Südliche Ostsee 2026, Log-Übersicht

Logbuch Etappe 10:
Letzte Etappe und Abschluss

von Travemünde (Passathafen) nach Zürich 

2026-07-11 - 2026-07-22, 12 Tageseinträge, 69 sm.

Von Travemünde noch etwas Segeln in der Lübecker Bucht, und dann Abschlussarbeiten, Einwintern des Schiffs und Heimreise.



Mit Windstärke 0 fuhren wir von Travemünde weg, später gab es ein laues Lüftchen.

Travemünde (Passathafen) - Anker Haffkrug (Neustädter Bucht), 9 sm.

Wetter: sonnig und windstill oder sehr wenig NE.

Abschied und langsame Weiterfahrt

Heute hiess es früh aufstehen (06:15 Uhr). Wir begleiteten unsere Gäste bis zur Fähre, wo sie zum Bahnhof hinüber fahren mussten.
Wir frühstückten anschliessend noch gemütlich, füllten den Wassertank und konnten bei Windstille stressfrei ablegen. Die 6 zusätzlichen Hände fehlten natürlich, jetzt müssen wir uns wieder umgewöhnen.
Es war wieder Zeitlupensegeln. Den Ankerplatz erreichten wir erst weit nach dem Zmittag. Heute war viel los am Strand, Wochenende und alles voll. Dazu laute Musik bis nach Sonnenuntergang und eine Unmenge von Motorbooten und rasenden Scootern, die scheusslichen Schwell produzierten. Regina schaukelte immer wieder ziemlich fest. Heute war das Meer quallenfrei, erstaunlich! Und dazu 21 Grad warm, wir ankerten auf 5-6 Metern. Beim Schwimmen konnte auch die Wasserlinie geputzt werden.
Mit einer Nachmittagsruhe war es leider nichts, dafür hatten wir den falschen Ankerplatz erwischt. Immerhin stoppte die Musik genau um 22 Uhr, dann hatten wir den Strand für uns allein.


In Wismar am Alten Hafen, hinten das Wassertor.

Anker Haffkrug (Neustädter Bucht) - Wismar, 31 sm.

Wetter: sonnig und heiss, SW1-2 bis NE3-4.

Heisses Schwachwind-Segeln

Die Ankernacht war diesmal nicht so gemütlich! Der Wind frischte gegen 4 Uhr auf und drehte und weil der Skipper nicht mit so viel Wind gerechnet hatte, war die Sicherung der Ankerkette über die Rolle geführt. Und so konnte die Kette an den Bug klopfen, poltern und lärmen.
Na ja, schlafen können wir ja dann im Winter.
Der Wind hielt sich leider auch nicht an die Prognose. Weder die Windrichtung noch die Stärke stimmten. So ging es anfangs unter Motor vorwärts. Bei über 5kn Wind segelten wir, bei 3kn musste uns der Motor wieder helfen. Erst am Nachmittag änderte sich die Windrichtung und Stärke und wir konnten segeln, der Wind reichte sogar bis mitten ins Hafengelände von Wismar.
Heute war es heiss. An der Küste der Insel Poel waren viele Boote und Badende, auch sonst hatte es viele Wochenendsegelboote, die meisten aber unter Motor.
Unser Lieblingsplatz in Wismar war frei und wir konnten längs am Schwimmsteg anlegen.
Ein paar Schritte durch das Hafengelände und die Stadt, wenn möglich im Schatten, genügten uns. An der Mole gegenüber war ein Frachter von Norwegen mit Baumstämmen beladen. Sie löschten die Ladung, wie üblich in Norwegen, bis spät in die Nacht.


Häuserfront beim zentralen Marktplatz in Wismar.

Wismar - Wismar, 0 sm.

Wetter: sehr warm und sonnig, am Nachmittag Gewitter mit abkühlendem Regen.

Stadtbesuch statt Gewitter auf dem Meer

Weil der norwegische Frachter bis nachts lärmte, war die Bootsfrau in die ruhigere Achterkabine gezogen. Dort war es auch etwas kühler.
Am späteren Vormittag gingen wir in die Stadt. Es war schon richtig heiss und wir wanderten immer auf der Schattenseite. Heute waren sehr viele Leute hier unterwegs, auch Reisegruppen mit Reiseführern.
Eigentlich kennen wir die Stadt ja bereits, aber es ist doch immer wieder schön, an den alten Häusern vorbei zu spazieren. Der Skipper hatte sogar Lust auf ein Glacé am Nachmittag, was selten vorkommt. Doch dazu kam es nicht. Zurück auf dem Boot zum Zmittag kamen viele Wolken auf und schon bald kam ein Gewitter. Und es regnete fast den ganzen Nachmittag immer wieder. Immerhin konnte man dann Büroarbeiten erledigen.
Nach dem Znacht machten wir noch einen Abendspaziergang um die Hafenanlage.
Erst am Abend waren alle Baumstämme beim Frachter abgeladen. Der nächste Holzfrachter war schon da, zum Glück nicht mehr genau gegenüber von uns, sondern weiter vorne. Und auch dort wurde bis spät abgeladen.


