Südliche Ostsee 2026, Log-Übersicht

Logbuch Etappe 5:
Kalmar, Öland und Blekinge

von Sandhamn Marina (Karlskrona) nach Sölvesborg 

2026-05-29 - 2026-06-09, 12 Tageseinträge, 184 sm.

Nach der langen Passage von Bornholm nach Sandhamn segelten wir mit einer Übernachtung im Gästehafen Mörbylånga (Öland) weiter nach Kalmar. Nach 2 Nächten in Kalmar gings wieder nach Öland (Mörbylånga und Grönhögen), wo wir eine spannende Velotour zur Burg Eketorp und zum höchsten schwedischen Leuchtturm «Långe Jan» (1785 erbaut) machten. In Karlskrona blieben wir zwei Tage, anschliessend segelten wir in kurzen Etappen durch die Blekinge Schären (mit einer Nacht unter Anker und einer im Inselhafen Tjärö) bis nach Sölvesborg.



Auch andere Segler sind wie wir im Kalmarsund mit dem grossen Vorsegel unterwegs.

Sandhamn Marina (Karlskrona) - Mörbylånga (Öland), 35 sm.

Wetter: sonnig, W3 – SSW4-5.

Gennaker-Wind

Über 3 Stunden segelten wir mit dem Gennaker, meist genau vor dem Wind. Da musste man gut aufpassen und jeden Winddreher vorher spüren, sonst fällt das grosse Vorsegel zusammen. Gegen Mittag war ein Winddreher prognostiziert, und dieser kam mal zuerst mit einem Windloch und brauchte Zeit, bis der Wind wieder genügend stark war. Etwas Adrenalin gab es, als der Wind immer stärker wurde und wir den Gennaker bei 16kn Wind bergen wollten. Aber mittlerweile haben wir auch das im Griff. Die restliche Strecke bis zur Hafenmole fuhren wir wieder mit Genua in Butterfly-Stellung vor dem Wind, auch das mit grosser Aufmerksamkeit bezüglich Winddreher.
Heute waren sehr viele Segelboote unterwegs, es scheint, als ob der kleine Hafen der Insel Utklippan sehr voll war, die Boote kamen alle von dort. Bei der Passage von Bornholm oder Hanö kommt man zu dieser Insel 10nm früher, als wenn man wie wir zum Festland segelt. Viele dieser Boote fuhren auch mit Gennaker oder Spinnaker im Sund von Kalmar.
Den Hafen von Mörbylånga kennen wir schon von früheren Segelreisen. Heute aber waren wir die einzigen Segler im ganzen Hafen, obwohl doch viele Boote unterwegs waren. Mit einem kurzen Spaziergang sahen wir, dass sich seit dem letzten Besuch nichts verändert hat. Dieser Ort ist der Hauptort der südlichen Gemeinde der Insel Öland und war früher der Marktplatz der Insel, und der Hafen war ursprünglich ein «Industriehafen», denn hier wurde das Getreide der Insel auf Schiffe verladen. Der grosse Silo steht immer noch da.


Das Schloss von Kalmar zeigte sich bei der Anfahrt zum Hafen im schönsten Licht.

Mörbylånga (Öland) - Kalmar, 9 sm.

Wetter: NW3 – W4, sonnig und sehr warm.

Kurzer Schlag nach Kalmar

Es reichte gerade, dass wir ohne Wende hart am Wind von Hafen zu Hafen segeln konnten. Im Hafen hatte es nicht viele Boote, wir fanden einen schönen Platz längs an der Sonnenseite und ganz nahe bei WC/Dusche (und Küche). Nach der sehr kurzen Segeletappe waren wir sehr früh schon hier. Als Erstes besuchten wir den Yachtshop von Baltic Marine und fanden dort den Ersatz für unseren defekten WC-Deckel und erhielten die Info, dass am Montag ab 8 Uhr die Werft offen hat. Wir müssen nämlich zwei Bobnieten am Mast (beim Lümmelbeschlag) neu einsetzen lassen.
Am Nachmittag machten wir einen Veloausflug zum Shopping-Center Giraffen und schauten dort für den Ersatz von Tonis Outdoorschuhe, allerdings ohne Erfolg. Am späten Nachmittag – die Läden waren alle schon geschlossen (Samstag) – spazierten wir noch durch die erstaunlich belebte Innenstadt Kalmars.


