Südliche Ostsee 2026, Log-Übersicht

Logbuch Etappe 4:
Insel Bornholm

von Sassnitz nach Sandhamn Marina (Karlskrona) 

2026-05-22 - 2026-05-28, 7 Tageseinträge, 134 sm.

Eingerahmt zwischen der sehr langen Anreise von Rügen und der ebenso langen Weiterreise nach Schweden unternahmen wir mit den Bromptons schöne Exkursionen auf der Insel Bornholm. Wir besuchten Rønne, die Mittelalterburg Hammershus, die Ortschaft Gudhjem mit dem Fährhafen zum Inselchen Christiansø, die skurilen Granitfelsen Helligdomsklipperne, die Nordspitze und den Leuchtturm Hammer Odde mit den Dörfern Allinge und Sandvig, die Rundkirche von Østerlars und in der Nähe das Mittelalterzentrum. Auf Bornholm könnte man noch viel mehr Zeit verbringen.



Blick zurück auf die fast 100m hohen Kreidefelsen von Rügen mit den Buchenwäldern darüber.

Sassnitz - Hasle (Bornholm), 58 sm.

Wetter: zuerst sonnig, dann bedeckt und diesig, W3–WSW5.

Passage nach Bornholm

Heute brauchten wir den Wecker. Früh fuhren wir los. Der Wind war allerdings anfangs noch schwach, wir setzten bald den Gennaker. Natürlich frischte er nach etwa 1 ½ Std. tüchtig auf, 5 bf waren uns zu viel. Schnell musste er wieder geborgen werden. Erst am Nachmittag konnten wir nochmals fast zwei Stunden gennakersegeln.
Es wurde ein langer Segeltag, eher langweilig, ohne Schiffe, bis auf einen Frachter auf Kollisionskurs, der uns aber auswich. Immerhin hatten wir eine schöne Aussicht auf die Kreidefelsen von Rügen. An einer riesigen Windfarm mitten im tiefen Wasser kamen wir vorbei, die noch nicht fertig gebaut ist, nur wenige der Windräder schienen schon in Betrieb zu sein. Viele der Arbeiterkatamarane lagen nachts in Sassnitz und überholten uns bald nach dem Auslaufen. Zwei andere Segelschiffe fuhren hinter uns auf der gleichen Route wie wir, auch sie hatten Mühe mit dem unregelmässigen und schwachen Wind, der fast genau von achtern wehte. Erst gegen Abend gab es wieder mehr Wind und auch die Wellen wurden höher.
Nach 11 ½ Stunden und 58 Seemeilen kamen wir auf Bornholm an. Hasle ist ein kleiner, ruhiger Hafen nördlich von Rønne, es hatte noch 5 andere Gastboote hier. Wir machten noch einen Spaziergang durch den ausgestorbenen Ort mit alten Häusern. Unsere Beine fühlten sich komisch an, wie aus Gummi, nach dem Geschaukel. Hier ist noch früher Frühling, die Vegetation noch weniger weit als auf Rügen.
Bei Sonnenuntergang um 21.10 waren wir zurück und stellten die Heizung an (15 Grad im Boot).


In der Fussgängerzone von Rønne mit den vielen Glacé-Kiosken.

Hasle (Bornholm) - Hasle (Bornholm), 0 sm.

Wetter: sonnig, angenehm warm, schwache SW-Winde.

Veloausflug nach Rønne

Bornholm ist eine traumhafte Insel für Velos, besonders für unsere Klappvelos mit den kleinen Rädern. Die Velowege sind oft geteert, und wenn es Naturstrassen durch den Wald sind, dann ohne Löcher und mit feinem Kies.
Wir fuhren zur Hauptstadt der Insel (13 000 Ew.). Das Städtchen Rønne hat neben dem Fährenhafen auch das einzige Industriegebiet Bornholms, in der Stadtmitte viele Läden und eine Fussgängerzone und einige Häuser, die an frühere Handelszeiten erinnern. In der Fussgängerzone hat es einige Restaurants und viele Glacé-Kioske, die von den Leuten richtig belagert wurden. Schon am Rand der Innenstadt gab es aber nur noch kleine, einstöckige Reihenhäuschen. Die sehen hübsch aus so wie sie in verschiedenen Farben gestrichen sind.
Wir schauten uns auch den Gästehafen an. Er ist klein, hatte aber einige freie Plätze. Und so schlimmen Schwell, von dem uns erzählt worden war, sahen wir nicht. Der Hafen ist auch der Treffpunkt von Touristen und Familien mit Kindern.
Unsere Besichtigung war kurz. Die Läden machen am Samstag um die Mittagszeit zu. Viele Deutsche waren hier, dänisch war kaum zu hören. Zuerst durch Aussenquartiere von Rønne, dann wieder auf dem schönen Radweg durch den Mischwald mit den vielen Kiefern ging es zurück zu unserem ruhigen Hafen.


