Logbuch Etappe 7:
Dänemark, südl. Seeland
von Falsterbokanalen nach Spodsbjerg
2026-06-19 - 2026-06-24, 6 Tageseinträge, 113 sm.
Nach der Passage von Falsterbo (S) nach Klintholm auf der Insel Møn (DK) fuhren wir über den Grønsund nach Stubbekøbing (Insel Falster) und dann zum Ankerplatz bei der Insel Vejrø im Smålandfahrwasser vor der Insel Lolland. Über den Grossen Belt gings weiter nach Spodsbjerg auf Langeland. Es war wohl meist sonnig und warm, aber der Wind war durchwegs sehr schwach und ungünstigerweise von West.
Freitag, 19.06.2026:
Falsterbokanalen - Klintholm, 36 sm.
Wetter: NE-SE2-3, kurz 4, später SE0-1, früh etwas Sonne, sonst meist stark bewölkt und diesig, einige Regentropfen unterwegs, am Nachmittag sonnig und ungewohnt warm.
Passage nach Dänemark
Früh ging es heute los, weil wir zur ersten Brückenöffnung um 6 Uhr wollten. Die nächste wäre erst 3 Stunden später, das war uns zu spät.
Es wurde ein gemütlicher Törn, fast immer Halbwindkurs und fast keine Wellen. Auf der Seestrasse, die wir queren mussten, war kaum Verkehr. Nur den Fähren von oder nach Trelleborg begegneten wir mehrmals. Das Meer war noch immer kalt und entsprechend waren wir angezogen. Wir brauchten sogar einen warmen Zmittag.
6 Seemeilen vor dem Ziel war der Wind weg. Bei dem spiegelglatten Meer konnten wir sogar einen Schweinswal und einen Seehund sehen. Und die Kalkfelsen von Mön waren auch fast neben uns. Das Wetter stimmte wieder einmal nicht mit der Vorhersage, anstatt SE oder S hatten wir E bis NE, und das angekündigte Gewitter kam zum Glück nicht. Der Wind war sowieso spannend: Die Wolken zogen von W nach E, die vielen hohen Windgeneratoren nicht weit von uns waren nach S ausgerichtet, und wir auf der Wasseroberfläche hatten E.
Am frühen Nachmittag waren wir schon im Hafen und das war gut so! Es war noch ein Längsplatz an der Holzwand frei, wo wir festmachen konnten.
Dann wurde es warm, sehr warm sogar, ungewohnt, wenns auch nur 20 Grad waren, aber die Sonne hier ist so stark. Ausser einem Spaziergang durch das Hafengelände genossen wir die Wärme auf dem Schiff und Toni machte auch einen verdienten Mittagsschlaf.
Bis zum Abend kamen noch unzählige Boote an. Zum Glück hat der Hafen hier viele Plätze.
Samstag, 20.06.2026:
Klintholm - Klintholm, 0 sm.
Wetter: wechselnde schwache Winde, sonnig, schwül und sehr warm.
Møns Klint
Es waren Gewitter angesagt, deshalb fuhren wir erst gegen Mittag, als sich die Wolken etwas verzogen hatten, mit den Velos zu den Kreidefelsen von Møn. Dort steht das Geocenter mit Ausstellungen und Erlebnissen für die ganze Familie, ein Café und ein grosser Parkplatz, auch ein grosszügiger Veloparkplatz. Es hatte auch recht viele Besucher.
Zuerst spazierten wir zur höchsten Klippe (128m) hinauf, anschliessend auf einer Wanderrundtour auf einem Weg im Buchenwald nahe der Kante mit Aussicht auf einzelne Kalkspitzen und aufs Meer hinaus bis zur kunstvollen Holztreppe, die zum Fuss der Kalkwand führte. Unten auf dem Strand konnte man wieder zurückwandern, immer mit Aussicht auf die Kalktürme über einem und aufs Meer, bis zu einer anderen Treppe, die wiederum steil nach oben führte.
Die Rückfahrt zum Hafen war schneller als die Hinfahrt, meistens ging es bergab. Das angekündigte Gewitter für den Abend hatten die Meteorologen mittlerweile abgesagt, wir genossen den Abend im Cockpit.
Sonntag, 21.06.2026:
Klintholm - Stubbekøbing, 19 sm.
Wetter: schön und warm, N-WNW 3-4.