Kläckaberga Kirka, 13. Jhdt., mehrfach zerstört und rekonstruiert.

Kalmar - Kalmar, 0 sm.

Wetter: zuerst nördliche, dann östliche und am Schluss südliche Winde, aber meist wolkenlos.

Velotour um Kalmar

Nach dem sehr gemütlichen Aufstehen starteten wir unsere Tour erst kurz vor dem Mittag, es war schön und warm mit nördlichen Winden.
Unsere Tour führte uns zuerst am Schloss vorbei zum Krankenhaus und weiter übers Land nach Smedby, immer über Radwege nach Westen. Von Smedby gings dann übers Land auf einer wenig befahrenen Landstrasse via Kläckeberga nach Lindsdal. In Kläckeberga steht eine Kirche mitten auf dem Land, die aus dem 13. Jahrhundert stammt und wie üblich hier befestigt war und keinen Kirchturm hatte. Im Friedhof daneben stand ein turmähnliches Gerüst. Die Kirche wurde mehrfach zerstört, wiederaufgebaut und renoviert, das Innere sei aus dem 18. Jhdt. In Lindsdal fanden wir einen schönen Picknicktisch mit Sonne und ohne Wind, gerade neben einer eingezäunten Anlage für Hunde, wo diese frei laufen dürfen (sonst sind die Hunde hier immer an der Leine). Nun führte die Veloroute genau nach Osten durch einen schönen Wald mit vielen Eichen, an einem Biotop mit Wegen und Aussichtsterrassen vorbei, zu einem riesigen Golfplatz bei Värsnas, laut Karte ein 36-Loch-Golfplatz. Es gab neben dem vollen Parkplatz beim Golfclub auch ein Café. Immer südlich fahrend kamen wir wieder zurück nach Kalmar.
Das Velofahren ist sehr schön und wir fühlten uns sehr sicher, die Autofahrenden hielten immer sehr früh an, um uns bei Querungen durchzulassen, und beim Überholen hatten sie mindesten 2 m Abstand, d.h. sie überholten auf der Gegenfahrbahn und warteten, bis wirklich kein Gegenverkehr kam. Die Velostrassen sind breit, auch in den kleineren Dörfer sieht es so aus, als ob die Veloinfrastruktur vor den Häusern und den Strassen realisiert wurde. Die allermeisten Velos hier sind ohne Motorunterstützung, viele Autos fahren elektrisch.


Im Kalmarsund bei 5 bft. hart am Wind unterwegs.

Kalmar - Mörbylånga (Öland), 13 sm.

Wetter: recht sonnig, kühler, S5.

Wildes Aufkreuzen nach Öland

Wir standen heute Punkt 8 Uhr im Büro der Werft. Der Rigger hatte am Mittag Zeit für uns.
Schnell nahmen wir die Velos und fuhren zum grossen Einkaufszentrum. Fast erschlagen von der Riesenauswahl fuhren wir mit gefüllten Taschen wieder zum Boot zurück.
Die beiden Nieten des Lümmelbeschlags waren professionell in 10 Minuten eingesetzt.
Wir konnten ablegen. Der Wind war heftig, aufkreuzen bei 20 kn (5 bft.) und den entsprechenden Wellen ist nicht gemütlich. Zum Glück war es nicht weit, wir waren nach 2 ½ Stunden fast am gleichen Platz wie vor zwei Tagen.
Dann passierte das Fendermaleur: die Leine rutschte weg und schnell war der Fender abgetrieben und vom Boot aus nicht mehr erreichbar. Die Crew vom einzigen Gastboot hier, an der anderen Seite vom kleinen Hafen, stand schon mit dem Boothaken parat. Aber der starke Wind trieb den Fender an die Innenseite der Nordmole, wo wir ihn selber wieder herausfischen konnten.
Es war schon später Nachmittag geworden und wir hatten genug erlebt für heute und verzichteten auf einen Veloausflug. Bis zum Sonnenuntergang gegen 21.30 Uhr konnten wir draussen sitzen.