Die Burg Hammershus auf Bornholm, erbaut 1290, verlassen 1732.

Hasle (Bornholm) - Hasle (Bornholm), 0 sm.

Wetter: sonnig, angenehm warm, stärkere W-Winde.

Mittelalterburg Hammershus

Auf der N-Ecke von Bornholm steht die 1290 erbaute Burg. Mit jeder Herrschaft wurde sie umgebaut oder ergänzt, ist aber 1732 aufgegeben worden (siehe unten der Link zu Wiki). Diese Burg ist offensichtlich der touristische Hotspot Bornholms, es gibt einen riesigen Autoparkplatz, recht gut gefüllt, und ein Besucherzentrum etwas abseits der Burg. Die Burganlage ist sehr weitläufig, und man kann überall hin, die vielen Leute verteilen sich recht gut, es gibt kein Gedränge. Und wir staunten, dass für die Besichtigung kein Eintritt verlangt wurde.
Die Velofahrt dorthin und zurück war wiederum schön, meist auf Naturstrassen im Wald, teilweise auf einer Asphaltstrasse ohne Verkehr mit Aussicht aufs Meer. Allerdings hatte es viele Aufstiege und steile Abfahrten, teilweise so steil, dass sich Elisabeth fragte, ob die Gangschaltung kaputt und kein erster Gang möglich sei. An einem Teilstück führte die Route gar so steil hinauf, dass der Weg eigentlich eine Treppe war, hier war nur noch schieben möglich (auch bei der Rückfahrt fuhren wir die «Treppe» nicht hinunter).
Diese Region von Bornholm war früher ein Bergbaugebiet, es wurde Granit abgebaut und exportiert. Einen der Steinbrüche von Ringedal konnten wir sehen, jetzt hat es dort einen See auf dem Grund. Und es gab an der Küste bei Vang extra einen Pier für das Verladen der Steine.


Die skurilen Granitfelsen Helligdomsklipperne zwischen Tejn und Gudhjem.

Hasle (Bornholm) - Tejn (Bornholm), 13 sm.

Wetter: W-SW 4-6, sonnig.

Segeln – Velofahren – Kraxeln

Für den kleinen Segeltrip starteten wir schon sehr früh, einerseits um den sehr starken Nachmittagswind zu vermeiden, andererseits um einen guten Hafenplatz im andern Hafen zu ergattern, und auch um genügend Zeit, zu haben, um am Nachmittag einen Veloausflug zu machen. Der Starkwind kam schon sehr früh, bald segelten wir gerefft und später sogar ohne Gross. Im Hafen Tejn fanden wir einen guten Platz längs ablandig.
Gleich nach dem Zmittag fuhren wir mit den Velos nach Gudhjem. Meistens ging es der Strasse entlang auf einem Veloweg, manchmal durch den Wald. Der Ort Gudhjem war sehr bevölkert, 4 Busse standen auf dem Parkplatz und es kamen noch mehr angefahren. Die Leute vom Kreuzfahrtschiff «Mein Schiff» wurden hierher gebracht. Einige waren wohl auf dem Inselchen Christiansø gewesen. Die kleine Fähre, für den kleinen Hafen riesig, passte genau an die Mole. Wir konnten zuschauen, wie sie anlegte bzw. in die Spring eindampfte, ohne Bugstrahler. Im Yachthafenbecken, das auch klein ist, wäre kein Platz mehr für uns gewesen.
Es waren einfach zu viele Leute hier für uns. Gudhjem scheint ein Bornholm-Hotspot für Kreuzfahrer etc. zu sein. Wir liefen noch durch den netten Ort mit den gelben und roten Häusern und machten uns bald auf den Rückweg.
Jetzt hatten wir Gegenwind. Sehr heftigen sogar. Bei den Granitfelsen Helligdomsklipperne stellten wir die Velos ab und wanderten auf dem Pfad und über die Treppen zu den Aussichtspunkten, um die spannenden Felsformationen anzuschauen. Im steilen Schattenhang blühten noch die Anemonen, die Schlüsselblumen und der Bärlauch. Gleich neben den Klippen steht Bornholms Kunstmuseum, aber dafür hatten wir keine Lust.
Ziemlich müde kamen wir zurück zum Boot. Die Festmacher mussten noch optimiert werden, der Starkwind zerrte an ihnen und das Boot schaukelte.


In Allinge (Bornholm), malerische Abfahrt zum Hafen hinunter.

Tejn (Bornholm) - Tejn (Bornholm), 0 sm.

Wetter: sonnig, starker W.