Wunderschönes Segeln in der Lübecker Bucht.

Wismar - Neustadt, 29 sm.

Wetter: sonnig, warm und NE3-5.

Schönes Abschiedssegeln

Als wir die Leinen lösten, gab es schon etwas Wind. Gleich vor dem Hafen konnten wir auch schon segeln, schön im gebaggerten Kanal. Der Bugspriet war zwar wieder montiert, aber wir brauchten ihn nicht, der Wind war stark genug und wir auch schnell genug ohne Gennaker. Regina schien es richtig eilig zu haben, bis 7,4 Knoten schnell ging es vorwärts. Wie ein Ross, das in seinen Stall möchte….
Am Funk war heute auch wieder sehr viel zu hören: ein Segelboot war umgekippt, viele Boote fuhren nahe oder ins Sperrgebiet vom Militär, der Helikopter musste zum Spital Stralsund, Baustelle Fehmarnbelt-Tunnel, usw.
Wir genossen unseren letzten Segeltag.
In Neustadt fuhren wir zuerst zur Tankstelle und gingen ins Hafenbüro, um nach einem Platz zu fragen. Am Schwimmsteg, wo wir sonst immer waren, gab es keinen freien Platz. So bekamen wir einen Pfostenplatz am Ende der Marina, nahe am Strand.
Eine breite Treppe führt hinter der Mole direkt ins Meer und das Schwimmen war wunderbar. Viele kleine Schwalben fliegen hier zwitschernd und machen auf der Reeling oder den Leinen Pause!


In der Ancora-Marina in Neustadt, die zum Entsalzen gewässerten Leinen hängen an der Reling zum Trocknen.

Neustadt - Neustadt, 0 sm.

Wetter: warm und sonnig, starke NE-Winde.

Erster Arbeitstag

Am Morgen besuchte uns der Kundenbetreuer der Marina wegen des Winterlagers und des Auswasserns. Anschliessend mussten wir noch eine Mini-Velotour machen zum Supermarkt für Frisches.
Sonst waren wir beschäftigt auf dem Schiff mit Aufräumen, Putzen, Reparieren, Versorgen, Entsorgen. Am Abend mit etwas weniger Wind konnten wir noch das Grosssegel bergen und einpacken, war allerdings sehr anstrengend, weil der Wind immer noch von achtern wehte.
Immerhin, auf der Checkliste konnten einige Punkte abgehakt werden.


Die Pier an unserem Liegeplatz war bequem hoch, um am Ankergeschirr arbeiten zu können (die Kette ist lang, der Anker schwer).

Neustadt - Neustadt, 0 sm.

Wetter: warm und meist sonnig, starke SE-Winde, mehrere Gewitter und Regenschauer.

Zweiter Arbeitstag

Heute waren wir wieder beschäftigt auf dem Schiff mit Aufräumen, Putzen, Reparieren, Versorgen, Entsorgen. Intensiv war heute das Reinigen der Ankerkette, des Ankers und des Ankerkastens, Schwerarbeit statt Kiesertraining. In den Regenschauerzeiten gabs Pause oder Arbeit unter Deck. Und zwischen zwei Gewittern war Elisabeth am Schwimmen.


Regenbogen auf der Mole der Ancora-Marina in Neustadt.

Neustadt - Neustadt, 0 sm.

Wetter: sehr warm und sonnig, am späteren Nachmittag heftige Gewitter, schwache Winde aus allen Richtungen.