Die Burg Eketorp, die von 300 n.Chr. stammt, im Süden der Insel Öland.

Mörbylånga (Öland) - Grönhögen (Öland), 25 sm.

Wetter: sonnig, SSW-S 2-4.

Gemütliches Segeln und Velosightseeing

Aufkreuzen mit 5kn Wind ist ätzend, aber im Hafen zwei Stunden warten und dann immer noch aufkreuzen (etwas schneller) wäre genau so. So machten wir es uns gemütlich und nutzten jeden Winddreher und jede «Böe» aus. Später war es dann ein schönes Sonntagssegeln mit 9-12 kn Wind. Statt 18 segelten wir 25 Seemeilen.
Der Gästehafen war früher mal ein Fischerhafen. Am Abend waren 7 Segelboote hier.
Am Nachmittag machten wir eine Rundtour mit den Velos bei der Südspitze der Insel Öland. Wir besuchten die Burg Eketorp und schauten sie von aussen an. Hier stand seit 300n.Chr. eine Festung, die zwischendurch auch ungenutzt war und auch immer wieder zerstört wurde. Das aktuelle Gebäude wurde von Archäologen nachgebaut. Im Sommer finden hier viele «Mittelalter»-Anlässe statt, also ideal für Familien während der Ferienzeit.
Nachher fuhren wir ganz an die Südspitze nach Ottenby und dem Naturschutzgebiet, das bekannt ist für Vogelbeobachtungen und die Robben. Wir sahen einige Leute, die mit riesigen Teleobjektiven Vögel «jagten». Und hier steht auch der höchste schwedische Leuchtturm «Långe Jan», der schon 1785 gebaut wurde. Die Steine dafür stammen aus der St.-Johann-Kapelle in der Nähe, die sowohl Kirche als auch Warenlager der Händler war, aber nach der Hansezeit nicht mehr verwendet wurde. Die Fahrt von Ottenby bis zum Leuchtturm führte über eine schmale Strasse, die mitten durch Weiden mit Mutterkuhhaltung und Schafweiden ging. An Autos waren die Kühe gewöhnt, an Velofahrende wie wir weniger, irritiert und erschrocken sprangen sie vom Strassenrand weg.


Nach der Ausfahrt in Grönhögen: Mit gerefften Segeln gings mit Raumwind schnell Karlskrona entgegen.

Grönhögen (Öland) - Karlskrona, 41 sm.

Wetter: sonnig und diesig, E-ESE 5-6, am Abend windstill und Regen.

Schnelle Raumwindfahrt

Als wir aufstanden, waren schon einige der Schiffe weg, nach uns blieben noch 2 Boote im Hafen.
Der Ostwind war heute schon am Morgen mit 4-5 bf stark. Auch mit gerefften Segeln sauste Regina über die Wellen. Schon bald hörten wir über Funk, dass eine Person über Bord gegangen war, in der Nähe von Bornholm. Zu weit weg für uns, um zu helfen. Nach ca. 30 Min. meldete sich das «Warship» dass sie die Frau aus dem Wasser fischen konnten und sie keine weitere Hilfe brauche. Die ganze Fahrt über war am Funk das Militär zu hören, die die Boote aus dem Sperr- und Schiessgebiet schickten. Südlich von Karlskrona übten schwedische, deutsche, und französische Warships und das Donnern war auch gut zu hören. Plötzlich kam ein schnelles Militärboot auf uns zu, kreiste ums Heck und ein freundlicher junger Soldat sagte, dass wir den Kurs halten und die grüne Boje an der Einfahrt zum Binnenmeer backbord lassen sollten, normalerweise bleibt sie ja steuerbord.
Bei über 20 Knoten Wind genügte nun die gereffte Genua für die restliche Strecke. Im Gästehafen von Karlskrona kamen gleich zwei Segler, um beim Anlegen bei diesem Wind zu helfen.
Erst am Abend wurde der Wind sanfter und sogar windstill, dafür regnete es (wir konnten uns nicht erinnern, wann es das letzte Mal geregnet hatte).
Beim Stromanschliessen, wir hatten jetzt fast eine Woche keinen Landstrom genommen, funktionierte unser Anschluss nicht mehr. Beim Messen ging auch noch das Messgerät kaputt. Das Problem konnte heute nicht mehr gelöst werden.