Velotour nordwärts zur Hammer Odde und Waschtag

Am späteren Vormittag fuhren wir auf der Veloroute nach Norden. Zuerst besuchten wir Allinge, hier gibt es auch einen Gästehafen, der für uns passend gewesen wäre, und das Städtchen drumherum ist auch hübscher als Tejn. Allerdings hatte es hier viel mehr Touristen und zwei grosse Lebensmittelläden (für die vielen Campingplätze und Ferienwohnungen hier im Umfeld). Das nächste ehemalige Fischerdorf war Sandvig mit einer seichten Bucht mit Sandstrand und einigen Hotels, einem riesigen Campingplatz und vielen Ferienwohnungen, die in den alten einstöckigen Riegelbauten eingerichtet sind.
Nicht wirklich geplant fuhren wir sehr steil den Berg hinauf auf den höchsten Punkt von Hammeren, wo der ehemalige Leuchtturm steht. Hier stand der allererste Leuchtturm der Ostsee (1802), wurde 1872 ersetzt und ist heute nicht mehr in Betrieb. Immerhin ist die Aussicht schön, wir sahen bis zur Küste Schwedens hinüber. Danach besuchten wir das richtige und aktuelle Leuchfeuer unten am Kap (Hammer Odden). Hier sahen wir nicht mehr nach Schweden. Auf einem schönen Bänklein mit Meersicht und etwas im Windschatten konnten wir unsere Mittagspause machen. Die Rückfahrt führte wieder über Allinge mit dem lauschigen Hafen und einem Kaffee-/Kuchenbesuch.
Am Nachmittag war Elisabeth mit Waschen beschäftigt, die Waschmaschine war frei. Toni studierte / berechnete die Varianten für die Weiterfahrt und die verschiedenen Wetterberichte.


Die Rundkirche von Østerlars.

Tejn (Bornholm) - Tejn (Bornholm), 0 sm.

Wetter: schön, starker NW.

Velotour über Land - Østerlars

Der Wind war in der Nacht recht heftig und brachte unser Schiff auch im Hafen zum Schaukeln. Aber am Morgen wars trotz des starken Winds sonnig und unter der Sprayhood zum Frühstück gar warm.
Wir pedalten direkt vom Hafen auf das Hochplateau der Insel hinauf und fuhren auf einer kleinen Landstrasse nach Süden bis zur bekannten Rundkirche von Østerlars, auch so ein 5*-Stopp für Touristen, mit grossem Parkplatz und Touristenbussen. Diese Rundkirche wurde vor 1200 gebaut und diente nicht nur als Kirche, sondern auch zur Verteidigungsanlage der lokalen Bauern in dieser Gegend.
Bei der Rückfahrt machten wir einen kurzen Halt beim Mittelalterzentrum, eine grosse Anlage mit viel Programm über das Leben im Mittelalter. Da wir das eher für unsere Enkel interessant fanden, beschränkten wir uns auf eine Kaffeepause, bevor es dann gegen den starken Wind wieder zurück zum Hafen ging.
Die Velofahrt, auch wenn sie anstrengend wegen des Gegenwinds und den vielen Abfahrten und Aufstiege war, genossen wir sehr, es hatte praktisch keinen Verkehr, und es gab immer wieder Aussicht aufs Meer hinaus zur Insel Christiansø. Die Route führte über Landwirtschaftsland (grosse Bauernhöfe oder besser Gutshöfe, riesige Kornfelder und Wiesen, die schon gemäht wurden) und durch Wälder, wo wir etwas windgeschützt fahren konnten. Bei Rø hatte es einen riesigen Golfplatz, aber nur wenige Spieler, wahrscheinlich ist es bei diesem Wind nicht so attraktiv zu golfen.


Sonnige Passage zwischen Bornholm (DK) und Sandhamn (Blekinge, S).

Tejn (Bornholm) - Sandhamn Marina (Karlskrona), 63 sm.

Wetter: sonnig, NW3-5 bis SW3-5.

Sonnige Passage nach Schweden

Heute standen wir kurz nach Sonnenaufgang auf (grausam früh) und wir machten uns schnell abfahrbereit. Die beiden anderen Segelboote im Gästehafen fuhren sogar noch früher los. Der Wind war schon da und so konnten wir gleich nach der Mole lossegeln.
Es wurde ein langer Tag mit teilweise schneller Fahrt. Die Seestrasse mit viel Verkehr (Tanker, Frachter, Fähren) konnten wir gut queren, eine Fähre wich uns aus. Trotz Raumwind brauchten wir weder den Gennaker noch den Parasailer, den wir gerne wieder mal aus dem Sack genommen hätten, denn der Wind war meist stark genug, sodass wir gut vorwärts kamen. Für zwei Stunden segelten wir Butterfly.
Nach 11 ½ Stunden erreichten wir Sandhamn (Blekinge Schären bei Karlskrona), in der letzten Stunde hatten wir sehr starken Wind, im Hafen ging das Anlegemanöver ohne Probleme.


 

Das ist der Text in der Fusszeile.