Wind aus NW bei den Seelandinseln
Das erste Teilstück im Lee der Insel Møn war wunderschön zu segeln, auch wenn es zwischendurch etwas sehr wenig Wind hatte und wir gerade mal mit 3 kn über das flache Wasser gleiten konnten. Etwa nach der Hälfte der heutigen Fahrt mussten wir nach Norden in der ausgebaggerten Rinne zum Grønsund hinauffahren, das ging nur mit Motor. In Stubbekøbing hatte es sowohl im ehemaligen Handelshafen als auch in der Marina genügend Plätze, wir legten im Handelshafen längs an, nicht weit weg von der Fähre nach Bogø.
Wir machten einen kleinen Spaziergang durch die Ortschaft. Es gibt einige wenige «klassische» Häuser – dieser Ort ist der älteste Handelsplatz von Dänemark aus dem Mittelalter - , aber sonst sieht man mehr leere Läden als aktiv genutzte. Einige Wohnhäuser sind schön herausgeputzt, aber viele werden offenbar nicht mehr genutzt. Bekannt ist Stubbekøbing für das Oldtimermotorradmuseum und die Fähre Ida, die im Stundentakt zur Insel Bogø auf der anderen Seite des Grønsunds hinüberfährt. Ida ist eine Fähre aus Holz mit Jahrgang 1959.
Montag, 22.06.2026:
Stubbekøbing - Anker Vejrø, 33 sm.
Wetter: schön, WNW2-4.
Aufkreuzen in Smålandshavet
Im Grønsund mussten wir noch gegen den Wind motoren, bis wir die drei Brücken unterquert hatten. Und von hier war es dann möglich, mit langen Schlägen gegen den Wind im Smålandsfahrwasser um die Untiefen und Inseln zu segeln. Wir landeten auf der Insel Vejrø im fast leeren Hafen. Als wir aber den Preis für eine Nacht in diesem privaten Inselhafen sahen, fassten wir den Entschluss, lieber auf der Leeseite der Insel zu ankern, vom Wind und Wetter her war es heute optimal.
So schaukelten wir gemütlich den restlichen Nachmittag an der warmen Sonne. Elisabeth war sogar im Wasser und umkreiste das Boot mehrmals. Erst bei Sonnenuntergang wurde es kühler.
Dienstag, 23.06.2026:
Anker Vejrø - Spodsbjerg, 25 sm.
Wetter: NW-SW 1-2, sonnig.
Ungünstiger Wind und Strom
Die Nacht war sehr geruhsam, leises Schaukeln, keine Geräusche, schwacher Wind, so wie man sich eine schöne Ankernacht vorstellt.
Die Weiterreise war dafür eher mühsam und anspruchsvoll. Mit sehr wenig Wind, der seine Richtung und Stärke immer wieder änderte, segelten wir nördlich um die Insel Vejrø, um dann mit SW-Kurs über den Grossen Belt zu segeln. Mit dem ursprünglichen und auch vorhergesagten NW wäre das eigentlich angenehm gewesen, aber immer drehend und ändernd wurde es eher sehr anspruchsvoll. Sobald wir aus der Umgebung der Insel und dem Mitstrom des Smålandsfahrwasser herauskamen, war es nicht mehr möglich zu segeln. Mit 4-6kn Wind erreichten wir rund 3kn Fahrt durchs Wasser, aber der Gegenstrom im Grossen Belt war etwa 2kn, und da wir wegen des SW-Windes aufkreuzen mussten, hatten wir einen Wendewinkel von fast 160° oder etwa 0.5 Seemeilen pro Stunde Richtung nächstem Hafen. Die letzten 90 Minuten musste uns der Motor helfen.
Spodsbjerg liegt auf der Ostseite der Insel Langeland, gerade etwa in der Mitte. Der Ort hat einen Fährenhafen (nach Lolland) und mehrere Campingplätze, einen Strand und offenbar auch viele Ferienhäuser, aber nur einen kleinen Supermarkt. Immerhin ist der Gästehafen schön und gut ausgerüstet.
Mittwoch, 24.06.2026:
Spodsbjerg - Spodsbjerg, 0 sm.
Wetter: wenig Wind aus SW, meist sonnig und sehr warm.
Veloausflug nach Rudkøbing
Mit dem Wenig-Wind und gegen den Strom aufkreuzen machte wenig Sinn, Segeln geht da fast nicht. Morgen gibt es besseren Wind.
Am Morgen wurde wieder einmal Bootspflege gemacht, Regina glänzt nun wieder. Am Nachmittag blieb Elisabeth an Bord (wegen Erkältung von zu langem Schwimmen im kalten Ostseewasser!!) und Toni machte einen schönen Veloausflug nach Rudkøbing, eine schöne Stadt auf der anderen Seite der Insel Langeland.

Info zu Stubbekøbing
Etappe vorher
zu den Tagesbildern in gross (neue Seite)
zur Einstiegsseite