Das 230V-Kabel bzw. der Adapter wird repariert.

Karlskrona - Karlskrona, 0 sm.

Wetter: zuerst sonnig mit SW, später bedeckt, am Abend Regen.

Kein richtiger Pausetag

Nach einer Internetsuche fanden wir einen Clas Ohlsen-Laden, der ein Multivoltmeter verkauft. Clas Ohlsen kennen wir schon lange seit unseren Nordlandreisen, ein Allround-Geschäft für Heimwerker und Haushalt. Hier lag das Geschäft keine 10km in der Nachbarstadt in einem grossen Einkaufszentrum. So fuhren wir mit unseren Velos auf der blauen Touristen-Veloroute «runt Karlskrona» nach Lyckeby. Dort fanden wir dann das gewünschte Gerät. Auf dem Rückweg, auf der gelben Route, gingen wir noch Einkaufen, gegen Mittag waren wir zurück.
Das Mittagessen nahmen wir im Restaurant des Marine-Museums ein, ohne das spannende Museum zu besuchen, das hatten wir uns vor zwei Jahren schon gründlich angeschaut. Die Sonne schien, und wir konnten draussen sitzen.
Am Nachmittag machte Toni weiter bei der Fehlersuche bei unserem Strom. Tatsächlich war ein Draht im Adapter für die 230V-Steckdose ganz unterbrochen, ein anderer Draht hatte nur noch Wackelkontakt. Mit dem vorhandenen Material auf dem Schiff wurde das Kabel ersetzt und die Stecker wieder montiert. Spannend war dann das Einstecken: Hurra, der Strom fliesst wieder.
Unterdessen konnte Elisabeth zwei Waschmaschinen füllen. Mittlerweile sind doch ein paar Boote mehr angekommen, und einige wollten die Waschmaschinen ebenfalls nutzen, so musste man sich in einem Waschplan einen Termin reservieren.
Einen Spaziergang durch die Stadt konnten wir nicht mehr machen, der Himmel wurde dunkelgrau, und bald regnete es recht heftig.


Fredrikskyrkan, der Dom von Karlskrona, am Stortorget.

Karlskrona - Karlskrona, 0 sm.

Wetter: meist stark bewölkt, aber trocken, starke Winde aus SW.

Sightseeing Karlskrona

Gemütlich starteten wir in den Morgen, wir wollten einen richtigen Pausetag einlegen. Noch am Vormittag wanderten wir durch die Stadt, die wir schon von früheren Besuchen kannten. Einerseits war es zum Fotografieren erschwerend, dass einige der Sehenswürdigkeiten zur Renovation eingerüstet waren, andererseits wollten wir keine Details oder das Innere der Gebäude mehr anschauen.
Karlskrona ist seit dem 17. Jahrhundert die Basis der Schwedischen Marine, hier hat es auch eine militärische Werft, die mit hohen Mauern umgeben ist («Fotografieren verboten»). Die Stadtstruktur ist auch seit jener Zeit an die Bedürfnisse der Marine bzw. der Werft angepasst, z.B. gab es schon früh Wohnungen für die vielen Mitarbeitenden, aber auch repräsentative Häuser für das militärische Kader und die Zentrumsfunktion der Stadt. Die Innenstadt und die Marine-Werft sind deshalb auch ein UNESCO-Weltkulturerbe.
Zum Lunch waren wir wieder auf der Regina, und am Nachmittag war es gemütlich. Elisabeth kann nicht nichts machen, sie nutzte die Gelegenheit (230V-Strom!), mit dem Waffeleisen eine mehrtägige Portion Waffeln zu backen. Und Toni machte das Backup des PCs und begann, die vielen Bilder strukturiert abzulegen und dann jeweils pro Etappe eine Selektion für die künftigen Alben zu machen. Die Selektion ist nun erst für die erste Etappe gemacht, publiziert wird es noch länger nicht.