Dritter Arbeitstag

Wie die letzten beiden Tage: Aufräumen, Putzen, Reparieren, Versorgen, Entsorgen.
Zum Kaffee besuchte uns der Makler, der uns beim Verkauf der Regina unterstützt.
Da es am Morgen windstill war, konnten wir das Genua einfach und schnell bergen, rollen und versorgen, in einer halben Stunde war alles erledigt. Dafür wird es ein bisschen eng im Salon, wenn da zwei Segelsäcke rumstehen. Alle Eisenteile vom Bug bis zum Heck wurden gereinigt und wo nötig «entrostet», die Gasversorgung abgestellt und der Gasflaschenkasten gereinigt. Toni wechselte die etwas beschädigten Teile der Furlex aus, die wir schon ein Jahr mitgefahren hatten. Und die Leinen der Genua (Schoten, Roller) wurden gewässert und an der Reling an der Sonne getrocknet.
Am späten Nachmittag hatten wir ein heftiges Gewitter mit viel Regen und Donner und Regenbogen über uns, dafür war es anschliessend angenehm kühl. Und es war auch die Gelegenheit, unter Deck aufzuräumen und auszusortieren. Am Schluss machten wir einen Spaziergang zur Abfall- und Recyclingstation.


Winschenpflege in der Marina in Neustadt: alle 7 Winschen kommen dran.

Neustadt - Neustadt, 0 sm.

Wetter: stürmische Winde aus W-NW, wenig Sonne, trocken.

Vierter Arbeitstag

Und wiederum: Aufräumen, Putzen, Reparieren, Versorgen, Entsorgen.
Zum Glück versorgten wir das grosse Genuasegel schon gestern, heute war es sehr stürmisch. Es wäre heute eine zu grosse Herausforderung gewesen.
Aber es gab ja noch genug zu tun. Die Fenster und Dichtungen mussten gereinigt und gepflegt werden, ebenso die Velos. Toni war den ganzen Tag über beschäftigt, alle sieben Winschen auseinanderzunehmen, zu reinigen, zu kontrollieren, neu zu fetten und am Schluss wieder richtig zusammenzusetzen. Nach dem Nachtessen wurde noch der Spi-Baum vom Mast demontiert und an der Reling befestigt.


In der Marina in Neustadt beim Putzen: All dieses Material hat Platz in der Achter-Backskiste.

Neustadt - Neustadt, 0 sm.

Wetter: bedeckt, wenig Sonne, Regen, später Gewitter.

Fünfter Arbeitstag

Der Vormittag war trocken. Wir nutzten das und demontierten den Baum, um ihn bb auf zwei alten Fendern abzulegen. Dann ging es ans Aufräumen und Putzen unter Deck, denn nach dem Mittag regnete es. In der Regenpause spazierten wir schwer beladen zur Müllstation.
Kaum zu glauben, wie viel Dreck es auf dem Boot gibt!! Es gibt schlecht zugängliche Bilgenwinkel, wo jahrelang sich Staub ansammeln konnte. Schränke und Schubladen wurden ausgeräumt und viel Material sortiert und fotografiert für die Inventarliste.
Am Abend war nochmals eine Wanderung um das Hafengelände nötig, wieder mit viel Abfall zur übernächsten Müllstation.
Aus dem Bilgenraum der Achterkabine wurden die Reisetaschen hervorgeholt, alles gereinigt und dann wieder zugedeckt, die Achterkabine ist nun fast fertig für den Abschluss.
Und weil der Skipper dieses Jahr noch nicht richtig den Kopf blutig angeschlagen hatte, musste es heute passieren. Die Türrahmen sind für ihn nicht in Stehhöhe.


In Neustadt kurz vor dem Auswassern: Ziemliches Chaos im Schiff beim Aufräumen.

Neustadt - Neustadt, 0 sm.

Wetter: am Morgen regnerisch, am späteren Nachmittag sonnig, aber kühl, meist kräftiger NW.

Letzter Arbeitstag

Heute kamen neben Aufräumen, Putzen, Reparieren, Versorgen, Entsorgen noch viel Kleinarbeit dazu. Immer wieder wurde etwas gefunden, das entsorgt oder gereinigt oder gar eingepackt werden musste. Diesmal standen die Reisetaschen und Rucksäcke dazu bereit. Manchmal wurde es eng, denn da standen neben dem Gepäck und den Segeln auch die Säcke für Plastik, Papier und «Restmüll» herum. Erst am Nachmittag, nach den letzten Regentropfen, gab es mehr Luft im Boot.
Neben dem Putzen im Inneren musste auch das Rigg für das Auswassern vorbereitet werden. Und kurz vor Schluss wechselten wir auch noch die Sprayhood aus, die alte war schon recht verschimmelt und grau (und auch nicht mehr wasserdicht), für den Verkauf für einen ersten besten Eindruck schien sie uns nicht gerade förderlich.
Den Auswärts-Znacht bei Sonnenuntergang genossen wir im Restaurant gerade vor dem Bug (der Wirt kannte uns schon, er hatte uns die fünf Tage beobachten können, er sagte, es sei spannend gewesen, wie wir akribisch und gemeinsam auf dem Boot arbeiteten).
Vor dem letzten Abfalltransport von heute wurde nun auch das Wasser abgestellt (Druck und Wasser abgelassen, Kohlefilter entfernt).


