unter Motor. Die Passage ist berühmt und kritisch, weil es viele unterseeische Berge hat und die Flanke der Halbinsel Stad die Wellen vom Atlantik reflektiert. Die Wellen können riesig sein und sind völlig konfus, hier haben nicht nur Freizeitboote (Motor und Segel) Probleme, auch Frachter und Fähren meiden bei schlechtem Wetter diese Strecke.
Der Rundgang durch die Ortschaft war kurz, neben einem Coop, einer Tankstelle und einem Strand hat es nicht viel Zusätzliches, einige Häuser, einige Ferienhäuser, eine Kirche mit Fischerhütten um sich. Aber die Insel Selja ist etwas berühmter, dort findet man die Ruinen des ersten Klosters vom frühen Norwegen und die sagenumwobene Gründung dazu. Die Insel ist eines der Highlights des Pilgerpfades von Egersund nach Trondheim.
Selje wird in Zukunft etwas bekannter werden, denn hier wird ein grosser Schiffstunnel zum Nachbarfjord geplant, damit die kritische Passage umfahren und abgekürzt werden kann. Das wird sicher auch ein touristischer Höhepunkt werden (ca. 1.5km lang, unter einem 300m hohen Berg hindurch).
Den Nachmittag genossen wir auf dem Schiff (sonnig, warm, ruhig), Elisabeth machte noch einen Zusatzspaziergang zum Aussichtspunkt und zum Heidelbeerelen.


 

Das ist der Text in der Fusszeile.