Sonnenuntergang unter Anker mitten in den Inseln der Blekinge Schären.

Karlskrona - Anker Byrumvika (Rönneby), 22 sm.

Wetter: sonnig, WSW3-4.

Ankern in den Blekinge Schären

Bei schönstem Wetter und gutem Wind konnten wir losfahren und bald die Segel setzen. Die Fähre, die nach Danzig fährt, überholte uns genau an der Stelle, wo die U-Boot-Barriere in der Bucht ist. eine Mauer unter Wasser. Auch ein U-Boot stand in Ufernähe.
Es war eine angenehme Segelfahrt. Am frühen Nachmittag konnten wir den Anker setzen. Es gab hier auch zwei Bojen, die aber für schwedische Clubmitglieder sind. Wir getrauten uns nicht, eine zu nehmen, weil wir auch nicht wissen, ob sie die 11 Tonnen Regina aushält. Später kam ein schwedisches, kleineres Segelboot und macht an einer fest.
Den Nachmittag genossen wir draussen im Windschatten an der Sonne. Die Vögel am Uferwald zwitscherten und ein Kuckuck rief. Am Abend stellte der Wind ab und es wurde ruhig.


Von Seezeichen zu Seezeichen segelnd, Insel- und Steineslalom in den Blekinge Schären.

Anker Byrumvika (Rönneby) - Tjärö Maren, 11 sm.

Wetter: E-SE 2-3, manchmal 4, stark bewölkt, wenig Sonne.

Inselslalom in den Blekinge Schären

Der Anker steckte tief im Lehm, damit hätten wir wohl einen Sturm problemlos abwettern können. Die Kette und der Anker mussten lange abgespritzt werden, bis sie sauber waren. Kurz nach dem Ankerlichten rollten wir das Genua aus und segelten langsam mit achterlichem Ostwind dem nächsten Ziel entgegen.
Die Fahrt war navigatorisch anspruchsvoll, segelten wir doch die ganze Strecke auf der Inneren Route von Seezeichen zu Seezeichen, um alle Untiefen, Steine und Inselchen und Inseln herum. Spannend war es, die Seekarte laufend mit der Umgebung zu vergleichen, gegen Süden schien das Meer frei von Inseln oder Hindernissen zu sein, aber auf der Seekarte sah man die Untiefen und Steine, die knapp unter der Oberfläche lauerten. Es war höchst sinnvoll, auf der markierten Route zu bleiben.
Der Gästehafen der Insel Tjärö war sehr leer, auch Plätze für grössere Schiffe (Tiefgang!) wie Regina gab es. Das Anlegemanöver an der Boje mit Bojehaken und der Bugleiter (der Steg ist sehr tief, und es war niemand da zum Helfen) gelang trotz Seitenwind problemlos. Nach dem Bord-Mittagessen machten wir noch das Check-In und schauten den Wetterradar an, angesagt waren Regen, evtl. Gewitter.
Für eine Wanderung um die Insel sollte es noch reichen. Ein gut markierter und viel begangener Rundweg führte über die Insel. Häufig hatte es nackten Granit, abgeschliffen vom Gletscher der letzten Eiszeit, und dann Flechten und Moose, die die Felsen überwuchsen, später kamen Gras und Büsche dazu, die sich im Moos festkrallten. Wo es genügend Erde hatte wuchsen dann Birken und Eichen und viel Grünzeug wie Himbeersträucher. Unterwegs trafen wir auch eine kleine Herde freilaufender Kühe, die aber sehr scheu waren und vor uns flüchteten. Ein paar Minuten vor den ersten Regentropfen waren wir wieder zurück.