Auswassern in Neustadt: Der Rigger hängt weit oben den Kranhaken an den Mast.

Neustadt - Hamburg, 0 sm.

Wetter: schön, am Morgen eher kühl und schwacher NW, später heftiger NW.

Start der Heimreise

Um 6 Uhr standen wir auf, um noch die allerletzten Aufräum- und Reinigungsarbeiten vor dem Auswassern zu machen. Aber immer sieht man nochmals etwas, das gemacht werden könnte. Aber der Termin war fix, 10:15 beim Kran.
Nach dem gemütlichen Tuckern um den ganzen Hafen zur Kranstation und wir festgemacht hatten, kamen die Werftarbeiter und sagten uns, Reginas Termin sei 12:15 und der Platz wird vorher für drei andere Boote benötigt. Wir verlegten Regina an einen anderen Warteplatz und warteten. Zum Glück mussten wir nicht solange warten, noch vor dem Mittag verlegten wir das Boot zurück zum Kran, und dann kamen die Standard-Prozesse der Werft zum Zug. Ruckzuck war der Mast weg, der Sanitär machte die Prozesse mit dem Wasser, WC und der Bilge, und der Motor wurde auch schon fast fertig winterfest gemacht.
Leider konnten wir das effektive Auswassern an den Gurten des Krans, Hochdruckreinigen und den Transport in die Halle nicht mehr verfolgen, denn unser Zug fuhr um 13:15. Aber unser Kundenbetreuer versprach uns, einige Bilder zu senden.
Mit dem Taxi fuhren wir zum Bahnhof von Neustadt, mit unserem vielen Gepäck (alles konnten / wollten wir halt nicht wegwerfen) wäre der «Spaziergang» zum Bahnhof eine Strapaze gewesen. Die Reise nach Lübeck verlief ohne Probleme, auch das Umsteigen dort in den Zug nach Hamburg ging gut. In Hamburg wurden wir überrannt von den Leuten, die bereits wieder in den Zug nach Lübeck steigen wollten, wir brauchten etwas mehr Zeit zum Ausladen von 3 schweren Rolltaschen, 4 Rucksäcken und einer Essenstragtasche.
Das Hotel in Hamburg war keine 200m vom Bahnhof entfernt, also gerade noch machbar mit dem schweren Gepäck. Nach dem Einchecken machten wir noch einen Spaziergang durch die Innenstadt, Einkaufsstrassen, Passagen und zur Binnenalster und blieben auch gleich zum Znacht. Früh kamen wir zurück ins Hotel, ziemlich müde, und morgen geht es auch wieder relativ früh los.


Zu Hause in Zürich angelangt.

Hamburg - Zürich, 0 sm.

Wetter: am Morgen noch regnerisch, zu Hause sehr warm und sonnig.

Lange Zugfahrt nach Hause

Die Hotelübernachtung und das Frühstück waren nicht überragend. Wir waren dann auch früh genug auf dem Perron. Der Zug wurde allerdings nur wenige Minuten vor der fahrplanmässigen Abfahrt bereitgestellt, so war es ein grosser Run auf die Plätze und die Gepäckablage. Aber wir schafften mit unseren vielen Gepäckstücke auch das, auch wenn einige Mitpassagiere etwas genervt waren, bis wir alles eingeräumt hatten, denn der Zug war voll und ausgebucht.
Die Zugsreise war ohne Probleme, in Basel kamen wir sehr pünktlich an. Als Sitznachbarn hatten wir ein älteres deutsches Paar, das jedes Jahr mindestens 4x in die Schweiz zum Wandern fährt. Beim Umsteigen in Basel kam nochmals etwas Hektik auf, denn wir mussten den Perron wechseln, aber hier funktionierten wenigstens die Lifte (im Gegensatz zu Hamburg). Und in Zürich nahmen wir uns die Zeit, um durch den ganzen Bahnhof zu wandern bis zu unserem Bus.
Schon ein etwas besonderes Gefühl, wieder zu Hause zu sein, viel Platz, Ruhe, Nachbarn, die uns begrüssen. Strom für Kühlschrank und Modem wieder einschalten, die Storen öffnen, und die Wohnung querlüften. Einiges packten wir schon aus, aber das Meiste wird auf morgen verschoben.


 

Das ist der Text in der Fusszeile.