Im Gästehafen von Sölvesborg am Quai, hinter uns das Glacé-Schiff (Glassbåten), weiter hinten sieht man die neue Fussgänger-/Velobrücke über die Bucht von Sölvesborg.

Tjärö Maren - Sölvesborg, 28 sm.

Wetter: zuerst W1, dann SW2, wieder kein Wind, später S3-4.

Windsuche bei Hanö

In der Bucht mit dem Gästesteg und auch nachher zwischen den Inseln hatte es nur ein laues Lüftchen aus West. Ausserhalb der Schäreninseln wurde es etwas besser und wir konnten ganz langsam segeln. Nördlich der Insel Hanö wurde es windstill, der Flautenschieber musste eine Stunde lang arbeiten. Aber sobald wir im Sund zwischen Hanö und dem Festland waren, kam er endlich, der Wind, diesmal aus S. Beim Aufkreuzen im Sund wurde er immer stärker, und bis zur Einfahrt in den Fjord von Sölvesborg konnten wir wunderbar segeln. Wir hatten sogar genug Wind im Fjord, so konnten wir in der Baggerrinne, wo sonst auch grössere Frachter bis zum Industriehafen fahren, mit dem Genua und achterlichem Wind bis mitten ins Hafenbecken in der Stadt segeln
Die offiziellen Gästeplätze in Sölvesborg waren alle wind- und wellenexponiert oder zu wenig tief, wir legten neben den Gästeplätzen an einem Quai an, der früher für grössere Schiffe gebaut wurde und mit alten Autopneus gefendert wurde. Wir merkten aber bald, dass alle Plätze hier sehr dem Schwell ausgesetzt sind, auch unser Platz. So wird es wohl etwas schaukelig sein in der Nacht. Wir waren die einzigen Gäste im ganzen Hafen. In ein paar Tagen wird sich das wohl ändern, sobald die Schweden Ferien haben.
Wir machten am Nachmittag noch einen grösseren Spaziergang. Wir schauten die lange Fussgänger- und Velobrücke an, liefen drüber und wanderten um die ganze Bucht von Sölvesborg. So kamen wir auch am Schloss und bei der Burg vorbei. Zuletzt führte uns der Spaziergang noch durch die Innenstadt, die aber um diese Tageszeit leer und ausgestorben war.


Am Store Torg von Sölvesborg, die mittelalterliche Stadt ohne Mittelalterhäuser.

Sölvesborg - Sölvesborg, 0 sm.

Wetter: regnerisch, Gewitter, südliche Winde.

Pausetag, Abwettern, Besuch

Am Morgen machten wir einen Spaziergang durch die Innenstadt von Sölvesborg. Eigentlich ist Sölvesborg eine mittelalterliche Stadt, aber nur die Kirche als ältestes Gebäude ist mittelalterlich und massiv gebaut. Die Struktur der Innenstadt (geschlossene urbane Fronten, schmale gewundene Gassen, Hinterhöfe als Garten) erinnert ans Mittelalter, die Häuser sind aber alle neuer. Ganz verschont vom Regen blieben wir nicht, auch wenn wir den Regenradar genau konsultierten. Nach dem Einkaufen flüchteten wir wieder aufs Boot, keine halbe Minute später regnete es wieder. Am Nachmittag blieben wir auf dem Boot.
Erst etwas spät gingen wir nochmals in die Innenstadt und kauften noch ein paar Outdoorschuhe für Toni, die aktuellen konnte man nicht mehr verwenden. Auch nochmals kurz vor dem Gewitterregen erreichten wir das Boot.
Zum Znacht kam Anders aufs Boot. Er war lange unser Nachbar, als wir noch auf der Uetlibergseite von Zürich wohnten. Er ist in Sölvesborg aufgewachsen und kommt regelmässig hierher. Ein schöner Abend mit viel Gedankenaustausch über Schweiz und Schweden.


 

Das ist der Text in der Fusszeile.